Reise

Indien 2008

Archivartikel

Indien - Die Farben Rajasthans
Leserreise vom 28.10. - 07.11.2008

Heidi Wasser

Nach dem Bustransfer von Schwetzingen und Mannheim, sowie einem zweiten Bus der Leser der Fränkischen Nachrichten aus Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim und Wertheim, versammeln wir uns im Flughafen Frankfurt, um gemeinsam unseren Flug nach Indien anzutreten.

Nach einem Zwischenstopp in München erreichen wir Delhi am frühen Morgen bei strahlendem Sonnenschein und einer Temperatur von 30 Grad. Am Flughafen wartet bereits unser örtlicher Reiseleiter "Dipu".

Delhi - Agra
Wir beginnen mit unserer Rundreise in Delhi. Die Weltstadt mit über 14. Mio. Einwohnern zeigt viele Gesichter. In der Altstadt drängen sich tagtäglich Menschen und Gefährte duch enge Gassen, vorbei an Basaren und niedrigen Häusern. Unser erstes Ziel ist die größte und wohl auch schönste Moschee Indiens: die "Jama-Masjid-Moschee". Sie wurde aus schwarzem und weißem Marmor sowie rotem Sandstein erbaut und besitzt einen Innenhof für rund 25.000 Gläubige. Außerdem hat man von den beiden 40 m hohen Minaretten einen wunderschönen Blick auf Old Delhi.

Weiter geht unsere Fahrt zur Gedenkstätte von Mahatma Gandhi.

Ein monumentaler Blickfang ist die Kriegergedenkstätte für Inder "India Gate", die im ersten Weltkrieg in der britischen Armee gekämpft und getötet wurden (ca. 70.000 Opfer).

Nun fahren wir in das 220 km entfernte Agra wo wir unsere erste Nacht im Hotel "Clarks Shiraz" verbringen.

Rajasthan ist eines der ursprünglichsten und farbenprächtigsten Gebiete ganz Indiens. Wörtlich heißt Rajasthan "Land der Könige".

Märchenhafte Burgen und Paläste zeugen vom luxuriösen Lebensstil der Maharajas und deren jahrhundertelanger Herrschaft. Daneben besticht die einzigartige und abwechslungsreiche Landschaft und das Gewimmel der Menschen..

Agra - Fatehpur Sikri - Jaipur
Am nächsten Morgen beginnen wir in Agra mit der Besichtigung des fast 450 Jahre alten "Red Fort" (Rote Fort) von Mogulkaiser Akbar. Die Palaststadt diente drei Kaisergenerationen als Regierungssitz bis in Delhi gleichfalls ein "Rotes Fort" gebaut und die Hauptstadt wieder dorthin verlegt wurde. Vom Südeingang sehen wir den "Palast Akbars", nördlich die "Goldenen Pavillons", in ihrer Mitte steht das "Khas Mahal", Vorbild für den "Diwan-i-Khas" in Delhis Fort.

Weiter führt uns die Fahrt zum grandiosen Grabmal der Kaiserin Mumtaz-i-Mahal, dem "Taj Mahal". Auch wenn man schon viele Abbildungen gesehen hat: Märchenhaft wie aus einem Traum erscheint das "Taj Mahal", wenn man sich Indiens berühmtestem Bau nähert. Shah Jahan ließ das Grabmal für seine Frau Mumtaz-i-Mahal 1632 in 22 Jahren Bauzeit errichten. Sie hatte ihren Mann auf einem Feldzug begleitet und starb bei der Geburt ihres 14. Kindes.

Unser nächstes Ziel ist "Fatehpur Sikri", Kaiser Akbars Siegesstadt.

Im 16. Jh. setzte der Großmogul Akbar seine Residenzstadt "Fatehpur Sikri" buchstäblich in den Sand. Nur 15 Jahre nach Fertigstellung wurde sie aufgegeben, ist aber beinahe vollständig erhalten geblieben. Beeindruckend sind die Sandsteinfiligrane sowie das Siegestor "Buland Darwaza", die "Große Moschee", wie auch mehrere Paläste und Pavillons.

Weiter führt uns die Fahrt bis zum Abend nach Jaipur, (ca. 200 km), wo wir unser zweites Hotel, "Clarks Amer" beziehen.


Teil 2

Jaipur - Fort Amber - Jaipur
Jaipur ist die Hauptstadt Rajasthans mit über 2 Mio. Einwohnern. Pink City (rosafarbene Stadt) wird Jaipur genannt. Die Bezeichnung bezieht sich auf die rosarote Farbe der Gebäude im Altstadtviertel. Als erstes besuchen wir "Hawa Mahal" (Palast der Winde). Der sogenannte Palast der Winde wurde 1799 erbaut, er besitzt fast 900 Fenster. Er ist kein Gebäude sondern eine fünfstöckige mit zahlreichen Fenstern, Nischen und Erkern besetzte Fassade. Das Gebäude diente den Frauen des Hofes, damit sie durch die Fenster das Straßenleben beobachten konnten, ohne dabei selbst gesehen zu werden.

Richtung Westen kommt man zum "Jantar Mantar" (Freilichtobservatorium) des Jai Singh (18. Jh.). Was aussieht wie abstrakte Skulpturen, sind exakte Messinstrumente zur Beobachtung der Gestirne und Zeitmessung.

Nächster Höhepunkt ist der "City Palace", ein echter Maharajapalast. Die herrschaftliche Familie wohnt noch heute im 7-stöckigen Hauptgebäude. Auf dem riesigen Palastgelände können wir Audienzsäle, Tore mit Pfauendekor und schöne Miniaturmalereien bewundern. Das City-Palast-Museum beherbergt Zeugnisse der prunkvollen Zeit der Maharajas, u.a. zwei mannshohe Silbergefäße, die den Lebensstil der Raiputen dokumentieren.

Nach einem indischen Mittagsmal besuchen wir eine Textildruckerei sowie eine Teppichknüpferei in der wunderschöne Seiden- und Wollteppiche hergestellt werden.

Das Highlight für diesen Tag ist eine abenteuerliche Rikscha-Fahrt durch die im Übermaß lebhafte Altstadt Jaipurs.

Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel machen wir einen Abstecher zum Berla-Tempel. Dieser Hindu-Tempel wurde 1986 nach 10-jähriger Bauzeit fertiggestellt. Das Geld spendete einer der reichsten Männer Indiens, ein Geschäftsmann des Berla-Clans.

Jaipur - Fort Amber - Jaipur
Am nächsten Morgen müssen wir sehr früh aufstehen. Bei Sonnenaufgang besuchen wir auf dem Rücken prächtig bemalter Elefanten das auf einem Hügel gelegene "Fort Amber", ursprünglicher Herrschersitz der Maharajas. "Amber Palace" ist ein fabelhafter Palastkomplex . Hauptattraktionen sind: "Ganesh-Pol" (Tor), "Sudh Niwas" (Audienzhalle) mit raffinierter Luftstromkühlung und der Spiegelpalast (Shish-Mahal). Den Hügel hinunter legen wir mit mehreren Jeeps zurück.

Abschluss in Jaipur ist der Besuch bei "Bhuramal Rajmal Surana", Spitzenadresse für Diamant- und Edelsteine. Der Showroom ist sehenswert.

Mit dem Bus geht es weiter in das ca. 200 km entfernte Pushkar.


Teil 3

Pushkar
Pushkar ist für viele Hindus eine wichtige Pilgerstätte, denn es gibt nur wenige Tempel in Indien, die Gott Brahma geweiht sind. Im Monat November strömen gläubige Hindus nach Pushkar, um beim Vollmondfest am Pushkar-See, Gott Brahma im Tempel zu huldigen. Den Feierlichkeiten ist ein Jahrmarkt und der größte Viehmarkt Rajasthans angeschlossen. Es werden Kamele und Pferde feilgeboten.

Nachdem wir unser Hotel in Pushkar, "Jagat Palace", ein Heritage-Hotel, bezogen haben, begeben wir uns gruppenweise in Kamelkarren und fahren an den Rand der Stadt wo unzählige Händler mit ihren Kamelen und Pferden zum Viehmarkt bereits eingetroffen sind. Wir erleben dies bei einem herrlichen Sonnenuntergang. Ein grandioses Erlebnis in der Wüste.

Pushkar - Jodhpur
Am frühen Morgen besuchen wir die heiligste Stätte des Hinduismus in Rajasthan, den "Brahma-Tempel", dazu ein See, der seit Urzeiten als heilig gilt, an seinen Ufern Treppen für die Betenden, rundum eine weiße Stadt und das alles von Wüstenboden umgeben.

Ein Hindu-Priester erklärt uns die Zeremonie, wie die gläubigen Hindus im heiligen See ein sündenreinigendes Bad nehmen.

Anschließend fahren wir über 230 km nach Jodhpur um unser nächstes Hotel "Shree Ram International" zu beziehen.

Jodhpur - Bishnoi Village
Wir beginnen den Tag mit dem Besuch von "Bishnoi Village", einem kleinen Dorf nahe Jodhpur. Wir schauen den Töpfern und Teppichwebern bei Ihrer Arbeit zu.

Weiter geht es nach Jodhpur, auch Blue City wegen der blau bemalten Häuser genannt. Die zweitgrößte Stadt Rajasthans fasziniert mit ihren lebhaften Basaren und den mittelalterlichen Toren. Mit Pferdekutschen verlassen wir die malerische Altstadt um in unserem Hotel eine kurze Mittagspause einzulegen.

Anschließend besuchen wir "Jaswant Thada" den 1899 zum Gedenken an den Maharaja Jaswant Singh aus weißem Marmor erbauten Kanotaphen.

Unser nächstes Ziel ist das "Fort Meherangarh". Die Marwar-Herrscher hatten den Status von Maharajas und bauten das Fort zu einer der stärksten Festungen aus. Im Innern überraschen feinste Steinschnitzarbeiten, der marmorne Königstron mit den goldenen Elefanten, die prächtige Kunstsammlung und das Samtzelt.

Abends gehen wir zum Dinner in ein typisch indisches Lokal. Wir übernachten eine zweites Mal in Jodhpur.


Teil 4

Kuchaman
Früh morgens brechen wir auf um in das 270 km entfernte Kuchaman zu gelangen. Kuchaman hat lange Zeit den Salzhandel kontrolliert und liegt am Rande der Wüste Thar.

Wir beziehen unser Heritage-Hotel "The Kuchaman Fort", das wie ein Adlerhorst auf einem Felsvorspung erbaut wurde. Das Fort ist nur mit dem Jeep wegen der engen, steilen, holprigen Gassen zu erreichen.

Wunderschöne Terrassen, Balkone und Alkoven, Aussichtspunkte und historische Räume, Galerien und ein Kunsthandwerksmarkt machen den Aufenthalt in der Festung zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Mandawa
Heute fahren wir in die 130 km entfernte Stadt Mandawa. Die Fahrt führt uns vorbei an kleinen, typischen Dörfern. Mandawa liegt am Rande der Wüste Thar. Einst führte die Seidenstraße zwischen China und Westasien durch diesen Ort und brachte ihm den Wohlstand. Die im 18. und 19. Jh. entstandenen "Havelis" (alte Kaufmannshäuser), sind oft mit wunderschönen Fresken bemalt. Durch das trockene Wüstenklima haben die Gebäude die Jahrhunderte weitgehend unbeschadet überstanden. Wir beschließen den Tag mit einem herrlichen indischen Buffet unter freiem Himmel und übernachten im Hotel "Desert Resort".

Delhi
Wir fahren mit dem Bus 263 km von Mandawa nach Delhi auf teils sehr schlechten Straßen in ca. 7 Stunden.

Wir besichtigen "Qutb Minar", mit über 70 Metern höchstes Minarett von Indien. Das Minarett ist ein Siegeszeichen der Muslime des 12. Jh., wurde aus rotem Sandstein und Marmor erbaut. Die nicht rostende Eisensäule im Hof konnte man früher mit den Armen rückwärts umfassen, um das Glück zu beschwören.

Anschließend machen wir eine Stadtrundfahrt u. a. durch das Botschaftsviertel. Wir beschließen den Abend mit einem sehr schmackhaften Abschiedsessen, begleitet von Musik- und Tanzdarbietungen.

Unsere letzte Nacht in Indien verbringen wir im Hotel "Park Premier" und treten nach dem Frühstück unseren Rückflug von Delhi über München nach Frankfurt sowie dem Transfer zu den Ausgangsorten an.