Ravenstein

Umzug in Merchingen Mehr als 3000 Zuschauer waren in prächtiger Feierlaune und bejubelten die 39 Gruppen und Motivwagen

Frohsinn, Heiterkeit, ausgelassene Stimmung

Archivartikel

Im „Broggedorf“ regierten am Sonntag Frohsinn, Heiterkeit und eine ausgelassene Stimmung.

Merchingen. Mehr als 3000 Zuschauer aus der ganzen Region, bis hin ins Jagsttal, standen am Sonntag dicht gedrängt am Merchinger Straßenrand, waren in prächtiger Feierlaune und bejubelten die vorbeilaufenden Gruppen und Motivwagen im 39 Zugnummern umfassenden Gaudiwurm.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten die vier Musikkapellen aus Merchingen, Oberwittstadt, Erlenbach und Ballenberg.

Pünktlich um 13.31 Uhr startete der Fastnachtsumzug durch die Straßen von „Merchene“. Die Themenwahl war wieder einmal sehr vielfältig und kannte keine Grenzen.

Traditionell angeführt wurde der Umzug von der „Hofkapelle“ der „Brogge“, unter der Leitung von Dirigent Bernd Otterbach, die kräftig aufspielte und das Narrenvolk zum Schunkeln und Mitsingen animierten.

Nach dem mächtigen Präsidentenwagen folgten Mini-, Junioren- und Großgarde der „Brogge“. Immer wieder war der lautstarke Schlachtruf, ein kräftiges „Brogge Ahoi“, zu hören.

Ein buntes Bild bot die Truppe des Kindergartens Ravenstein: Kinder, Erzieher und Eltern präsentierten sich als kleine „Entdeckerzwerge“. Die „Keschemer Eichhörnli“ waren erneut in großer Zahl in Merchene eingefallen. Glänzend auch der Motivwagen der „Bieringer Breggel“, die einen Hauch von Nordseeküste mit Leuchtturm und Strandkorb ins „Brogge-Dorf“ brachten.

Kräftig geschunkelt wurde auf dem Wagen der „Fuchsschwänz“ aus Wittscht. Und die von dort kommende Musikkapelle gab auf dem Motivwagen der Oberwittstadter „Fuchsschwänz“ schon einen Vorgeschmack auf das kommende Oktoberfest.

Danach folgten die großen Fußgruppen der Biermännchen aus Schwabhausen und die Fußgruppe vom Stammtisch „Ratlos“ sowie der Motivwagen aus Winzenhofen.

Groß war auch die Abordnung der benachbarten „Hüngemer Schleufer“, die sich mit Garde, Elfer-rat und einer großen Abordnung am Umzug beteiligten. Auch ihr Prinzenpaar – Prinzessin Ramona I. und Prinz Johannes I. – waren mit dabei. Das „Pumpi“ aus Hüngheim erreichte durch sein toll gewähltes Thema viel Aufmerksamkeit bei der närrischen Besucherschar: Von den Mitgliedern treffend glossiert wurde die Bürgermeisterwahl in Rosenberg. „Die neue Gemeinde ’Rosenstein’ bleibt uns verwehrt, nur 9 Stimmen hielten es für wert.“ Sie spielten dabei auf die Niederlage von Ravensteins Bürgermeister von Thenen in Rosenberg an.

Lautstark „Mäh“ schrien die vielen „Widdemer Schafböck“, so dass die Musikkapelle Erlenbach – unterstützt von Kameraden aus Laibach – kräftig aufspielen mussten, um gehört zu werden.

Die „Rouschebercher Milchsäuli“ präsentierten sich als eine „saustarke“ Gruppe. Mehr als 100 „Säuli“ zogen mit ihrem gesamten Hofstaat, dem Prinzenpaar Karola I. und Prinz Harry I. sowie allen ihren Gardemädchen durchs „Broggedorf“ und begeisterten mit so manchen Späßen das närrische Publikum.

Livemusik tönte vom Wagen der Oberginsbacher, dem die große Schar der Fußgruppe der „Leiwischter Schlappen“ folgte. Nach dem Wagen der Jugendfeuerwehr Mer-chingen, die sich dem „Hambacher Forst und dem Großkonzern RWE“ widmeten, folgten die „Rauchschwalben“ aus Bofsheim sowie der Motivwagen aus Grünsfeld und Aschhausen mit einem übergroßen Wind- und Wasserrad, flankiert von einer starken Fußgruppe, als tanzende und hüpfende Wassertropfen. Nach der Musikkapelle Ballenberg folgte die große Fußgruppe der „Seggemer Schlotfeger“, die so manche Akrobatikshow abzogen. Die „Fuchsenlöcher“ aus Zimmern folgten. Sie hatten ebenfalls einen übergroßen Motivwagen ins „Broggedorf“ mitgebracht.

Die kleinen Kinder am Straßenrand versteckten sich schon, als die „Allezer Gääswärmer“ mit ihren Hexen und Gääsen um die Ecke kamen. Die vielen „Borkemer Hexen“ durften selbstverständlich beim Gaudiwurm in „Merchene“ nicht fehlen, wie auch der Wagen des Borkemer Bauernballets und der Pferdefreunde Osterburken.

Mit der Fußgruppe der Kirnausträndler und den Wagen der Mad-Kutschers sowie dem DRK-Ortsverein Ravenstein war schon das Ende des fast 40 Zugnummern umfassenden Gaudiwurms in Sicht.

Für die Besucher wurde dieser graue und wolkenverhangene Tag zu einer hellen Freude, mit reichlich Bonbons und auch manchem kleinen Schnäpschen.

Es herrschte einfach eine ausgelassene Stimmung die in der Region ihres gleichen sucht und sowohl Vorsitzender Andreas Lohse und Umzugsleiter Sascha Ullrich mit dem Zugverlauf mehr als zufrieden.

Das „knallbunte Narrenspektakel“ wurde im altehrwürdigen Schloss und auf dem Vorplatz fortgesetzt.

Und: Die Ortsvorsteher der Ravensteiner Stadtteile bewerteten, wie alljährlich, die besten und originellsten Fußgruppen und Motivwagen.