Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zu „Mehr als ein Symbol“ (FN, 29. März)

„Unsinniger Einsatz in Afghanistan“

Der „braune militärische Ungeist“ im Zusammenhang mit Kasernennamen irritiert mich. Werden hier Äpfel und Birnen verwechselt? Grundsätzlich liegt die Genehmigung von Kasernennamen in der Hand des Bundesverteidigungsministeriums – also der Politik. Vor allem seit den „68er“ und den Friedensbewegungen ist es schon zur Tugend geworden, das Militär für die Verbrechen ihrer Staaten verantwortlich zu machen. „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“, so der General, Militärwissenschaftler und -ethiker, Carl von Clausewitz.

Das deutsche Volk und die Wehrmacht des deutschen Reiches wurden vom nationalsozialistischen System missbraucht. Das ist der braune Ungeist. Liebe Wähler: Die Nationalsozialistische Partei von Adolf Hitler wurde demokratisch vom deutschen Volk gewählt. Eine Kasernenbenennung nach einem in Afghanistan getöteten Soldaten lässt auch andere Sichtweisen zu. „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“, so der damalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck, SPD.

Für den nicht nur militärisch unsinnigen Einsatz wurde die Bundeswehr nach Afghanistan geschickt.

Was für eine Politik ist das, die ihre Streitkräfte über Jahrzehnte, personell und materiell auf die Verteidigung unseres Landes ausrichtet, und sie dann in einen Partisanenkrieg zirka 5000 Kilometer von uns entfernt, in ein fremdes Land schickt?

Brauchen wir die Toten, Verwundeten, psychisch Kranken, das Leid der betroffenen Familien, verbunden mit dem Ausbluten der Bundeswehr, um neue Helden für Kasernennamen zu kreieren?