Ravenstein

Gemeinderat tagte in Merchingen Stadträte vergaben die Arbeiten für 115 000 Euro an die Firma HF aus Balsbach / Beschluss über Anschlussunterbringung nächste Woche

Gewerbegebiet „Rot“ wird jetzt erweitert

Archivartikel

Noch keine Sommerpause gibt es derzeit für den Ravensteiner Gemeinderat, denn viele Vorgänge sind vom Gremium aufzuarbeiten und bedürfen einer Entscheidung.

Ravenstein. Nach wie vor beschäftigt die Bevölkerung in Ravenstein die geplante Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadt. Die Wogen haben sich zwischenzeitlich nach vielen erfolgreichen Gesprächen gelegt, aber nächste Woche wird der Gemeinderat im Schlosssaal im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung über die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Ravenstein beraten und einen Beschluss fassen.

Einkaufsmarkt schließt

In der Sitzung am Mittwochabend im Bürgersaal des Rathauses wurde dieses immer noch brisante Thema unter den Punkt „Bürgerfragen“ nur kurz angesprochen, wie auch die bevorstehende Schließung des örtlichen Einkaufsmarktes.

Eine Bürgerin wollte wissen, wie es zukünftig mit dem Lebensmitteleinkauf in der Stadt weitergehen wird, wo dann nur noch mit der Bäckerei Volk (Oberwittstadt) und Lebensmittel und Backwaren Steinbrenner (Erlenbach) Einkaufsmöglichkeiten bestehen.

Zehn Punkte standen auf der Tagesordnung, die nach rund 30 Minuten abgearbeitet waren. Nachdem Bürgermeister von Thenen krankheitsbedingt nicht im Dienst ist, leitete dessen Stellvertreter Thomas Hornung die Sitzung.

Die Anerkennung der Niederschrift erfolgte einstimmig. Der Umbau der ehemaligen Grundschule Oberwittstadt zum Zentralkindergarten war erneut Gegenstand der Beratungen.

Die Vergabe der Schlosserarbeiten am Zentralkindergarten konnte in einer der letzten Sitzungen nicht erfolgen, da das damals abgegebene Angebot deutlich über den Kostenberechnungen gelegen hatte und der Gemeinderat deshalb die Ausschreibung aufhob. Nunmehr erfolgte eine „freihändige“ einstimmige Vergabe der Arbeiten an den preisgünstigsten Anbieter, die Firma Nohe aus Bödigheim mit einem Angebotspreis von 50 319 Euro, der auch im kalkulierten Kostenrahmen liegt. Der zweite Anbieter lag mit rund 110 000 Euro für die gleichen Arbeiten total daneben. Danach befasste sich der Gemeinderat mit vier eingereichten Bauanträgen. Thomas Hornung erläuterte die vorliegenden Anträge.

Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung während der Sommersitzungspause für eingehende Bauangelegenheiten die entsprechenden Stellungnahmen zur Vorlage bei der Baurechtsbehörde abgeben zu können. Bei der ersten regulären Sitzung nach der Sommerpause ist das Gremium zu informieren. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Diplom-Ingenieur Marco Rieß vom Büro Sack- und Partner (Adelsheim) erläuterte die geplanten Arbeiten zur Resterschließung des im Stadtteil Erlenbach bestehenden Gewerbegebietes „Rot“, wo weitere Firmen bauen wollen. Diese Maßnahme, so Rieß war mit der Verwaltung abgesprochen und auch die anfallenden Kosten waren im Haushaltsplan der Stadt eingeplant.

Verlängerung um 40 Meter

Geplant ist, die bereits bestehende Straße um ein Reststück von 40 Metern zu verlängern. Die Fahrbahnbreite beträgt sechs Meter. Erfreulich war, so Rieß, dass neun Firmen die Ausschreibungsunterlagen abholten, wovon sechs Firmen ein Angebot abgaben. Der Gemeinderat vergab einstimmig an den preis-günstigsten Anbieter die Firma HF Bau aus Balsbach zum Angebotspreis von 115 000 Euro den Auftrag. Die Arbeiten sollen in den Monaten September und Oktober ausgeführt werden.

Ortsvorsteher Bernd Ebert gab einen ganz wichtigen Hinweis, dass man sich nochmals über den dortigen Regenwasserablauf Gedanken machen sollte. Es sei sicherlich noch eine ergänzende Maßnahme nötig. Rieß sagte zu, diesen Hinweis nochmals zu prüfen und sich Gedanken zu machen, wie das im dortigen Bereich anfallende Regenwasser abgeleitet werden kann. In den Anfragen aus dem Gemeinderat knüpfte Ortsvorsteher Bernd Ebert an die Anfrage der Bürgerin an und sagte, dass in Nachbargemeinden Einkaufsmärkte erfolgreich durch eine Genossenschaft geführt werden. Er sehe dies auch als eine Möglichkeit für Merchingen an. Die Gemeinde müsse aber diese Initiative, die aus der Bürgerschaft kommen müsse, unterstützen. Nach der geplanten Schließung des Lebensmittelmarktes Antoni in Merchingen zum Monatsende bestehen nur noch zwei Einkaufsmöglichkeiten in der Bäckerei Volk (Oberwittstadt) und in der ehemaligen Bäckerei Steinbrenner (Erlenbach), die beide Grundnahrungsmittel anbieten.

Akten häufen sich

Ortsvorsteher Seemann erkundigte sich nach dem derzeitigen Sachstand des geplanten Grüngutplatzes. Es gebe derzeit „nichts Neues zu vermelden“ sagte Hornung und verwies auf die derzeit personalmäßig schwach besetzte Verwaltung des Rathauses. Derzeit häufen sich dort die Akten, die bearbeitet werden müssen. Nach den Informationen und Bekanntgaben schloss sich ein nichtöffentlicher Teil an. F