Ravenstein

KfD Jörg Nies, der im Oktober seine Primiz feiern wird, erzählte Wissenswertes über den Jesuitenorden

Als Novize absolvierte er „5 Experimente“

Archivartikel

Hüngheim.Zu einem besonderen Vortrag lud die katholische Frauengemeinschaft Hüngheim am Dienstag ins Gemeinschaftshaus „Alte Schule“ ein.

Zahlreiche Gäste kamen und waren gespannt, was Jörg Nies, der aus Hüngheim stammt und im Oktober seine Primiz feiern wird, über den Jesuitenorden und über seinen persönlichen Werdegang erzählt.

Nach der Begrüßung durch Juliane Noe war auch schon Jörg Nies an der Reihe. Von ihm erfuhren die Zuhörer viel Wissenswertes, beispielsweise, dass der Jesuitenorden offiziell „Gesellschaft Jesu“ heißt, dass der Orden international aktiv ist und weltweit etwa 16 000 Mitglieder hat. Nies erzählte außerdem, dass der Orden in einzelne Provinzen aufgeteilt ist und zu der deutschen Provinz auch Schweden gehört. Der Hauptsitz befindet sich in Rom und der bekannteste Jesuit ist derzeit das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus.

Auch die Ausführungen zu den Anfängen des Ordens waren für die Zuhörer interessant. Im Anschluss daran ging Jörg Nies darauf ein, wie er den Weg zu den Jesuiten gefunden hat. Er erklärte, dass er als Ministrant und durch sein Mitwirken in der Jugendarbeit erste Berührungspunkte mit dem katholischen Glauben hatte. Nach dem Besuch der Realschule und eines Aufbaugymnasiums begann er sein Studium am Priesterseminar in Freiburg.

Von 2008 bis 2009 verbrachte er ein Auslandsjahr in London und entschied sich dabei für das Jesuiten-College. Sein Studium beendete Jörg Nies schließlich 2011 mit dem Diplom in Freiburg.

Da ihn der Jesuitenorden, bei dem besonders die Missions- und Bildungsarbeit wichtig sind, sehr faszinierte, begann er nach dem Studium sein Noviziat in Nürnberg. Nach einer Entscheidungszeit von zwei Jahren legte er 2013 das Gelübde ab.

Besonders beeindruckend war es für die Zuhörer, als Jörg Nies von den sogenannten „5 Experimenten“ erzählte, die er während seiner Zeit als Novize absolvierte. Er arbeitete in diesem Zusammenhang in einem Krankenhaus in Berlin, pilgerte ohne Geld von Nürnberg nach Fribourg in der Schweiz, war in der Krankenhausseelsorge in Leipzig tätig, studierte Philosophie in München und machte 30 Tage lang Exerzitien, sogenannte geistliche Übungen, die bei den Jesuiten eine große Bedeutung haben und bei denen es in erster Linie darum ging, die Zeit zum Beten und zum Schweigen zu nutzen.

Nächste Herausforderung

Jörg Nies berichtete des Weiteren, dass er nach dem Gelübde in einer Studentengemeinde in Leipzig tätig war und dann die nächste Herausforderung auf ihn wartete.

Er wurde dafür ausgewählt, in Rom zu studieren, und musste dann innerhalb von zwei Monaten italienisch lernen. Das Studium an der Universität Gregoriana schloss er 2018 ab. Er wird nun weitere zwei bis drei Jahre in Rom bleiben, um zu promovieren. F