Rhein-Main-Neckar

Prozess nach "Hexenkessel"-Unfall - 33-Jähriger bestreitet Tat

Archivartikel

Heilbronn.Im "Hexenkessel"-Prozess um die schwere Verbrühung einer jungen Frau bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen hat der Angeklagte die Vorwürfe zurückgewiesen. Es sitze der Falsche auf der Anklagebank, sagte sein Rechtsanwalt Manfred Zipper am Montag vor dem Amtsgericht Heilbronn. Sein Mandant sei "von den Socken" gewesen, als er gehörte habe, dass er derjenige gewesen sein soll, der bei dem Umzug am 3. Februar eine 18 Jahre alte Zuschauerin über einen Kessel mit brühend heißem Wasser gehalten haben soll.

Nach einem Zwischenfall mit einem schwer verbrühten Mädchen bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen bei Heilbronn muss sich der Mann vor Gericht verantworten. Der Prozess sei auf den 3. und 5. Dezember terminiert, teilte das Amtsgericht Heilbronn am Freitag mit. Dem Mann wird laut Anklage fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, was mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft werden kann. Wegen schweren Verbrennungen musste die 18-Jährige längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der als Hexe maskierte Beschuldigte beim Fastnachtsumzug die damals 18-Jährige über einen Kessel mit kochend heißem Wasser hielt. Dabei soll ihm die junge Frau entglitten und mit den Beinen in das Wasser geraten sein. Nach Angaben der Anklagebehörde vom Juli schweigt der Mann zu dem Vorwurf.

Die Polizei hatte sich bei ihren Ermittlungen auf Zeugenaussagen gestützt und auch um Fotos und Videos des nächtlichen Umzugs gebeten, um den Ablauf des Geschehens aufzuklären. Zunächst war gegen 18 weitere, zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls zum Teil maskierte Mitglieder der Gruppierung "Bohbrigga Hexenbroda" ermittelt worden. Das Verfahren gegen sie wurde jedoch eingestellt. Eine eindeutige Identifizierung von Beteiligten sei nicht möglich gewesen.