Ravenstein

Geschäftsaufgabe Armin Antoni schließt seinen alteingesessenen Lebensmittelladen in Merchingen / Einkaufsmöglichkeit geht verloren

Ab Ende des Monats bleiben die Türen zu

Archivartikel

Zum Ende des Monats schließt in Merchingen der Lebensmittelladen von Armin Antoni. Hintergrund sind sinkende Umsatzzahlen.

Merchingen. Sein erster Angebotsblatt vom 2. Januar 1992 hängt noch im Büro seines Lebensmittelmarktes in der Ulmenstraße in Merchingen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Armin Antoni den Einkaufsmarkt von seinen Vorgängern, dem Ehepaar Kurt und Lotte Zweig übernommen und 27 Jahre lang weitergeführt.

Jetzt ist er, wie er gegenüber den FN sagte, gezwungen, den alteingesessenen Lebensmittelmarkt aus wirtschaftlichen Gründen bereits zum Monatsende zu schließen. Denn seit drei Jahren seien die Umsatzzahlen stets rückläufig gewesen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei der Umsatz erneut weiter gesunken, was ein Weiterführen des Geschäftes nicht mehr lohnenswert mache. „Die Kosten sind gleich geblieben und die Einnahmen haben gefehlt.“

Kosten bleiben, Einnahmen fehlen

Enttäuscht auch vom Einkaufsverhalten der Ravensteiner Einwohner schließe er jetzt für immer die Türen zu. „Wir haben für unsere Kunden immer einen guten Service geboten“, sagt Antoni. Man habe den Käufern die Sprudelkästen ins Auto gestellt und dort im Kofferraum die Einkaufstüten von anderen Lebensmittelmärkten gesehen. „Das gibt einem schon zu denken“, sagte er. Schließlich habe er in seinem 200 Quadratmeter großen Markt die Grundnahrungsmittel für den täglichen Gebrauch vorgehalten.

Das Einkaufsverhalten der Bevölkerung habe sich, so Antoni, deutlich feststellbar verändert: Fährt man zum Arzt oder zu einem Termin nach Osterburken oder Buchen, dann kauft man dort die benötigten Lebensmittel in den großen Märkten mit Vollsortiment ein. Bei ihm, so Antoni, holten die Bürger dann „im Vorbeifahren“ das, was sie vergessen haben. Um einen Markt weiterhin wirtschaftlich betreiben und davon leben zu können reiche das nicht aus. Drei Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit waren bei ihm beschäftigt. Sie müssen sich jetzt einen neuen Arbeitsplatz suchen. Das werde auch er für sich tun, sagt der 51-jährige Inhaber, dem der Abschied sichtlich schwer fällt.

Die Entscheidung, den Markt zum Ende des Monats zu schließen, sagte Antoni abschließend, sei dann doch recht kurzfristig gekommen und wurde den Kunden bereits mitgeteilt. „Irgendwann muss man die Reißleine ziehen, bevor es zu spät ist“, sagt Antoni. Ausdrücklich dankt er seiner treuen Kundschaft auch aus Oberkessach. Viele Bürger aus dem Nachbardorf kauften bei ihm ein.

Eine ältere Stammkundin sagte, die Bevölkerung von Merchingen habe noch gar nicht begriffen, was ihr durch die Marktschließung widerfahren werde. Sie wünschte sich für die älteren Einwohner, die nicht motorisiert sind, dass auch weiterhin in Merchingen eine Einkaufsmöglichkeit besteht, entweder durch ein neues Geschäft, oder durch ein „rollendes“ Einkaufsmobil. Durch die jetzige kurzfristige Schließung des Lebensmittelmarktes Antoni gibt es im gesamten Stadtgebiet Ravensteins mit mehr als 3000 Einwohnern nur noch zwei Läden, die Bäckerei Volk in Oberwittstadt und die Metzgerei Maurer in Merchingen.

Was aus dem jetzt dann leerstehenden Gebäude wird, ist noch unklar, Kaufinteressenten gibt es bereits. „Die werden sicher keinen Lebensmittelmarkt eröffnen“, sagte Antoni. F