Reise

China, April 2010

Archivartikel

Chinas Weltwunder
Leserreise vom 9.4. bis 28.4.2010

Heidi Wasser

Bei einer China-Rundreise stößt man auf viele Kontraste. Bizarre Berglandschaften, herrlich grüne Flussgegenden wechseln sich mit glitzernden Wirtschaftsmetropolen wie Hongkong, Peking und Shanghai ab.

Es ist 8 Uhr morgens, als die Teilnehmer der Leserreise nach 9 Stunden Flug das Flugzeug in Peking verlassen.

Mit den Worten "ni hau" (Guten Morgen), werden wir freundlich empfangen. Die Stadt liegt im Dunst.

Der Verkehr auf Pekings Straßen ist in vollem Gange. Es rollt Auto an Auto, über achtspurige Straßen. Das Überqueren der Straße ist jedes mal ein kleines Abenteuer für sich, da sich so gut wie niemand an die Verkehrsregeln hält.

Während Shanghai als wirtschaftliches Zentrum Chinas gilt, ist Peking die kulturelle und politische Hauptstadt.

Der Kaiserpalast oder auch "Die Verbotene Stadt" ist das Wahrzeichen von Peking und Sinnbild der Kaiserzeit. Die gigantische Anlage erstreckt sich auf eine Fläche von 720.000 qm. Beim Hindurchgehen merkt man deutlich die Macht, die Kaiser hatten.

Ein städtebaulicher Kontrast zur Kaiserzeit ist der Tiananmen-Platz, "Platz des Himmlischen Friedens", Ort für Jubelaufmärsche (mit einer Fläche von 39,6 ha gilt er als größter innerstädtischer Platz der Welt).

Aber auch viele Tempel und Türme machen Peking zu einem Paradies der Kultur.

Wer Peking besucht muss natürlich auch die kulinarische Spezialität Pekings versuchen: Die berühmte "Peking-Ente".

Eines der imposantesten Bauwerke Chinas ist sicherlich die Große Mauer. Wie ein Lindwurm windet sich die zwischen 3 und 8 m hohe Mauer über eine Länge von 6.300 km. Die Mauer soll vom Weltraum aus zu sehen sein. Eine chinesische Volksweisheit sagt: "Wer nicht auf die große Mauer gestiegen ist, ist kein wahrer Held".

Die quirlige Stadt Xian ist Ausgangsort der Seidenstraße und Zentrum für Politik, Kultur und Handel Nordwestchinas. Xian ist vor allem wegen der Terrakotta-Armee berühmt, die sich in der Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers befindet. Die Vielzahl an lebensgroßen Figuren symbolisiert die Totenwache zum Schutz der Grabanlage.

Die "Große Wildganspagode" das Wahrzeichen der Stadt, gehört zum größten Tempel von Xian. Sie beeindruckt mit sieben Geschossen und 64 m Höhe.

Die Stadtmauer aus der Ming-Zeit wurde rekonstruiert. Sie ist 13 km lang und 12 m hoch. Nachts ist sie herrlich beleuchtet. Vor dem Eingang des Südtors tanzen die Chinesen abends mit Musikbegleitung.

 

Teil 2

Die Fahrt von Chengdu nach Leshan führt durch eine fruchtbare Ebene. Hier wird sehr viel Raps, Reis sowie alle Sorten von Gemüse angebaut.

Der "Große Buddha" von Leshan ist die weltweit größte sitzende Buddha-Statue aus Stein. Er schaut auf den Berg Emei Shan, der höchste Berg der vier heiligen Berge des Buddhismus.

90 Jahre dauerte es, die 71 m hohe Skulptur aus dem Felsen zu schlagen. Alleine die Ohren haben eine Länge von 7 Metern.

Nahe Chengdu ist die größte Panda-Aufzuchtstation der Welt, ca. 30 bis 40 Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Tierart leben auf ca. 600 Hektar Land.

Ausgangspunkt zur "Yangtze-Kreuzfahrt ist die mit 32 Mio. Einwohnern zählende, größte Stadt der Welt, Chongqing.

Die Kreuzfahrtschiffe fahren flussabwärts von Chongqing bis Yichang.

Der Yangtze-Fluss, welcher der drittgrößte Fluss der Welt ist, ist für seine wunderschönen "Drei Schluchten bekannt.

Die Qutang-Schlucht, mit 8 km Länge die kürzeste, aber faszinierendste, die Wu-Schlucht, 44 km lang, sowie die Xiling-Schlucht, 75 km lang. Der Fluss ist aufgestaut und hat eine Tiefe von 152 bis 175 m.

Der Drei-Schluchten-Staudamm Nahe der Stadt Sandouping ist der größte Staudamm der Welt, er besitzt als einziger eine 5-stufige Mega-Schleuse.

Das Projekt ist sehr umstritten. Die Arbeiten begannen im Jahr 1993. Seit 2008 wird das Reservoir mit Wasser gefüllt und Elektrizität produziert. Der Damm ist 185 Meter hoch, das Reservoir hat eine Länge von rund 600 Kilometern. Das Wasserkraftwerk ist mit einer Generator-Leistung von 18.200 Megawatt das größte der Welt.

Für den Bau des Dammes am Yangtze-Strom mit dem das größte Wasserkraftwerk der Welt entstand, wurden in den vergangenen Jahren bereits rund 1,4 Mio. Menschen umgesiedelt. Weitere 300.000 Chinesen sollen dieses Gebiet in den nächsten Jahren noch verlassen. Mit der Umsiedlung aus den Gebieten rund um das Reservoir soll die Wasserqualität des Yangtze verbessert werden. Außerdem müssten die Menschen vor möglichen Erdrutschen in Sicherheit gebracht werden.

 

Teil 3

Die kleine Stadt Fengdu liegt am nördlichen Yangzi-Ufer. Sie wird auch "Geisterstadt" genannt, da sie für viele Chinesen als Sitz des Königs der Unterwelt gilt. Die Stadt ist für die Chinesen ein beliebtes Pilgerziel, man kann in den Tempeln des Mingshan für Geld einen "Himmelspass" erwerben, mit dem man sich den Weg aus der Hölle erkaufen kann.

Shanghai ist ein Kontrastprogramm. Faszinierend ist die 30 km lange Fahrt vom Flughafen Pudong an den Stadtrand von Shanghai mit dem Transrapid, der eine Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h erreicht.

Shanghai ist eine Mega-City die ihr Gesicht in den letzten 20 Jahren vollkommen verändert hat. Hunderte Wolkenkratzer, autobahnähnliche Straßen, Busse, die stets zum Bersten gefüllt sind. Atemberaubend ist die Aussicht von der 88. Etage des Jinmao Towers auf die Skyline von Shanghai. In 45 Sekunden bringt uns der Fahrstuhl zur Aussichtsplattform. Ein Schaufensterbummel im Stadtzentrum gleicht einem Slalomlauf durch Menschenmassen. Der Faszination Shanghais tut das aber keinen Abbruch..

In den letzten Jahren haben sich hier Firmen aus aller Welt angesiedelt.

"Aufbruch und Harmonie" lautet das Motto der Expo 2010 in Shanghai. Am 1. Mai 2010 ist Eröffnung. Das gigantische Messegelände breitet sich auf einer Fläche von 3,3 Quadratkilometern beiderseits des Stadtflusses aus. Die Pavillons von 242 Nationen erwarten in den kommenden 6 Monaten 70 Millionen Besucher.

Bei einem Bummel durch die Altstadt Shanghais, vorbei an zahllosen Imbissbuden, vielen Restaurants, Läden und bunten Märkten erreicht man den Jade-Buddha-Tempel. Der Tempel besteht aus drei hintereinander liegenden Hallen. In der dritten Halle befindet sich im Obergeschoss der fast 2 m hohe, sitzende Buddha, der aus einem einzigen Stück weißer Jade besteht.

Ca. 2 Bus-Stunden entfernt liegt die reizende Stadt Hangzhou. Vor allem dem legendenumwobenen Westsee verdankt Hangzhou seine Berühmtheit. Auf den Hügeln südwestlich des Sees wird der "Drachenbrunnentee" (Longjingcha) angebaut, einer der besten Grünen Tees Chinas. Außerdem ist hier das Zentrum der Seidenindustrie.

 

Teil 4

Nächste Station ist die Stadt Guilin. Guilin ist der Inbegriff chinesischer Landschaftsschönheit. Kilometerweit leuchtendgrüne Reisfelder sowie aufragende Felsensäulen. Wörtlich übersetzt heißt Guilin "Zimtbaumwald". Eine Schiffsfahrt auf dem berühmten Lijiang Fluss "Li" ist sehr erholsam. Am Ufer des Li kann man grasende Wasserbüffel sehen. Ebenso begegnet man den Fischern auf ihren schmalen Bambusflößen, die ihre Kormorane abends zur Jagd schicken. Die zum Fischen eingesetzten Vögel haben einen abgebundenen Schlund und sind so gezwungen ihre Beute abzuliefern.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Schilfrohrflötenhöhle und der Elefantenrüssel-Berg. Die 200 m tiefe Tropfsteinhöhle beherbergt ein Meer von Stalagmiten und Stalaktiten.

Der Elefantenrüssel-Berg "Xiangbishan" erhebt sich am Westufer des Li und sieht aus als tauche ein Elefant seinen Rüssel in den Li-Fluss.

Letzte Station der Leserreise ist die westliche Metropole Hongkong mit gigantischen Hochhäusern, riesigen Shoppingcentern aber auch traumhaften Buchten, Tempeln und Kolonialbauten.

In Hongkong vermischen sich westliches Lebensgefühl und chinesische Tradition. Hier ist erlaubt, was in China noch verboten ist.

Eine Fahrt auf den Victoria Peak ist unumgänglich. Von dort hat man eine atemberaubende Aussicht auf den Victoria Hafen, Kowloon und die umliegenden Strände.

Nun heißt es Abschied nehmen von einer beeindruckenden Rundreise und einem boomenden Land.