Rhein-Main-Neckar

Mainfranken Theater Gelungener Auftakt für die neue Spielzeit in Würzburg

Kurzweilige Revue macht Lust auf mehr

Archivartikel

Ganz im Zeichen der Sanierung und des Umbaus des Würzburger Mainfranken Theaters steht die neue Spielzeit. Aufbruchstimmung verbreitete die kurzweilige Revue im Großen Haus mit einer Vorschau auf die neue Spielzeit, die dem Motto „Heimat“ gewidmet ist. Gleich mit der ersten Kostprobe aus dem Theaterstück „Unsere blauen Augen“ von Teresa Dopler, das am 12. Oktober in der Kammer seine Uraufführung erlebt, traten mit Julia Baukus, Alexander Darkow und Johanna Meinhard drei neue Schauspieler ins Rampenlicht.

Die komplett neu besetzte Ballettcompagnie widmete sich drei Chansons, welche die Ballettdirektorin und Choreografin Dominique Dumais mit Verve und melancholischen Anflügen tanzen ließ. Mit „Chansons“ stellt sie am 29. September ihre erste Arbeit in Würzburg vor. Mit berechtigtem Stolz kündigte Intendant Markus Trabusch an, die für den 13. Oktober angesetzte Premiere von Puccinis Oper „La Bohème“ komplett mit dem eigenen Ensemble zu besetzen. Roberto Ortiz und Silke Evers überzeugten mit „Che gelida manina“ und „Si, mi chiamano Mimi“. Extra auf die Bühne gefahren wurde eine Telefonzelle, in der Markus Trabusch dem anrufenden Daniel Fiolka gute Besserung wünschte, denn die angekündigte Kostprobe „Largo al factotum“ mit dem Bariton fiel gesundheitsbedingt aus, nachdem das Orchester bereits zu spielen begonnen hatte.

Die Sopranistin Akiho Tsujii und die Mezzosopranistin Marzia Marzo ließen ihre Stimmen in den zwei Kostproben aus „Ariadne auf Naxos – Premiere am 26. Januar 2019 – so mühelos leuchten, dass man sich schon jetzt auf den Auftritt beider Sängerinnen in den Titelrollen der letzten Saisonpremiere von Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ ab 7. Juli 2019 freuen kann. Umwerfende Spiellust lassen Mezzosopranistin Barbara Schöller und der Opernchor in Jacques Offenbachs opéra bouffe „Die schöne Helena“ erwarten, die am 2. Dezember Premiere hat. Präsentiert wurde stimmgewaltig und mit pfiffiger Choreografie die „Introduction et Chanson d’ Òreste“.

Alle vier Sparten des Theaters sind bei Henry Purcells „King Arthur“ beteiligt. Zu hören war die Frostszene mit dem vor Kälte schlotternden Bass Igor Tsarkow und dem mit zittrigen Händen die Notenblätter haltenden Opernchor. Ganz besondere Facetten des „Heimat“-Mottos blättert Friedrich Dürrenmatts Schauspiel „Der Besuch der alten Dame“ auf; bei der Premiere am 5. Oktober wird Maria Brendel als Claire Zachanassian einen kühl-berechnenden Racheengel verkörpern, wie schon ihre Ankunft auf dem trostlosen Bahnhof von Güllen offenbarte.

Enrico Calesso und Marie Jacquot entlockten dem Philharmonischen Orchester mit unterschiedlichen Dirigierstilen höchst aparte Klänge. „Die Moldau“ als der populärste Zyklus aus Smetanas „Mein Vaterland“, indem der Komponist die Moldau von den beiden Quellen bis zur Mündung tonmalerisch begleitet.

Noch stärkere Sogwirkung entwickelte eine Fahrt auf dem Rhein mit der „Morgendämmerung und Siegfrieds Rheinfahrt“ aus Richard Wagners „Götterdämmerung“. Im Rahmen der Auftakt-Revue wurde der alljährlich beachtliche Förderscheck des Theater- und Orchesterfördervereins über 250 000 Euro durch dessen Vorsitzenden Bruno Forster überreicht.