Osterburken

Kinderbetreuung Zur Krippe drängen vor allem die Frauen im Osten, die im Westen weniger

Wie’s um die Kleinsten der Kleinen steht

Archivartikel

Kinder „U2“ in die Kita? Deutschlandweit hat sich der Anteil der unter Zweijährigen, die in der Krippe oder von Tageseltern betreut werden, in den vergangenen drei Jahren bei rund 33 Prozent eingependelt.

Neckar-Odenwald-Kreis. Im Neckar-Odenwald-Kreis verbringen 23,8 Prozent aller unter Zweijährigen nach den aktuellen Daten des Regionalatlas Deutschland den Tag in Kinderkrippen oder haben Tages- als Ersatz-Eltern. Das heißt, bei uns hat sich der Trend zur frühen Betreuung im Vergleich zum Vorjahr nicht fortgesetzt. Denn damals waren es 23,9 Prozent.

Nur zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatte die Zahl der unter Zweijährigen, die tagsüber betreut wurden, bei uns noch bei 13,3 Prozent gelegen.

Unumstritten ist das Angebot nicht: Vollzeitmütter brauchen’s kaum, viele schwangere, gut ausgebildete Akademikerinnen, aber auch Schichtarbeiterinnen und Alleinerziehende wollen oder können nicht drauf verzichten. Wobei wollen und können natürlich auch vom Familieneinkommen abhängt. Und ein bisschen vom Standort der Mutter- beziehungsweise Elternschaft.

Bundesweiter Spitzenreiter ist der Kreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit einer Betreuungsquote bei den unter Zweijährigen von 63,4 Prozent. Da spiegelt sich ein Unterschied zwischen Ost und West, der seit Jahrzehnten gilt. Der Osten ist bei der Kinderbetreuung außerhalb vorn, im Westen wird das Kind länger in der Familie betreut: die Akademikerinnenhochburg Heidelberg ist mit 45,5 Prozent, die erste westdeutsche Stadt in der Kita-Besuch-Bundesliga.

Aufs Leben vorbereitet

Für den Neckar-Odenwald-Kreis gilt, dass heute rund 1,8-mal mehr Kinder in der Krippe oder bei Tageseltern im Sinne der schwarz-roten Familienpolitik aufs Leben vorbereitet werden als 2009.

Dabei betreuten nach den Daten, die die Statistischen Landesämter in den Regionalatlas einspeisen, im Jahr 2017 Tagesmütter beziehungsweise -eltern rund 1,8 Prozent der Kinder, Tageseinrichtungen rund 22,0 Prozent.

Der Betreuungswert in Tageseinrichtungen liegt im Neckar-Odenwald-Kreis damit unter dem Bundesdurchschnitt von 28,0 Prozent. Bei den Tageseltern sind die 1,8 Prozent weniger als der Bundeswert von 5,2 Prozent.

In der Krippen- und Tagesmütterbundesliga reicht die Betreuungsquote von zusammen 23,8 Prozent im Neckar-Odenwald-Kreis damit für Platz 322 unter 400 ausgewerteten Städten und Kreisen (plus Stadtstaaten).

Das rein quotenmäßige Schlusslicht wäre dann der bayerische Kreis Berchtesgadener Land, wo jedes siebte Kleinkind (13,7 Prozent / Vorjahr: 14,3 Prozent) fremdbetreut wird. zds