Reise

Südafrika, Dezember 2010

Archivartikel

Südafrika - die Faszination unbezwungener Wildnis
Leserreise vom 24.11. bis 7.12.2010

Heidi Wasser

Südafrika ist voller Vielfalt. Das Land ist riesig. Zwischen Johannesburg und Kapstadt beträgt die Entfernung ca. 1600 km. Nach einem sehr angenehmen Flug im neuen Airbus A 380 erreichen die Teilnehmer der Leserreise der Fränkischen Nachrichten den Flughafen Johannesburg. Die kalten verregneten Tage in Deutschland sind vergesssen, wir verlassen das Flugzeug bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer Sommertemperatur.

Johannesburg - Pretoria
Ausgangspunkt der Leserreise ist die Finanzmetropole Johannesburg. Die Stadt mit ca. 6 Mio. Einwohnern ist die größte Stadt Südafrikas. Hier dreht sich alles ums Geld und Geschäft.

Pretoria (Tshwane), ist die offizielle Hauptstadt der Republik Südafrika. Hoch auf dem Meintjeskop steht das berühmte Union Building mit dem Regierungssitz.

Das "Krüger Haus", ein einfaches, einstöckiges Haus, war der Wohnsitz des Patriarchen und ersten Präsidenten der "Südafrikanischen Republik", Paul Krüger, zwischen 1883 und 1900.

Das massive Voortrekker Monument erinnert an den großen Treck zwischen 1835 und 1854 zu Ehren der Voortrekker (Pioniere), die das Kap verlassen haben um neues Land zu finden und zu besiedeln.

Seit Wochen ist die Stadt ein Blütenmeer. Die letzten Jacaranda-Bäume blühen immer noch zartlila.

Pretoria - Krüger-Nationalpark
Der Weg zum Krüger-Nationalpark führt durch die interessanteste Provinz des Nordens, "Mpumalanga", das frühere Osttransvaal. Hier haben Siedler schon Gold gefunden, bevor der Rausch auf dem Witwatersrand anfing. "Pilgrim's Rest", heute eine Geisterstadt, war ein Ort des früheren Goldrausches. Die gesamte Stadt steht heute unter Denkmalschutz.

Die Landschaft ist typisch afrikanisch, mit zahlreichen Wäldern und Savanne.

Der "Krüger-Nationalpark" ist der größte und schönste Nationalpark Südafrikas. Ein Besuch im Park ist ein außergewöhnliches Erlebnis.

Hier leben die "Big Five" (Elefant, Löwe, Büffel, Leopard und Nashorn) in großer Zahl

Der Park weist die größte Artenvielfalt Südafrikas auf, mit nicht nur den "Big Five", sondern auch Zebras, Gnus, Giraffen, Flußpferden, Krokodilen sowie über 500 Vogelarten.

Vor Sonnenaufgang machen wir uns in offenen Safari-Geländewagen auf den Weg um die Tiere ausfindig zu machen. Wir haben bei der Safari alle entdeckt, außerdem auch Hyänen mit ihrem Nachwuchs, Kudus, Warzenschweine, Geier die auf die Reste eines Büffels gelauert haben, den ein Löwe geschlagen hat und viele mehr. Ein prickelndes Gefühl ist immer da, denn wir durchqueren die naturbelassene Wildnis mit großem Respekt.

Großes Glück haben wir, daß wir einen Leoparden zu Gesicht bekommen. Seit 6 Monaten hat er sich nicht mehr gezeigt. .

Am Abend erwart uns eine Überraschung: Ein traditionelles Boma Barbeque-Dinner im Camp, serviert unter freiem Himmel.


Teil 2

Blyde River Canyon - Port Elizabeth
Der "Blyde River Canyon" ist der drittgrößte Canyon der Welt mit einer 26 km langen und 800 Meter tiefen Schlucht. Er ist der schönste Teil der nördlichen Drakensberge und eines der großen Naturwunder Südafrikas. Die Flanken des "Blyde River Canyons" fallen fast senkrecht zum "Blyde River" ab, der unten vorbei an imposanten Felsgiganten fließt.

Der schönste Punkt sind die drei "Rondavels". Es sind gewaltige, runde Felsen mit spitzer Abdachung.

Am späten Nachmittag fliegen wir weiter von Johannesburg nach Port Elizabeth

Port Elizabeth
Port Elizabeth, die Stadt am Indischen Ozean, zählt heute mehr als eine Million Einwohner, ist ein großes Wirtschaftszentrum und lebt stark von der Automobilindustrie. Ford und VW haben hier ihre Produktionsstätten. Bei einer Stadtrundfahrt lernen wir die Stadt kennen und entdecken gut erhaltene Gebäude, die ihren viktorianischen Charme bewahrt haben.

Mittelpunkt der Stadt ist das Donkin-Reserve. Der von Palmen umsäumte Platz geht auf den Stadtgründer Rufane Donkin zurück. Eine weitere Attraktion ist das neue WM-Stadion mit Platz für 42.000 Zuschauer in dem unsere Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft gegen Serbien leider 0:1 verloren hat.

Addo-Nationalpark
Nachdem die Elefanten in der Region um Port Elizabeth durch Farmer und Elfenbeinjäger fast ausgerottet waren, entschloss man sich 1931 ein Schutzreservat für die Tiere bereitzustellen. Mittlerweile leben im Addo-Nationalpark mehr als 300 Elefanten.

An den Wasserstellen beobachten wir die Elefantenherden bei ihrer Morgenwäsche

Aber auch andere Tierarten sind zu beobachten, wie z.B Büffel, schwarze Nashörner, Löwen und Antilopen. Riesige Termitenhügel ragen überall aus der Erde. Schildkröten überqueren im Eiltempo die Straße.


Teil 3

Garden Route
Diese Strecke ist ein absolutes Highlight, erstreckt sich von Port Elizabeth am Ostkap, bis nach Hermanus am Westkap.

Im Tsitsikamma-Park befinden sich Bäume die schier endlos in den Himmel wachsen, bis 40 m hoch. Es ist einer der letzten Orte Südafrikas der noch mit Urwald bewachsen ist.

Beeindruckend ist die Storms-River Mouth Bridge, eine Hängebrücke die den Fluss überspannt. Die Brücke ist zwar an dicken Stahlseilen befestigt, schwankt aber beim Überqueren ganz beträchtlich.

Die Brücke hat eine Länge von 77 Metern und eine Tiefe von 7 Metern. Darunter vermischt sich das Meer mit dem dunklen Wasser des Storms-River.

Zentrum der Gartenroute ist der charmante und farbenfrohe Badeort Knysna. Bei einer Bootsfahrt um die Lagune herum entdecken wir die Knysna-Heads, die gewaltigen Sandsteinklippen, die die enge Öffnung der Lagune zu beiden Seiten begrenzen.

Wir fahren weiter entlang an Lagunen und Wäldern bis George, der Hauptstadt der Gartenroute. Über den Outeniqua-Pass, der total in den Wolken versinkt, erreichen wir die Cango Wildlife Ranch. Dort sehen wir u.a. Krokodile die träge im Wasser liegen, weiße Tiger, Löwen und Geparde.

Weiter geht die Fahrt Richtung Oudtshoorn. Nördlich von Oudtshoorn besichtigen wir eine der faszinierendsten Tropfsteinhöhlen der Welt, die berühmten Cango Caves. Die Höhlen enthalten umfangreiche Tropfsteinformationen von beeindruckender Größe.

Oudtshoorn ist das Straußenzucht-Zentrum Südafrikas. Auf der Highgate Straußenfarm nehmen wir an einer Führung teil wobei wir alles Wissenswerte über die Strauße erfahren. Natürlich beschließen wir diesen Tag mit einem Barbeque-Dinner mit Straußensteaks und anderen Leckereien auf der Straußenfarm.

Auf der Weinstraße nach Kapstadt
Die Weingegend um Kapstadt ist eine der schönsten Regionen, welche das Kap zu bieten hat. Die großen Weinplantagen und Kap-holländischen Häuser aus alter Geschichte sind sehr sehenswert. Die ausgezeichneten Weine der Region sind weltweit anerkannt.

Die Stadt Paarl liegt ca. 50 km im Inland von Kapstadt entfernt und ist umgeben von Weinbergen. Paarl wurde im Jahre 1717 gegründet und gilt als die größte Stadt im Landesinnern im Western Kap. In Paarl hat die größte Kellerei der Welt (die KWV) ihren Hauptsitz. Hier findet man auch ausgezeichnete Sherries und Portweine. Auch eine reiche Auswahl guter Rot- und Weißweine werden hier erzeugt, was nicht zuletzt am Klima liegt.

Auf dem Weingut Seidelberg, das sich in einer traumhaften Lage befindet, verkosten wir die Weine dieses Weingutes.

Die Universitätsstadt Stellenbosch ist die zweitälteste Stadt in Südafrika und viele der gut erhaltenen Gebäude zeigen verschiedene Architekturstile der Vergangenheit auf. Weine und die Weinkunst sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Geschichte von Stellenbosch. Angefangen durch Simon van der Stel und den Hugenotten, produziert die Gegend rund um Stellenbosch heute viele südafrikanische Weine vom Feinsten.


Teil 4

Kapstadt
Kapstadt, so sagt man, gehört zu den schönsten Städten der Welt. Die Stadt an der Südspitze Afrikas wird oft in einem Atemzug mit Rio de Janeiro oder San Francisco genannt und kann sich auch mit Recht gegenüber diesen Metropolen behaupten. Die Stadt präsentiert sich sehr sauber und aufgeräumt.

Die Innenstadt bietet eine Vielzahl an historischen Gebäuden, wie das Kastell (Castle of Good Hope), das älteste, erhaltene Gebäude Südafrikas.

Minarette und pastellfarbene Häuser prägen das Bild des Malayenviertels (Bo-Kaap). Heute leben in diesem historischen Viertel mehr als 2000 Malayen.

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Kapstadts gehört auch die Waterfront. Eine Mischung aus Hafen, Freizeit- und Einkaufsvergnügen.

Magisch und mystisch erhebt sich der Tafelberg über Kapstadt. Er misst eine Höhe von 1067 Metern. Den Gipfel erreicht man in nur 5 Minuten mit der Seilbahn mit einer sich drehenden Gondel. Sein flacher Gipfel ist fast 3 km lang und liefert bei klarer Sicht eine fantastische Aussicht auf Kapstadt und Umgebung.

Einen wunderschönen Blick auf Kapstadt hat man auch vom 350 m hohen Signal-Hügel. Täglich wird von hier um 12 Uhr mittags ein Kanonenschuss abgefeuert, eine Tradition, die es den Kapstädtern ermöglicht ihre Uhren korrekt einzustellen. Von hier aus sehen wir auch das ovale Rund des Stadions von Kapstadt.

Den Abend beschließen wir mit einer fröhlichen Veranstaltung mit viel Folklore und einem typischen südafrikanischen Dinner.

Kap der Guten Hoffnung
Auf dem Weg zum Kap besuchen wir in der False Bay, in der Nähe von Simon's Town eine Kolonie Afrikanischer Pinguine. Die posierlichen Tiere können wir beim Schwimmen und Ausbrüten ihrer Eier beobachten. Sie stoßen Schreie aus, die dem Gebrüll von Eseln ähneln.

Das Kap liegt an der südlichen Spitze der Kaphalbinsel, umgeben von einem Naturschutzgebiet. und bietet eine einmalige Aussicht auf den Atlantischen und den Indischen Ozean.

Ständige Gäste am Kap der Guten Hoffnung sind Paviane. Sie klauen alles, was nicht niet und nagelfest ist.

Robben-Island
Mit einem Ausflugsboot kommt man nach Robben-Island, der berüchtigten Gefangeneninsel, wo Nelson Mandela 18 von 27 Haftjahren in einer vier Quadratmeter großen Zelle engesperrt war. Heute ist Nelson Mandela ein Symbol für Freiheit in der ganzen Welt und wird in Südafrika sehr verehrt.

Der Abschied von Südafrika fällt nicht leicht. Die Teilnehmer der Leserreise sagen "Good bye Afrika" - wir verlassen am Abend bei Sommertemperatur ein faszinierendes Land und fliegen in den Winter nach Frankfurt zurück.