Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zum Bericht „Debatte um Sexualität“ (FN, 28. September)

„Brauchen die Fragen des Menschenbildes“

Als Seelsorger und Menschfreund finde ich es gut, dass „endlich“ die Debatte um ein sehr persönliches Thema stattfindet! Dabei ist zu berücksichtigen, dass der unmenschliche Umgang mit der Sexualität des Menschen sehr vielschichtig ist.

Der sogenannte Übergriff fand und findet fast überall statt; in der Partnerschaft und in der Familie, in der Kirche und in den vielen anderen Institutionen. Immer geht es um Macht! Immer ist das Menschenbild des Täters ein unmenschliches Menschenbild. Wir brauchen die Fragen des Menschenbildes. Wer bin ich als Mensch? Wie fühle ich mich als Mensch? Werde ich als Mensch ernst und wahr genommen? Das biblische und christliche Menschenbild, das besonders von einigen Kirchenmännern nicht wirklich verstanden wurde und wird (?), spricht von dem Menschen als ein „göttliches“, ein „unwiderrufliches“, ein „einmaliges“ Wesen. Dieses Menschenkind hat nur dann eine Lebenschance, wenn es von Anfang an geachtet und geliebt wird, und zwar um seiner selbst Willen! Nach diesem Menschenbild „dürften“ Eltern nur dann ein Kind zeugen, wenn es aus Liebe (nicht aus Eigenliebe!) gezeugt wird. Wer sich selbst annehmen kann und sich liebt, wird den anderen notwendigerweise auch annehmen und lieben um seiner selbst Willen.