Regionalsport

Landesliga Odenwald MFV mit Peter Hogen

Es wird bewegt

Archivartikel

Diese Meldung war ein Paukenschlag in der Landesliga-Szene: Peter Hogen übernimmt den MFV! Jetzt, so denken viele, werden die „Schwarz-Weißen“ aus der Kreisstadt so richtig durchstarten. Das seit Jahren konstante Spitzenteam bekommt einen renommierten ehemaligen Regionalliga-Trainer.

„Gemach, gemach“, sagt Peter Hogen und macht sogleich auf einen Umstand aufmerksam, der, oberflächlich betrachtet, erst gar nicht ins Auge fällt: Der Coach, seit vielen Jahren ausschließlich „höherklassig“ unterwegs, muss sich für die Landesliga erst einmal umgewöhnen. Vieles von dem, was er in seinen Ober- und Regionalliga-Trainingseinheiten bei Spielern fußballerisch voraussetzen durfte, ist nun nicht mehr selbstverständlich. „Es ist für mich, aber auch für die Mannschaft eine Umstellung“, sagt er.

Diese Verpflichtung von Peter Hogen hat natürlich Charme: Beim MFV begann in den neunziger Jahren einst seine Trainer-Laufbahn als Coach der B-Jugend. Dazu feiert der Traditionsverein im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. „Die wollen etwas bewegen“, berichtet der 57-Jährige aus den Gesprächen mit den MFV-Verantwortlichen.

Hogen für Ballbesitzspiel

Also wird zuerst einmal die Mannschaft bewegt: „Ich muss die Spieler physisch auf ein anderes Level bringen“, sagt der Coach. Der Trainer ist ein Freund des Ballbesitzspiels, und das verlangt die totale körperliche Fitness, damit man sich als Spieler auch noch in der Spätphase der Begegnung willig freilaufen kann. „Zuviel war hier auf Talent und Einzelaktionen aufgebaut“, hat Hogen erkannt. Das will er schleunigst ändern.

Beim Kondition bolzen ist die Trainingsbeteiligung von etwa 30 Mann (erste und zweite Mannschaft üben zusammen) nicht das Problem. Schwieriger wird es bei den Spielformen: „Da teile ich in drei Zehnergruppen auf.“

Taktisch wird umgestellt: Dreier- statt Viererkette. „Mit verschiedenen Varianten“, so Peter Hogen, der in Sachen Neuverpflichtungen „nicht so Einfluss genommen“ hat. Torben Frey von der Spvgg. Neckarelz ragt heraus. Er könne, so der Coach, Innenverteidiger und Stürmer spielen.

Die Liga kann der A-Lizenz-Inhaber nur schwer einschätzen und wagt deshalb auch keine großen Prognosen. Als Ex-Coach des VfR Gommersdorf weiß er freilich, dass die Jagsttäler stark sein werden. Ob der MFV auch am Saisonende für einen Paukenschlag sorgen und zum 100. Geburtstag Erster sein wird?