Ravenstein

Informationsveranstaltung in Oberwittstadt Netzbetreiber Transnet-BW stellte geplante Südlink-Stromtrasse im Dorfgemeinschaftshaus vor

Auswirkungen für Eigentümer erläutert

Archivartikel

Groß war das Interesse der Bürger bei einer zum wiederholten Male stattgefundenen Informationsveranstaltung des Netzbetreibers Transnet-BW zur geplanten Südlink-Stromtrasse.

Oberwittstadt. Die Leitungen sollen von den Windparks in der Nordsee, von Brunsbüttel nach Großgartach im Landkreis Heilbronn führen. Das ambitionierte Großprojekt soll nach den jetzigen Planungen Ende des Jahres 2025 fertiggestellt sein. Das mehr als zehnköpfige Informationsteam des Netzbetreibers der Firma Transnet-BW stand dabei den mehr als einhundert interessierten Besuchern Rede und Antwort und hatte dazu auch viel Informations- und Anschauungsmaterial mitgebracht.

Aktuellen Planungsstand im Blick

Wie Saskia Albrecht vom Projektteam von TransNet gegenüber den Fränkischen Nachrichten sagte, richte sich die heutige Veranstaltung erneut an die interessierten Bürger. Man wolle über den aktuellen Planungsstand dieses Großprojektes informieren und den Vorschlagskorridor für die Gleichstromverbindung vorstellen, der bereits Ende Februar der Bundesnetzagentur zur Entscheidung vorgelegt wurde.

Dieser jetzt ermittelte Korridor sei das Ergebnis umfangreicher Detailuntersuchungen, der Mensch und Natur so gering wie möglich belaste. Damit sei man jetzt auf der Zielgeraden zum tatsächlichen Korridorverlauf von „SüdLink“.

Derzeit werde das förmliche Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren angestoßen. Jeder hat in Baden-Württemberg und im südlichem Bayern, wo die geplante Trasse verlaufen wird, von jetzt an bis Anfang Juni die Möglichkeit, Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur einzureichen.

Die schriftlich eingegangenen Stellungnahmen der verschiedenen Bürger werden bei der Behörde ausgewertet, fachlich beurteilt und in Erörterungsterminen besprochen. Diese sollen dann bis September durchgeführt sein. Dann wird die Behörde eine Entscheidung treffen über einen konkreten Trassenverlauf, entweder wie von TransnetBW vorgeschlagen oder aber auch ein anderer, der immerhin 1000 Meter breit ist.

Mit diesem Vorschlag wird man dann in die Planfeststellung gehen. Ab dem Jahre 2020 wird man dann damit beginnen, eine konkrete Leitungsführung gemeinsam mit den Kommunen, Landkreisen und Verbänden zu erarbeiten. Die neue Stromtrasse kommt aus Richtung Würzburg, verläuft an Boxberg und Schillingstadt (Main-Tauber-Kreis) vorbei und tritt bei Oberwittstadt in die Gemarkung Ravenstein ein. Sie verläuft dann weiter in Richtung Hüngheim, nahe am Merchinger Golfplatz vorbei weiter in Richtung Unterkessach, und von Möckmühl in Richtung Großgartach.

Saskia Albrecht und das anwesende Mitarbeiterteam hatten an diesem Abend die typischen „Südlink-Fragen“ der anwesenden Interessierten sowie Grundstücksbesitzer und Kommunalpolitiker, darunter auch den stellvertretenden Bürgermeister Thomas Hornung und Merchingens Ortsvorsteher Jürgen Ullrich zu beantworten, wie zum Beispiel welche Auswirkungen der Leitungsverlauf auf die Grundstücke der Besitzer hat, die sich auf den aufgestellten Bildschirmen zeigen lassen konnten, wo die geplante Stromtrasse ihren Besitz auf Gemarkung Ravenstein eventuell berühren könnte. Auch detaillierte Landkarten lagen auf einem großen Tisch, wo der ein Kilometer breite Korridor eingezeichnet war, den der Netzbetreiber TransNet für die Verlegung der Leitung vorschlägt. Die anwesenden Mitarbeiter hatten noch viele weitere Fragen zu beantworten: „Wird der Grundstückseigentümer enteignet oder bleibt er weiter Eigentümer seines Grundstückes?“

Auch diese Angst wurde genommen, denn enteignet werde niemand und er bleibe auch weiterhin Eigentümer. Oberhalb der Trasse könne er weiter seine Landwirtschaft betreiben. Nicht möglich sei jedoch eine Überbauung und eine Aufforstung sei ebenfalls nicht möglich. Der betroffene Landwirt werde eine Entschädigung erhalten, wenn die geplante Leitung sein Grundstück tangiert.

Das Kabel, das in einer Tiefe von 1,60 Meter liegt, wird im Kabelmantel rund 40 Grad warm. Eine Bodenerwärmung an der Grundstücksoberfläche sei kaum feststellbar. Besonders lobenswert sei, dass es in Baden-Württemberg keine großflächige Waldquerung geben werde. Albrecht schränkte ein, dass es aber schon möglich sein könnte, dass man den einen oder anderen Baum fällen muss.

Zehn Milliarden Euro Investition

Das Investitionsvolumen für diese geplante Gleichstrom-Erdkabel-verbindung, was die windreichen Regionen Norddeutschlands mit den Verbraucherzentren im Süden der Republik verbindet, beträgt rund zehn Milliarden Euro. Albrecht ist sich sicher, dass sie und ihr Team alsbald wieder nach Oberwittstadt kommen werden, denn wenn die exakte Trasse feststeht, werde es weiteren Informationsbedarf geben. F