Ravenstein

Kreisjägervereinigung Buchen zog Bilanz Thema Wolf kritisch beleuchtet / Langjährige Mitglieder geehrt / Dr. Henrich Heitmann als Kreisjägermeister bestätigt

„Schwarzwildbejagung ist harte Arbeit“

Einen durchweg positiven Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr erlebten die Jäger der Kreisjägervereinigung Buchen am Freitag bei ihrer Mitgliederversammlung im Merchinger Schloss.

Merchingen. Berichte, Grußworte, Ehrungen und die musikalische Umrahmung mit den Jagdhornbläsern der Kreisjägervereinigung Buchen sorgten für ein harmonisches wie abwechslungsreiches Programm. Nach der musikalischen Begrüßung durch die Jagdhornbläser unter der Leitung von Renate Heitmann freute sich auch deren Mann und Kreisjägermeister Dr. Henrich Heitmann über den guten Besuch und hieß neben den Mitgliedern zahlreiche Ehrengäste willkommen.

Nach dem Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder überbrachte der Erste Landesbeamte des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Björn-Kristian Kleih, die Grüße und guten Wünsche in Vertretung des Landrates, dem die Jagd und die Jäger am Herzen liegen. Im Zusammenhang mit der Sorge um die Afrikanische Schweine Pest (ASP) leisteten die Jäger durch eine intensive Schwarzwildbejagung als Prävention hervorragende Arbeit. So wurden im vorangegangenen Jagdjahr im Neckar-Odenwald-Kreis die größte Schwarzwildstrecke im Land Baden-Württemberg erlegt.

„Die Jäger sollen keine ,Schädlingsbekämpfer’ sein, die Situation fordert aber alle Anstrengungen, um das Auftreten der Seuche zu verhindern“, so der Kreisjägermeister. Auch das Thema Wolf nimmt man durchaus ernst und die Jäger sollen wissen, dass man beim Landratsamt weiß, was man an ihnen hat.

Das Problem mit dem Schwarzwild und den damit zusammenhängenden Problemen der ASP und Wildschäden beleuchtete ebenfalls der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Albert Gramling. Im Zusammenhang mit der Weidetierhaltung kam er auch auf den Wolf zu sprechen. „Insgesamt funktioniert aber die Zusammenarbeit von Jäger und Landwirt durchweg zufriedenstellend“, meinte er und bescheinigte den Jägern eine gute Arbeit. Kreisjägermeister Heinz Gottmann von der Kreisjägervereinigung Mosbach sprach die vielen Gemein-samkeiten an, zumal man beim Schießstand und der Jägerausbildung hervorragend zusammenarbeite. Seit Jahren pflege man den harmonischen und guten Schulterschluss mit der Kreisjägervereinigung Buchen. Er appellierte an die Jäger, das jagdliche Brauchtum, die Jägersprache und die Waidgerechtigkeit in Ehren zu halten.

Auch der Minister des Landes Baden-Württemberg für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, MdL Peter Hauk, ließ es sich nicht nehmen, bei „seinen Jägern“, auch als Mitglied der KJV Buchen, vorbeizuschauen. Er sprach ihnen seinen Dank aus, denn nur durch die intensive Schwarzwildbejagung habe die Prävention vor der ASP bis jetzt gegriffen. „Schwarzwildbejagung ist harte Arbeit“, so der Minister. Auch er betonte, dass die Jäger keine Schädlingsbekämpfer sein sollen. „Denn wenn die Seuche erst einmal da ist, müssen wir alle Register ziehen, die uns nicht gefallen, egal ob als Jäger oder Naturschützer“, so Hauk in seinen Ausführungen.

Breiten Raum nahmen seine Ausführungen zum aktuellen Wildtierbericht 2018 und dessen Bedeutung für die Jagd und das Wildtiermanagement ein. Dabei galt es hinsichtlich der Bejagung, einen Kompromiss mit seinem Ministerkollegen Franz Untersteller zu finden. Als Problemtiere sprach er in diesem Zusammenhang vom Kormoran, dem Biber und dem Wolf. Nicht unerwähnt blieben in seinen Ausführungen auch die Konflikte mit militanten Tierschützern und selbst ernannten Naturschützern, die Zusammenhänge in der Natur nicht begreifen oder begreifen wollen. Die Jäger und Landwirte munterte er im Hinblick auf die Artenvielfalt auf, durch aktive Arbeit bessere Bedingungen für das Niederwild zu schaffen. Abschließend dankte er den Jägern ausdrücklich für deren Hege, Pflege und Naturschutzarbeit.

Kreisjägermeister Dr. Henrich Heitmann stellte den allgemeinen Teil seiner Ansprache unter das Motto: Jagd und Umwelt. Dies habe auch für die Jäger eine große Bedeutung, gerade im Hinblick auf die Artenvielfalt. Das Thema Wolf und die meist von Emotionen geprägte Diskussion beleuchtete er kritisch. „So lässt man über ausgewiesene Rotwildgebiete das Rotwild nur auf einer bestimmten Fläche zu, wieso nicht auch beim Wolf?“, fragte er.

Hinsichtlich der Thematik Umweltschutz wünsche er sich jährliche Müllsammelaktionen, Wildäcker mit Dauerbegrünung, die Anlage von Feuchtbiotopen, Hecken und Sträucher besser zu schützen oder auch Streuobstwiesen anzulegen. Weitere erinnerte er an eine waidgerechte Bejagung und Aufklärung und Werbung für Wildbret, zumal eine „Feld- und Waldhaltung jeder Stallhaltung überlegen ist“.

Vereinsintern funktionierte die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und den Behörden sehr gut. Die Jagdschule unter Leitung von Roland Braun wird hinsichtlich einer guten Jägerausbildung und weiterer Mitglieder dringend gebraucht. „Der Schießstand ist, trotz weiter erforderlichen Baumaßnahmen, gut in Schuss und sollte von den Jägern genutzt werden“, sagte er. Dank und Anerkennung galt in seinem Bericht Doris Lietz für ihre Arbeit beim Lernort Natur, den drei Bläsergruppen, welche die Jagd in der Öffentlichkeit hervorragen präsentieren. Pressemann Engelbert Kötter vorsorgt den „Jäger“ mit den erforderlichen Informationen und Alexander Giegerich hält die Internetseite aktuell. Hundeobfrau Melanie Häfner führt die Hundeausbildung der KJV erfolgreich fort und auch die „Jungen Jäger“ kamen durch ihren neuen Obmann Markus Wieder von der KJV Mosbach wieder in die Gänge.

Schatzmeister Lothar Weber präsentierte ein detailliertes Zahlenwerk. Die Finanzen sind im „grünen Bereich“ und man ist für die Zukunft gerüstet. Kassenprüfer Norbert Dieterle, er hatte die Kasse mit Klaus Henn geprüft, bescheinigte eine korrekte Kassenführung. Er schlug die Entlastung vor, die einstimmig erteilt wurde.

Von den Hegeringen mit einer ganzen Bandbreite von Aktivitäten berichtete stellvertretend Stefan Blaha. In vielen Bereichen seien die Jäger durch Aktivitäten der insgesamt sechs Hegeringe in der Öffentlichkeit präsent. Wichtig für ihn sei die Integration der Jungjäger. Sie sollten erkennen, welchen Mehrwert sie durch ihre Mitgliedschaft bei der Kreisjägervereinigung haben.

Im Zusammenhang mit der Gehörnbewertung bedankte sich Dr. Heitmann bei der Bewertungskommission, bestehend aus Martin Obrecht, Franz Martin und Hubert Lang. Eine Bronzemedaille für ihren Rehbock erhielten die Erleger Marius Lang, Karl-Heinz Mertl, L. Färthmann, Hartmut Lang und Sven Haberkorn. Stolze Erleger eines mit einer Silbermedaille bewerteten Rehbockgehörn sind Ray Schöpke, Sebastian Freisleben und Peter Kobar.

Mit einem abschließenden Dank an Hegeringleiter Egon Bermayer für die Ausrichtung der Mitgliederversammlung und dem Wunsch auf ein gutes Jagdjahr schloss die harmonische Mitgliederversammlung. we