Ravenstein

Gemeinderat Ravenstein tagte In Merchingen wird ein Modul für 30 Personen errichtet / Weitere Flüchtlinge kommen in den Stadtteilen unter

Lösung für Anschluss-Unterbringung gefunden

Die Entscheidung zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen ist gefallen: Sie werden in verschiedenen Gebäuden in den Stadtteilen und in einem Wohnmodul in Merchingen unterkommen.

Merchingen. So turbulent wie in den vorangegangenen Sitzungen ging es diesmal nicht zu. Sachlich und emotionsfrei wurde im Schlosssaal diskutiert und das Thema, das in Ravenstein bisher hohe Wellen, schlug, behandelt.

60 interessierte Zuhörer

Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Hornung begrüßte wieder über 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Gemeinderatssitzung. Eingangs betonte er, dass nach der Einwohnerversammlung vom 19. Juni erneut eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Ravenstein geprüft worden sei. Man habe Gebäude in den einzelnen Stadtteilen besichtigt und dabei habe man überlegt, ob dort eine Anschlussunterbringung möglich sei. Trotzdem, so Hornung, gebe es bis heute keine konkreten Zusagen.

In der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung am 9. Juli seien drei Vertreter der Bürgerinitiative „Grüne Wiese“ über die Besichtigungen und Verhandlungen informiert und in die Beratung über das weitere Vorgehen eingebunden worden.

Acht Personen in Ballenberg

Im „Falkenbergerhaus“ in Ballenberg kann die Wohnung mit bis zu acht Personen neu belegt werden. Im Stadtteil Oberwittstadt gibt es konkrete Verhandlungen über verschiedene Gebäude, in denen bis zu 16 Personen unterkommen können.

Weitere Aufrufe zur Wohnraumsuche brachten keinen Erfolg, so Hornung. Deshalb sei die dritte Lösung, die Unterbringung in einer Wohnmodulanlage im Stadtteil Merchingen, unausweichlich.

Damit die Integration der Flüchtlinge in Ravenstein gelingen könne, habe Ende Juli das zwischenzeitlich dritte Treffen des „Helferkreises Asyl“ im Rathaus stattgefunden.

Als Hornung den Zuhörern die Möglichkeit gab, Fragen zu stellen und zu diskutieren, meldete sich eine Einwohnerin, die wissen wollte, wie viele Personen in der Modulanlage untergebracht werden können. „Das können maximal 30 Personen sein“, sagte Hornung, der mit „Alleinreisenden“ rechnet. Eine verbindliche Aussage könne er aber nicht machen.

Auf Nachfrage eines Bürgers, wie lange die Modulanlage stehenbleibe, entgegnete Hornung, dass die Anlage für drei Jahre gemietet werde. Ziel sei es aber, sie schnellstmöglich wieder abzubauen. Eine weiterer Zuhörer fragte nach, wo die Asylsuchenden Lebensmittel einkaufen können, nachdem der örtliche Markt nun geschlossen worden ist.

Ein weiterer Bürger sah den alten Schlossteil als geeignet für die Unterbringung an. Hornung erläutert dazu, dass alleine für die Sicherungsarbeiten ein sechsstelliger Betrag notwendig wäre. Aus diesem Grund komme das Gebäude nicht in Frage.

Angezweifelt wurde auch, ob 30 Personen die Obergrenze für Merchingen seien. Dazu erläuterte der stellvertretende Bürgermeister, dass im anzumietenden Modul nicht mehr als 30 Menschen untergebracht werden können.

Wohnraumsuche geht weiter

Parallel dazu werde weiter nach Wohnraum gesucht für eventuelle Familiennachzüge, beziehungsweise für einen angestrebten Abbau der Anlage. Wann eine Zuweisung der Flüchtlinge erfolge, stehe noch nicht fest. Das Landratsamt fordere aber eine zeitnahe Entscheidung.

Gemeinderat Ullrich gab Erläuterungen zur Verkehrssicherheit und über eine stattgefundene Verkehrsschau. Sowohl die Polizei als auch die Straßenverkehrsbehörde sehen keinen Handlungsbedarf bezüglich eines Gehweges von der Anlage ins Dorf. Eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf der Landesstraße 515 auf 70 Stundenkilometer könne kurzfristig beantragt werden.

Informationen zum Helferkreis

Zum Schluss gab es noch Informationen zum Helferkreis, zu dessen Aufgaben und Vorstellungen. Nach eingehender Diskussion beendet Hornung die Fragestunde und kehrte zur Tagesordnung zurück. Der Gemeinderat fasste daraufhin den Beschluss zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Ravenstein mit folgendem Inhalt: Die Neubelegung der Wohnung im „Falkenbergerhaus“ im Stadtteil Ballenberg kann mit acht Personen erfolgen. Die bisher dort untergebrachte Familie wird der Stadt Ravenstein weiter mit sechs Personen auf die Zuteilungsquote angerechnet. Im Stadtteil Oberwittstadt mietet die Stadt ein Wohngebäude an. Hier können bis zu 16 Personen untergebracht werden.

Beschlossen wurde auch die Anmietung des Wohnmoduls II (Familienmodul) für den Stadtteil Merchingen mit einer maximalen Belegungskapazität für 30 Personen.

Die Standortbestimmung erfolgt entsprechend des Vorschlags des Ortschaftsrates Merchingen neben dem Tennisplatz.

In den Stadtteilen Erlenbach, Hüngheim und Unterwittstadt sollen weitere Objekte angemietet werden.

Lob für Hornungs Engagement

Abschließend machte Gemeinderat Walz deutlich, welchen Einsatz Bürgermeisterstellvertreter Thomas Hornung in den letzten Wochen für das Thema Flüchtlingsunterbringung gezeigt habe und bedankte sich bei ihm für sein Engagement und die offene Kommunikation mit den Bürgern.

Jetzt könne der Gemeinderat in eine wohlverdiente, kurze Sommerpause gehen, denn er habe ein hochemotionales Thema, das in der Bevölkerung in den letzten Wochen für viel Unmut sorgte, erfolgreich zu Ende gebracht.