Rhein-Main-Neckar

Agentur für Arbeit Die Zahlen für August / Betriebe können Unterstützungsangebote des Jobcenters nutzen

Leichtes Plus bei Erwerbslosenzahlen

Archivartikel

Odenwald-Tauber.Im August ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk gestiegen. Diesmal sind 9680 Menschen erwerbslos gemeldet. Das sind 726 mehr als im Juli, aber 1033 (Minus 9,6 Prozent) weniger Arbeitslose als im August 2017. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 2,9 Prozent. In Baden-Württemberg beträgt die Arbeitslosenquote 3,3 Prozent.

„Die leichte Sommerflaute in den Sommer- und Ferienmonaten und das damit einhergehende Plus bei den Arbeitslosenzahlen ändert nichts an der robusten Verfassung des Arbeitsmarktes. Schulabgänger und frisch ausgelernte junge Menschen melden sich für wenige Wochen arbeitslos und Unternehmen halten sich während der Ferienzeit mit Neueinstellungen zurück“, erklärt Karin Käppel, Leiterin der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. Die Agenturleiterin erwartet, dass die Arbeitslosenzahlen im September wieder zurückgehen.

Trotz konjunktureller Unsicherheiten aufgrund internationaler Handelskonflikte zeigt sich die Wirtschaft weiterhin in sehr guter Form. So bleibt auch die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch. Im August waren insgesamt 8362 freie Stellen gemeldet, 58 mehr als im Vormonat (Plus 0,7 Prozent) und 910 mehr als im August 2017 (Plus 12,2 Prozent). Arbeitgeber haben der Arbeitsagentur in diesem Monat 2038 neue Stellen gemeldet.

Fachkräfte-und Personalmangel sind für Unternehmen inzwischen ein Geschäftsrisiko. Angesichts der demografischen Entwicklung ist es entscheidend, aktiv dagegen zu steuern. Dazu gehört auch die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland zu fördern und das Potenzial der Geflüchteten zu nutzen, indem diese gezielt in den Arbeitsmarkt integriert werden.

„In vielen Branchen sind Mitarbeiter mit Migrationshintergrund inzwischen nicht mehr wegzudenken“, unterstreicht Karin Käppel.

„Arbeitsagentur und Jobcenter werden zudem die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter intensiv nutzen, um mit einem Strategie-Mix verstärkt Jobchancen für Menschen, die ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung sind, zu erschließen“, so Karin Käppel. Dies sind überwiegend Menschen ohne Berufsausbildung, mit gesundheitlichen Einschränkungen, Ältere, Menschen mit Migrationshintergrund, Schwerbehinderte und Alleinerziehende.

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen konnte im Agenturbezirk von fast 30 Prozent auf knapp über 27 Prozent reduziert werden. An die 73 Prozent aller Langzeitarbeitslosen werden von den Jobcentern betreut.

Aktuell sind 2630 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos, 535 oder 16,9 Prozent weniger als im August 2017.

Mit dem Ziel, dieser Personengruppe wieder eine Perspektive zur Teilhabe am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, hat das Bundeskabinett das neue Teilhabechancengesetz beschlossen. Dadurch werden öffentlich geförderte Arbeitsmöglichkeiten mit individuellen intensiven Unterstützungs- und Betreuungsangeboten geschaffen.

Schwäbisch Hall

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 2,9 Prozent (Vormonat 2,7 Prozent). Es wurden im August 3295 Arbeitslose gezählt, 253 mehr als im Juli, 303 weniger als im Vorjahresmonat. 1105 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 850 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 644 Stellenangebote gemeldet (August 2017: 746). Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2694; 3,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Hohenlohekreis

Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent (Vormonat 2,3 Prozent). Es wurden im August 1602 Arbeitslose gezählt. Das sind 81 mehr als im Juli, aber 205 weniger als im Vorjahresmonat. 533 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 457 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 348 Stellenangebote im August aufgegeben (August 2017: 506). Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 1674; 17,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Main-Tauber-Kreis

Die Arbeitslosenquote im Main-Tauber-Kreis liegt bei 2,8 Prozent (Vormonat 2,5 Prozent). Im August waren 2117 Menschen arbeitslos gemeldet, 215 mehr als im Vormonat, 293 weniger als im August 2017. 828 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 608 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 677 Stellenangebote gemeldet (August 2017: 565). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 2695; 15,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,3 Prozent (Vormonat 3,1 Prozent). Es waren im August 2666 Menschen arbeitslos gemeldet, 177 mehr als im Vormonat, 232 weniger als im August 2017. 810 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 634 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 369 Stellenangebote gemeldet (August 2017: 270). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1299; 19,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4589 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 5091.

Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 47,4 Prozent.

Beim Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag im August 1635 Arbeitslose registriert (Juli: 1552). Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 1660 Arbeitslose (Juli: 1490).

Von den 1602 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 703 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (Juli: 703). Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren zum Stichtag im August 899 Arbeitslose registriert (Juli: 818).

Von den 2117 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1025 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (Juli: 897). Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis waren 1092 Arbeitslose registriert (Juli: 1005).

Beim Jobcenter im Neckar-Odenwald-Kreis waren zum Stichtag im August 1226 Arbeitslose registriert (Juli: 1190). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1440 Arbeitslose (Juli: 1299).

Der Ausbildungsmarkt

„Wir befinden uns auf der Zielgeraden des Ausbildungsjahres 2017/18. Es kann und wird sich aber noch einiges bewegen“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Arbeitsagentur.

Im August waren im Agenturbezirk 1576 der gemeldeten Ausbildungsstellen nicht besetzt, bei 578 Bewerbern hat es noch nicht mit einem Ausbildungsplatz geklappt oder sie haben sich noch nicht für eine Alternative entschieden.

Ausbildungsplatzsuchende können aus einer Vielzahl von Stellen ihre Wahl treffen. „Nicht nur in den Bereichen, die bisher schon mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hatten wie beispielsweise das Handwerk, der Hotel- und Gaststättenbereich oder der Bausektor gibt es noch freie Stellen, sondern inzwischen auch im kaufmännischen Bereich“, so die Agenturleiterin.

Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim seit Beginn des Ausbildungsjahres 2017/18 bis August 5599 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Als Bewerber für einen Ausbildungsplatz haben sich 3632 junge Menschen gemeldet, 7,3 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Rein rechnerisch kommen auf einen Bewerber 1,5 Ausbildungsstellen.

Es wird zwar für Betriebe jetzt noch enger mit der erfolgreichen Besetzung ihrer Ausbildungsplätze, aber es kann sich durchaus noch etwas tun. Es melden sich auch jetzt noch kurzfristig Bewerber, die keinen Studienplatz bekommen haben, die sich kurzfristig gegen einen geplanten weiteren Schulbesuch oder Freiwilligendienst entscheiden. Aber wie in jedem Jahr werden auch Bewerber in der letzten Minute ihre Ausbildungszusage beim Betrieb zurückziehen. „Mein Rat ist, dann kurzfristig mit der Arbeitsagentur Kontakt aufzunehmen. Selbst wenn der vermeintliche Wunsch- Azubi dann nicht zur Verfügung steht, so lohnt es sich, einem Alternativbewerber eine Chance zu geben. Denn eine unbesetzte Stelle ist die schlechteste Alternative. Junge Menschen können sich zu tollen Mitarbeitern entwickeln, wenn man ihnen etwas Vertrauen als Vorschuss gibt. Und bei Problemen in der Berufsschule oder im Betrieb können wir Ausbildungsbetriebe unterstützen. Jetzt im Endspurt noch alles geben kann sich lohnen- für Betriebe und Bewerber“, so die Agenturleiterin. afa