Reise

Madeira April 2008

Archivartikel

Madeira - Blumeninsel im Atlantik
Leserreise vom 15.4. - 22.4.2008

Heidi Wasser

Nach dem Bustransfer von Schwetzingen und Mannheim, sowie einem zweiten Bus der Leser der Fränkischen Nachrichten aus Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim und Wertheim, versammeln wir uns im Flughafen Flughafen, um gemeinsam unseren Flug nach Madeira anzutreten.

Wir erreichen Funchal am frühen Morgen bei strahlendem Sonnenschein. Am Flughafen erwartet uns bereits die örtliche Reiseleitung, die uns mit dem Bus zu unserem Hotel "Pestana Carlton Madeira" bringt.

Madeira ist berauschend schön, aber wie alle Schönheiten auch etwas launig. Oft liegt nur ein kurzer Moment zwischen der Melancholie tief hängender Regenwolken und den leuchtenden Sonnenstrahlen am Firmament.

Die Atlantikinsel ist ein einziger großer Garten, der das ganze Jahr über blüht. Frühling ist hier keine Jahreszeit, sondern ein Dauerzustand.

Funchal und Monte
In Funchal, der Hauptstadt von Madeira, leben ca. 130.000 Menschen, über die Hälfte der Bevölkerung von Madeira. Weit ist die Stadt, die wie ein Amphitheater die Berghänge hinaufkriecht.

Mit dem Bus fahren wir in den Stadtkern von Funchal, durch Straßen, die gesäumt sind von prächtigen, zart-lila blühenden Jakaranda-Bäumen, zum "Mercado dos Lavradores". Die Markthalle ist ein Schlaraffenland im Herzen Funchals mit exotischer Fruchtfülle, Bauerngemüse und einem außergewöhnlichen Fischangebot. Dazu Korbwaren, Blumen und Blumenzwiebeln.

In unmittelbarer Nähe der Markthalle besuchen wir eine Stickereifabrik Hier können wir die Arbeitsschritte verfolgen sowie schöne Stickereien kaufen.

Weiter geht es zum "Jardin Botanico". Tropische und subtropische Gewächse gedeihen hier auf einem ca. 3,5 ha großen Areal.

Mit dem Bus fahren wir die kurvenreiche Straße zu Funchals Vorort Monte hinauf. Hier besichtigen wir die Wallfahrtskirche "Igreja de Nossa Senhora do Monte".

Vor den Stufen der Kirche warten bereits die ganz in Weiß gekleideten Lenker der Korbschlitten um auf Kufen und mit Kraft strammer Männermuskeln wie vor mehr als hundert Jahren auf der Straße von Monte hinab nach Funchal zu fahren. Einige mutige Reiseteilnehmer wagen diese rasante Abfahrt.

Anschließend fahren wir gemeinsam mit dem Bus zurück in unser Hotel.


Teil 2

Cabo Girao - Encumeada-Pass - Porto Moniz
Von Funchal fahren wir mit dem Bus durch das malerische Fischerdorf Camara de Lobos zum "Cabo Girao" (Das Kap der Umkehr).

In Camara de Lobos sagt man, wird der beste Poncha der Insel getrunken. Poncha ist ein Relikt aus längst vergangener Zeit: Hochprozentiger Zuckerrohrschnaps wird mit Honig und Zitrone gemixt. Wir haben uns mehrmals davon überzeugen können.

Cabo Girao zählt zu den höchsten Klippen der Welt. Mehr als 500 m fällt das Land hier fast senkrecht ins Meer. Von der Aussichtsplattform können wir entdecken, dass auf den kleinen Felsvorsprüngen Wein und Gemüse angebaut wird.

Unsere nächste Station ist Ribeira Brava, ein Küstenort an der Mündung eines breiten, bei Regen "wild" (Brava) fließenden Flusses (Ribeira). Ribeira Brava ist umgeben von Bananenfeldern und besitzt einen breiten Kiesstrand.

Hier verlassen wir die Südküste und fahren durch das alpine, waldreiche Landesinnere über den "Encumeada-Pass", in einer Höhe von 1000 m, nach Sao Vicente an der Nordküste.

Sao Vicente ist einer der schönsten Orte der Insel. Weiß gestrichene Häuser mit Blumenschmuck ziehen sich den Hang hoch.

Richtung Porto Moniz zeigt sich die Insel von ihrer rauhen Seite. Die Küste ist steiler, das Meer gebärdet sich wilder und es bläst ein kräftiger Wind.

Eine schmale Klippenstraße schlängelt sich den Berg entlang. Diese Strecke ist ein echtes Abenteuer, schon wegen der Wasserfälle die vom Berg über die Straße herunter prasseln. Diese Wegstrecke ist für Cabrios höchst ungeeignet.

Porto Moniz besitzt eine der größten Attraktionen der Insel: natürliche Meerschwimmbäder. Über Jahrtausende hat das Meer Höhlen in das Lavagestein gespült. Auf diese Weise entstanden viele "Pools" mit glasklarem Wasser. In einem Restaurant stärken wir uns mit "Espada" (schwarzer Degenfisch), Madeiras Nationalgericht, der köstlich schmeckt.

Zufrieden und bei herrlichem Sonnenschein, treten wir unsere Rückfahrt, entlang des "Paul Serra-Hochplateaus", Richtung Hotel in Funchal an.


Teil 3

Levada Do Norte
Das beste Mittel Madeira wirklich zu erkunden sind die eigenen Füße, zum Beispiel bei einer Levada-Wanderung. Levadas sind Wasserkanäle, die Felder und Gärten bewässern.

Wir beginnen mit der Wanderung im Gebiet von Camacha. Am Saum uralter Bewässerungsrinnen wandern wir durch Eukalyptus- und Akazienhaine, an Terrassenfeldern mit Obstplantagen vorbei sowie an zahlreichen blumengeschmückten Gärten und Häusern der einheimischen Bevölkerung.

Danach fahren wir nach Funchal, um eine Weinkellerei zu besichtigen. Unser Reiseleiter Manuel, führt uns durch die Weinkeller, in denen zahlreiche Holzfässer stehen, u. a. Fässer mit einem Inhalt von 9.000 Litern. Natürlich nehmen wir auch eine Kostprobe des köstlichen Madeira-Weines.

Im Anschluss besuchen wir ein Restaurant, wo wir "Espetada" (Rindfleischspieß), auch ein Nationalgericht, mit "Milho frito", eine mit Kräutern gewürzte, in Würfel geschnittene Maispolenta, essen. Dazu gehört natürlich auch roter und weißer Landwein. Nach diesen typischen Madeirischen Spezialitäten fahren wir in unser Hotel zurück.

Den Rest des Tages haben wir zur freien Verfügung, z.B. um uns in unserem Hotelpool zu erfrischen und ein Sonnenbad zu nehmen.

Camacha - Santana - Porto da Cruz - Sao Lourenco
Unsere erste Station ist Camacha. 700 m über dem Meeresspiegel thront dieser Ort auf einem flachen Bergrücken. Er ist umgeben von Terrassenfeldern. Auf dem Grund des Tales wachsen Korbweiden. Aus den Ruten flechten die Bewohner Camachas Möbel und vieles mehr.

Wir besuchen eine Korbflechterei-Ausstellung. Das Angebot ist breit gefächert, vom Flaschenkorb bis zur Gartenbank steht alles in dem mehrgeschossigen Gebäude, was auch alles käuflich zu erwerben ist.

Weiter führt uns die Fahrt zum dritthöchsten Berg Madeiras "Pico do Ariere", 1.818 m hoch. Die Strecke verläuft über den Poiso-Pass. Vom Pico do Ariero aus präsentieren sich die Berge mit steilen Felszacken, turmartigen Gipfelfelsen und bizarren Kämmen. Der Rundblick auf die Vulkanberglandschaft ist grandios.

Unser nächstes Ziel ist "Ribeiro Frio" (Kalter Bach). Hier besichtigen wir eine Forellenzucht um die ein kleiner botanischer Garten angelegt ist.

Zur Mittagspause sind wir in Santana. Santana ist der bekannteste Ort an der Nordküste - wegen seiner strohgedeckten, historischen Häuser "Casas de Colmo". Drei Häuser wurden wieder original aufgebaut, eines birgt hinter seiner Fassade Originalmobiliar.

An "Porto da Cruz" vorbei führt uns die Fahrt weiter durch Faial über den Portela-Pass, 670 m, bis in das Gebiet "Ponta de Sao Lourenco", Madeiras östlichstem Punkt. Karg und sehr windig gibt sich die Ostspitze Madeiras. Kahle Kuppen prägen das bizarre Landschaftsbild. Fast senkrecht stürzt die Küste hier ins Meer.

Unsere nächste Station ist Machico. Machico ist ein reizendes Städtchen, das vom Fluss in zwei Hälften gespaltet ist. Sehr zu unserer Überraschung können wir auf dem Kirchplatz an den Darbietungen einer Folkloregruppe mit Musik und Tanz teilnehmen.

Grund für das Spektakel ist die Ankunft des portugiesischen Präsidenten Anibal Cavaco Silva. Dies ist ein sehr schöner Ausklang unseres Aufluges an diesem Tag.


Teil 4

Nonnental (Curral das Freias)
Unsere heutige Tour führt uns von Funchal über eine alte, kurvenreiche Landstraße hoch hinauf zum Aussichtspunkt "Eira do Serrado". Dieser in 1.026 m gelegene Pass bietet uns einen atemberaubenden Blick zum "Curral das Freiras". Wir können von hier etwa 750 m senkrecht in die Tiefe schauen. Gigantisch!

Nach einer Pause fahren wir über die Serpentinenstraße hinunter ins Tal, in den Ort "Curral das Freiras", übersetzt "Nonnenstall". Dieser Name kam zustande, da das abgelegene Tal früher den Nonnen des Klosters Santa Clara gehörte. Hierher flühteten die Nonnen im 16. Jh. als Piraten die Insel überfielen.

Auf den Terrassen der steilen Berghänge wird Obst und Gemüse angebaut. Berühmt ist der Ort für seine Esskastanien, aus denen man leckere Spezialitäten zubereitet. Weitere Produkte, die handwerklich hergestellt sind: Eukalyptus- und Fenchelbonbons, der berühmte Ginja (Kirschlikör), Licor de Nozes (Walnusslikör) sowie Licor de Castannas (Kastanienlikör).

Unseren Ausflug beschließen wir im Yachthafen von Funchal mit einer "Parilha", einem leckeren Fischspieß incl. Suppe, Wein, einem exotischen Dessert und einer Bica (Espresso).

Santa Maria de Colombo
Am letzten Tag vor unserer Abreise unternehmen ein Teil der Reiseteilnehmer eine Schiffstour mit dem urigen Nachbau des Columbus-Flaggschiffs "Santa Maria de Colombo". Wir werden ins 15. Jahrhundert zurückversetzt. Ein besonderes Erlebnis. Die Fahrt führt uns entlang der Küste Madeiras. Ca. 3 Stunden verbringen wir auf "Hoher See".

Am 8. Tag unserer Madeira-Reise treten wir den Rückflug von Funchal nach Frankfurt sowie dem Transfer zu den Ausgangsorten an.