Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zu „Für Millionen Mieter unbezahlbar“ (FN, 14. Juni)

Ungewöhnliche Wege gehen

Archivartikel

Auf der einen Seite geraten die Mietpreise aus dem Ruder, auf der anderen Seite gibt es in vielen Gemeinden des ländlichen Raumes, aber auch in Ballungsgebieten erhebliche Leerstände. Ganze Straßenzüge stehen leer und modern vor sich hin. Oft sind Eigentums- und Erbschwierigkeiten der Grund, aber oft auch Interesselosigkeit.

Warum kommen nicht die Bürgermeister, Ortsvorsteher und Gemeinderäte auf die Idee, Leerstände aufzukaufen, abzureißen und auf der freien Fläche bezahlbare Mietwohnungen zu erstellen? Da kann man zwei bis drei Häuser zusammenfassen, wenn diese einzeln zu klein sind. Es gibt durchaus Ideen, der Verödung auf den Dörfern ein Ende zu bereiten und neuen Wohnraum zu schaffen. In Hiddenhausen zum Beispiel gibt es ein Projekt „Jung kauft Alt“. Hier werden alte Häuser an junge Familien verkauft, die diese Häuser renovieren. Die Gemeinde gibt Zuschüsse. Der Bürgermeister berichtete im ZDF von seinen positiven Erfahrungen mit diesem Projekt. Baugebiete werden nicht mehr erschlossen, Finanzen eingespart und Land! Läden, Kindergarten, Schulen bestehen weiter, die Einwohnerzahl steigt wieder. Der Bürgermeister berichtete zudem, dass er Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet hat mit er Bitte um Information über dieses Projekt.

Das Projekt „Jung kauft Alt“ ist ein Weg, die Wohnungsnot zu mindern, Bauland zu sparen und Leben in die verödeten Dörfern zurückzubringen.

Ich höre schon wieder die Skeptiker, die herumunken, das sei ja nicht so einfach und nicht überall möglich usw. Besser ist es auf jeden Fall, ungewöhnliche Wege zu gehen, als nur herumzujammern.