Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zum Kommentar „Lichtblick aus Irland“ (FN, 28. Mai)

„Jeder Mensch hat das Recht auf Leben“

Archivartikel

Mir tut es in der Seele weh, wenn in diesem Kommentar zur Lockerung des Abtreibungsverbots in Irland zwar „den Frauen die Entscheidung über ihre eigene Gesundheit“ zugestanden, das Lebensrecht des ungeborenen Kindes aber mit keiner Silbe erwähnt wird. Der Schutz ungeborener Menschen ist im Übrigen keine „patriarchale und eingestaubte Vorstellung der katholischen Kirche“, wie die Kommentatorin meint. Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, und zwar in jedem Stadium seiner Entwicklung, die sich auch nach seiner Geburt bis an sein (hoffentlich auf natürliche Weise eintretendes) Lebensende fortsetzt.

Das Lebensrecht ist keine Vorstellung irgendeiner Kirche, sondern ein allgemeines Menschenrecht. Traurig genug, wenn nur noch die katholische Kirche dieses Lebensrecht zu vertreten scheint und sie dafür auch noch angeprangert wird.

Ich bin nicht dafür, Abtreibung unter Strafe zu stellen. Jedoch sollte zumindest, wie in Deutschland derzeit der Fall, vor einer Abtreibung in den ersten zwölf Wochen eine Pflichtberatung mit anschließender Bedenkzeit vorgeschrieben sein. Noch besser wäre es freilich, den betroffenen Frauen alle erdenklichen Hilfen zu geben und Perspektiven aufzuzeigen, um ihnen das Leben mit ihrem Kind zu ermöglichen.

Das wäre dann wirklich ein Lichtblick.