Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zu „Rauchverbot Österreich“ (FN, 7. Juni)

Blockade des Bundestags ist unverzeihlich

Mit dem Unvermeidlichen abgefunden? Jetzt wird es eng für Deutschland. Straches Rücktritt könnte unverhofft zu einer längst fälligen Besserstellung des Nichtraucherschutzes in Österreich führen. Für Deutschland würde dies unweigerlich den Abstieg auf den letzten Platz auf der Tabakkontrollskala bedeuten.

Wobei es so leicht wäre, sich auf der Tabakkontrollskala nach oben zu arbeiten. Aber seit 2010 hat Deutschland keinerlei Maßnahmen ergriffen, um das Rauchen zu verringern.

Bereits die Einführung des längst überfälligen Verbots der Außenwerbung für Tabakprodukte wäre sehr hilfreich. Die Blockade des Bundestags bei diesem Thema ist unverzeihlich, da sie ein Hindernis zur Eindämmung des Tabakkonsums darstellt. 90 Millionen Euro hat die Tabakindustrie alleine in Deutschland im Jahr 2016 hierfür ausgegeben.

Weltmeister hingegen sind wir bei der Zahl der Zigarettenautomaten, die bei uns wie selbstverständlich zum Stadtbild gehören.

Professor Dr. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung aus Frankfurt forderte anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai, Deutschland vom vorletzten EU-Rang bei der Tabakprävention zu holen.

Österreich will ihn dabei wohl unterstützen, vermutlich wird der Schuss für uns nach hinten losgehen.

Mitverantwortlich für diese Situation ist in meinen Augen auch die Presse. Beim diesjährigen Weltnichtrauchertag hat sie wieder vornehme Zurückhaltung geübt.

Kritische Stimmen hierzu gibt es hierzulande schließlich zuhauf.

Jedoch, man hat sich offensichtlich mit der Situation arrangiert. Sie wird wohl als unvermeidlich hingenommen.