Osterburken

Eiserne Hochzeit Am 1. September 1953 läuteten für Emil und Paula Geier die Hochzeitsglocken / Sieben Kinder, 18 Enkel und acht Urenkel gratulieren heute

Vor 65 Jahren gaben sie sich das Ja-Wort

Archivartikel

Schlierstadt.Emil Eduard Geier hat seine große Leidenschaft, das Kochen, zum Beruf gemacht. Auch heute lässt ihn das Kochen, das ihn ein Leben lang positiv beeinflusste, nicht los.

1950 war er Koch in der nach dem Zweiten Weltkrieg neu erbauten Gaststätte seines Vaters, „Zum Luzenberg“ in Mannheim-Luzenberg. Dort stellte sich Paula Gottseelig als Küchenhilfe vor – und der Jubilar sagte spontan: „Diese und keine Andere will ich als Ehefrau“.

Paula Gottseelig wurde die Liebe seines Lebens. Am 1. September 1953 läuteten die Hochzeitsglocken der Kirche „St. Nikolaus“ in Mannheim-Neckarstadt. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Auch 65 Jahre nach ihrem Ja-Wort haben die Beiden „Ur-Mannemer“ diesen Schritt nicht bereut. 1975 wurde Schlierstadt ihre neue Heimat, wo sie sich wohl und geborgen fühlen.

Emil Geier wurde am 1. März 1928 in Mannheim-Luzenberg geboren. Zusammen mit einer Schwester wuchs er in der Wirtsfamilie auf. Nach der Volksschule, 1942, absolvierte er eine Kochlehre. Am 14. November 1944 wurde das Gaststättengebäude seiner Eltern durch amerikanische Bombenangriffe zerstört und nach 1949 wiederaufgebaut.

Nach Kriegsende und Abschluss seiner Lehre war er kurzfristig für die 7. US-Army in Mannheim-Seckenheim sowie danach in einem US-Offizierskasino als Koch beschäftigt. Von 1946 bis 1948 arbeitete er im Hotel „Rheinbrücken“, in dem täglich bis zu 2000 Mittagessen ausgegeben wurden.

Von 1956 bis 1968 war Emil Geier bei der Firma „Estol“ in Mannheim tätig. Von 1968 bis 1971 führte er die Gaststätte „Zum Bahnhof“ in Mannheim-Ladenburg sowie von 1971 bis 1975 die Gaststätte „Zum neuen Bahnhof“ in Mannheim-Waldhof.

Nach dem Umzug nach Schlierstadt 1975 arbeitete er ein halbes Jahr als Koch in der Gaststätte „Tropfsteinhöhle“ in Eberstadt. Nach einer Erkrankung konnte er kurzfristig nicht mehr weiterarbeiten. Nach seiner Genesung war er bis zur Rente 1978 im Reisegewerbe aktiv.

Paula Gottseelig erblickte am 25. September 1934 in Mannheim-Käfertal das Licht der Welt. Zusammen mit neun Geschwistern wuchs sie dort auf. Nach Abschluss der Volksschule 1949 arbeitete sie als Küchenhilfe. 1950 bekam sie eine Stelle in der Gaststätte „Zum Luzenberg“ und lernte dort ihren späteren Ehemann kennen.

„Wir führten danach zwei Jahre lang eine heimliche Liebe, von der niemand etwas wusste“, schmunzelte die Jubilarin im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie war mit der Erziehung ihrer acht Kinder und mit dem Bedienen in der Gaststätte voll und ganz ausgelastet. Für Hobbys blieb da fast keine Zeit, einzig das Sammeln von Puppen war und ist auch noch heute ihre große Leidenschaft.

Einen großen Schicksalsschlag musste das Jubelpaar mit dem Tod des Sohnes Hubert im Jahr 2014 verkraften. Zum heutigen Ehrentag gratulieren: Sieben Kinder, 18 Enkel, acht Urenkel, Verwandte und Bekannte.

Die Fränkischen Nachrichten gratulieren dem Jubelpaar ebenfalls recht herzlich. jüh