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Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November Universitäts-Klinik Würzburg bietet ausgezeichnete Versorgungsmöglichkeiten / Eines der größten Perinatalzentren in Bayern

Frühchen und Eltern in guten Händen

Würzburg.Aus Anlass des Welt-Frühgeborenen-Tages am 17. November informiert die Würzburger Universitäts-Klinik (UKW) über die ausgezeichneten Versorgungsmöglichkeiten dieser jungen Patienten und ihrer Eltern an der Würzburger Einrichtung, die eines der drei größten Perinatalzentren in Bayern darstellt.

Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Kommt ein Kind schon vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, spricht man von einer Frühgeburt. Laut dem Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V. betrifft dies pro Jahr in Deutschland rund 60 000 Kinder. Demnach ist eines von zehn Neugeborenen ein Frühchen. Obwohl sie die größte Kinderpatientengruppe Deutschlands darstellen, werden ihre spezifischen Probleme nach Angaben des Verbands nicht adäquat wahrgenommen. Daher machen jährlich am 17. November weltweit Elternvertreter mit einem Aktionstag auf die Belange von Frühgeborenen und ihren Familien aufmerksam.

Ganzheitliches Angebot ist gefragt

"Eine Frühgeburt ist in vielen Fällen ein kritisches Lebensereignis für die junge Familie. Unsere Aufgabe ist es, das Frühgeborene bestmöglich medizinisch zu versorgen und auch die jungen Eltern auf vielerlei Ebenen optimal zu unterstützen. Zusätzlich versuchen wir stets ein Maximum an Natürlichkeit, Nähe und Intimität zu ermöglichen.", umreißt Professor Dr. Christian P. Speer die Herausforderungen der modernen Frühgeborenenmedizin.

Der Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) leitet gemeinsam mit dem Direktor der Universitäts-Frauenklinik, Professor Dr. Achim Wöckel, eines der drei größten Perinatalzentren in Bayern. Aus diesem Spezialangebot für Früh- und Neugeborene ergeben sich ein Einzugsradius von bis zu 100 Kilometer um Würzburg und ein hohes Patientenaufkommen. "Von den 2029 an der Würzburger Universitätsfrauenklinik im Jahr 2016 geborenen Kindern waren über 350 Frühgeborene", berichtet Professor Dr. Johannes Wirbelauer, der Leitende Oberarzt der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, und ergänzt, dass 82 dieser Frühgeborenen ein Geburtsgewicht unter 1500 Gramm hatten.

Multidisziplinäre Versorgung

Wie Professor Speer ist Professor Wirbelauer ein bundesweit anerkannter Experte in der Neu- und Frühgeborenenmedizin. Fünf weitere Oberärzte sowie rund 70 Fachkinderkrankenschwestern umsorgen auf den Neugeborenen-Stationen rund um die Uhr die jungen und jüngsten Patienten. Die Frühchen profitieren bei Bedarf nicht nur von den Experten der Kinderklinik, sondern auch von weiteren Medizinern aus anderen Fachbereichen - den Kinderchirurgen und Kinder-Neurochirurgen, Augenärzten und vielen weiteren Spezialisten, die am UKW tätig sind.

"Ungeachtet unserer vielen und modernsten therapeutischen Möglichkeiten haben wir in den letzten Jahren gelernt, dass in der Frühgeborenenmedizin weniger oft mehr ist", sagt Dr. Speer.

Er meint damit weniger Medikamente und weniger künstliche Beatmung, aber auch weniger Geräusche und weniger Licht auf der Intensivstation. "Wir versuchen, auch im Rahmen des Krankenhausbetriebes eine warme und heimelige Atmosphäre zu schaffen. Wo irgend möglich fördern wir den Körperkontakt zwischen dem Früh- oder Neugeborenen und seinen Eltern", schildert Prof. Wirbelauer.

Einfühlsame Begleitung

Natürlich, bindungsfördernd und für das Immunsystem von Frühgeborenen wichtig ist die Ernährung mit Muttermilch. Obwohl viele Frühgeborene nicht gleich nach der Geburt angelegt werden können, gelingt eine Muttermilchernährung der meisten Frühgeborenen am UKW durch eine einfühlsame Begleitung und Anleitung durch Still- und Laktationsberaterinnen.

Je nach Reifegrad dauert der Aufenthalt eines Frühchens in der Klinik zwischen wenigen Tagen und bis zu vier Monaten. "Gerade nach einem langen Krankenhausaufenthalt ist der Übergang von der High-Tech-Versorgung in der Klinik ins heimische Kinderzimmer für die Familien eine große Herausforderung", weiß Professor Wirbelauer.

Ein wertvolles Hilfsangebot macht hier nach seinen Worten der Bunte Kreis Würzburg. Bei dem Projekt unterhalten die Kinderklinik und die Diakonie Würzburg ein Nachsorgeteam, das die Eltern bei der oft komplizierten Pflege ihrer Kinder unterstützt, begleitet und berät.

"Viele der heute am UKW bestehenden Angebote für Familien mit Frühgeborenen basieren auf dem Engagement unserer Unterstützer, denen ich ein weiteres Mal herzlich für ihre Hilfe danke", unterstreicht Professor Speer. Neben der Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation KIWI e.V, sind dies der Kiwanis-Club Würzburg-Mainfranken e.V., die Aktion Mensch sowie sehr viele Einzelpersonen, die diese Hilfen von Anfang an unterstützt und begleitet haben.

Frühchenfest

Einmal pro Jahr veranstaltet die Würzburger Universitäts-Kinderklinik mit Unterstützung von KIWI ein Sommerfest für Familien mit Frühgeborenen. Das Fest ist für viele Eltern eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Familien auszutauschen.

"Für unsere Pflegekräfte und Ärzte, wie auch für uns persönlich ist es immer wieder eine große Freude, stolze Eltern und fröhliche Kindern wiederzusehen, die wir durch teils sehr schwierige Startbedingungen begleitet haben", sind sich die Professoren Christian S. Speer und Johannes Wirbelauer einig.