Reise

Sizilien April 2008

Archivartikel

Sizilien - Kunst und Kultur
Leserreise vom 30.3. - 6.4.2008

Heidi Wasser

Nach dem Bustransfer von Schwetzingen, Mannheim und Bensheim, sowie einem zweiten Bus der Leser der Fränkischen Nachrichten, kommen wir in Frankfurt Flughafen an, um gemeinsam unseren Flug nach Sizilien anzutreten.

Nach einem Zwischenstopp in Rom erreichen wir am späten Nachmittag Catania. Am Flughafen erwarten uns bereits Bernardo (örtlicher Reiseleiter), sowie Francesco (unser Busfahrer), die uns zu zum Hotel "Naxos Beach" in Giardini Naxos bringen.

Sizilien ist eine Welt für sich, ein kleiner Kontinent im Zentrum des Mittelmeers. Beim ersten Schritt auf sizilianischen Boden stellt man fest: Sizilien ist anders als Italien, bunter und extremer.

Liparische Inseln Lipari und Vulcano
Unsere Fahrt führt uns mit dem Bus von Giardini Naxos über Messina nach Milazzo. Milazzo liegt am Beginn der langen, schmalen Halbinsel und ist Ausgangshafen für Fähren zu den Liparischen Inseln.

Als silbrig graue Kegel, die über dem Wasser schweben, zeigen sich die Inseln von weitem. Auf Lipari beginnen wir mit einer Inselrundfahrt zu den weißen Bimssteinbergen sowie den schwarzen Obsidianströmen des Monte Pelato, einem schwarz glänzenden vulkanischen Glas, aus dem bis in die Bronzezeit besonders scharfe Klingen und Äxte hergestellt wurden.

Weiter geht es per Schiff zur Insel Vulcano. Der Untergrund dieser Insel ist heiß und schweflig, denn der Vulkan ist noch aktiv - er schläft nur. Fahnen heißen Schwefelrauches zeigen an, dass er zwar ruht, aber im Innern ein noch aktiver Vulkan ist, der wieder ausbrechen kann.

Vulcano ist die Insel für Fans warmen Wassers. Mit seinem großen Krater kann man hautnah spüren, welche Feuerkraft noch in der Erde steckt. Ein Tümpel am Meer, mit sich ständig erneuerndem Schwefelschlamm lädt zu einem heilenden Bade ein, welches einige mutige Reiseteilnehmer unserer Gruppe in Anspruch genommen haben. Nebenan im Meer gibt es einige Stellen mit heißen Fumarolen, die das Wasser aufheizen. Dort kann man sich den heilenden Schlamm wieder abwaschen.

Zurück fahren wir mit dem Schiff von der Insel Lipari bis Milazzo und weiter geht es zu unserem Hotel in Giardini Naxos.


Teil 2

Ätna (Etna)
An seinem Fuß wachsen Palmen und Zitronen, sein Gipfel ist eine Wüste aus Eis und Lava. Seit Urzeiten gestaltet der Ätna die Landschaft, seit Anfang 2006 spuckt er wieder Feuer. Unvergesslich bleibt eine Fahrt zum Ätna, dessen grandioses Naturschauspiel gleichermaßen fasziniert und erschreckt. Wenn der Vulkan nicht gewaltige Lavamassen ausspuckt, so puffen aus seinen Kratern immer wieder Rauchwölkchen und lassen ihn ganz friedlich aussehen.

Wir fahren mit dem Bus über Pedara um den Ausgangspunkt für Touren auf den Vulkangipfel "Rifugio Sapienza" auf 1.900 m Höhe zu erreichen. Von hier beginnt die Seilbahn, deren Bergstation auf 2.500 m liegt. Auf den Pisten verkehren Kleinbusse bis "Torre del Filosofo" auf einer Höhe von 2.917 m.

Da an diesem Tag widrige Wetterverhältnisse, dichtes Schneetreiben ab einer Höhe von 1.900 m herrschen, ist es unmöglich unsere Fahrt fortzusetzen.

Wir kehren um und fahren nach Zafferana Etnea um uns in einer großen Imkerei in die Geheimnisse der Bienenprodukte einweihen zu lassen.

Weiter geht die Fahrt Richtung Catania, vorbei an Acireale, das auf einer Lavaterrasse über dem Ionischen Meer, eingebettet in endlosen Zitronengärten liegt.

Um unseren Hunger zu stillen, kehren wir in einem landestypischen Lokal in Giarre, umgeben von alten Gemäuern ein. Gesättigt und zufrieden verlassen wir diesen Ort um wieder in unser Hotel zu fahren.

Syrakus
Wir fahren mit dem Bus in das 120 km entfernte Syrakus.

Syrakus liegt auf einem Kalkplateau das steil zum Meer hin abbricht und mit einer Brücke zur Insel Ortigia verbunden ist.

Zuerst widmen wir uns dem "Parco Archeologico della Napoli". In diesem archäologischen Park sind alle Ausgrabungen aus griechischer und römischer Zeit zu finden.

Am Eingang führt uns ein Weg zum "Römischen Amphitheater" (Anfiteatro Romano), das mit seiner elliptischen Form eine der größten Anlage der Antike war.

Am Altar Hierons wurden große öffentliche Opfer zelebriert. Das "Griechische Theater" (Teatro Greco) dessen Stufen in Stein geschlagen wurden, bot damals 15.000 Zuschauern Platz. Es ist heute noch Ort von klassischen Aufführungen.

Die "Latomia del Paradiso" ist der größte Steinbruch im antiken Stadtgebiet. Besonders malerisch ist das Ohr des Dionysos, eine künstliche Grotte, ein unterirdischer Steinbruch. Sie diente als Gefängnis und Gefangenenlager. Die außergewöhnliche Akustik können wir durch den hervorragenden Gesang einer Reiseteilnehmerin testen.

Weiter geht es in die Altstadt der Insel Ortigia, vorbei am "Apollon-Tempel" (Tempio di Apollo) zum Dom.

Hinter der Barockfassade des Domes verbirgt sich der vollständig erhaltene "Athena-Tempel" aus dem 5. Jh. v. Chr.

Unterhalb der Uferpromenade entspringt in einem mit Papyros bepflanzten Becken die "Arethusa-Quelle", die Quelle der Nymphe Aretusa.

Nach einem hervorragenden sizilianischen Mittagessen fahren wir zur Wallfahrtskirche "Santuario della Madonna delle Lacrime", ein Rundbau von 90 m Durchmesser, dessen 76 m hohes Kegeldach das Stadtbild prägt. In ihr befindet sich das Madonnenbild, das seine Berühmtheit durch die fließenden Tränen erhielt.

Zurück geht die Fahrt über Catania zu unserem Hotel.


Teil 3

Piazza Armerina - Agrigento
Entlang am größten Orangenplantagengebiet Siziliens, umgeben von Eukalyptuswäldern, liegt südöstlich von Enna, "Piazza Amerina".

Hier besichtigen wir die Ausgrabungen der römischen "Villa Romana del Casale". 3.500 Quadratmeter Fußbodenmosaike des UNESCO-Weltkulturerbes gehören zu den größten und schönsten, die uns aus der Antike überliefert sind.

Anschließend fahren wir durch malerische Felder nach Agrigento.

Nach einem üppigen Mittagessen, Pizza in verschiedenen Variationen , fahren wir nach Agrigento zum "Valle die Templi".

Die 2.500 Jahre alte Stadt Akragas, heute Agrigent, ist eine antike Stadt mit dem frisch restaurierten "Concordia-Tempel" aus dem 5. Jh. v. Chr. Seinen hervorragenden Erhaltungszustand verdankt er der Umwandlung in eine christliche Kirche.

Am höchsten Punkt des Akragas sehen wir den "Tempel der Juno" mit seinen noch zur Hälfte stehenden Säulen.

Vom "Concordia-Tempel" hinunter führt uns der Weg zum "Herakles-Tempel", dem ältesten Tempel, von dem noch acht Säulen stehen.

Zu später Stunde fahren wir über Caltanissetta, vorbei an der Stadt Enna, zu unserem Hotel.


Teil 4

Taormina
Taormina ist berühmt wegen seiner herrlichen Panoramalage auf einer Terrasse des Monte Tauro, 200 m über dem Meer mit einem unvergleichlichen Blick zum Ätna.

Vom Busbahnhof betreten wir den Corso Umberto, die Flaniermeile von Taormina. Nach einigen Metern erreichen wir den "Palazzo Corvaja" mit einem Tor sowie Dreifach- und Doppelbogenfenstern im gotisch-katalanischen Stil. Heute ist er Sitz des Fremdenverkehrsamtes.

Das bedeutendste antike Bauwerk Taorminas ist das "Griechisch-Römische Theater" von dem nur noch Reste vorhanden sind. Es ist in den natürlichen Stein gehauen und dient im Sommer klassischen Theater- und Musikdarbietungen als Kulisse. Der Ätna liefert das Bühnenbild.

Ein weiteres, vergleichsweise winziges antikes Theater ist das "Odeon" aus römischer Kaiserzeit.

Einige Straßen weiter erreicht man den Dom, ein Werk aus dem 13. Jh. Auf dem Vorplatz steht der Barockbrunnen mit der "Zentaurin", Taorminas Wahrzeichen.

Ein Teil der Reisegruppe hat den Aufstieg zum reizenden Bergdorf Castelmola, 3 km oberhalb von Taormina, mit Resten einer Burg gewagt.. Von dort hat man eine bezaubernde Aussicht auf die Küste.

Am 8. Tag unserer Sizilien-Reise treten wir nach dem Frühstück unseren Rückflug von Catania über Rom nach Frankfurt sowie dem Transfer zu den Ausgangsorten an.