Rosenberg

Ehrungen beim Sportfest Langjährige Mitglieder für ihre Treue ausgezeichnet / Heinz Janalik, Ehrenpräsident des Badischen Sportbundes, hielt die Festansprache

„Besonderer Fußballgeist in Rosenberg“

Archivartikel

Beim TSV Rosenberg ist es schon seit vielen Jahren ein schöner Brauch, am Sportfestsonntag langjährige Vereinsmitglieder zu ehren.

Rosenberg. Nach dem feierlichen ökumenischen Gottesdienst der gemeinsam von Prädikantin Monika Rabel (Höpfingen) und Theologe im Gemeindepraktikum, Tobias Springer (Schlierstadt), gestaltet, sowie vom Gesangverein Rosenberg und Posaunenchor Adelsheim-Rosenberg umrahmt wurde, begrüßte der TSV Vorsitzende Christof Geiger, im Festzelt die anwesenden Besucher.

Geigers Dank galt zuvor den beiden Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche für den schön gestalteten Gottesdienst, bei welchem ihnen in der Predigt eine schöne Brücke zwischen Kirche und Sportverein gelungen ist.

Geiger leitete zu den traditionellen Ehrungen langjähriger Mitglieder über und blickte in einer Zeitreise jeweils in die Jahre ihres Eintritts zurück. Im Jahre 1993, vor 25 Jahren, sind dem TSV Karin Döpfner, Stefan Hammer, Ruth Maier, Matthias Menzel, Rosali Rudolf, Simone Schneeweis und Markus Stephan beigetreten.

Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Inge Baumann, Christel Krone, Margot Nies, Ulrich Meyle und Detlev Ritter ausgezeichnet. Fünf Mitglieder wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft im TSV Rosenberg geehrt: Günter Griebaum, Gunther Haas, Reinhold Lutz, Karl Seitz und Klaus Zimmermann. Vor 60 Jahren sind dem Verein Friedrich Albrecht, Alfred Hagenbuch und Walter Stable beigetreten. Inge Bechold und Karl Volk wurden vom Vorstand für ihre 65-jährige Treue zum Verein geehrt und für 70 Jahre Julius Retzbach und Otto Schweizer, die beide nicht anwesend sein konnten.

Mit einem besonderen Applaus für alle Geehrten überreichten Christof Geiger sowie sein Stellvertreter Yannik Wachter die Ehrenurkunde sowie die dazugehörende Ehrennadel.

Es ist immer ein beeindruckendes und besonderes Ereignis am Sportfest die Festansprache des „Rosenberger Urgesteins“ Heinz Janalik, Ehrenpräsident des Badischen Sportbundes, anhören zu dürfen, denn es ist, wie er eingangs seiner Ansprache sagte, für ihn eine „liebgewordene Tradition“, alljährlich zum TSV Sportfest zu kommen. Es würde ihm etwas fehlen, so Janalik, wenn er nicht hier sein dürfte.

Zuerst gratulierte er seinen Geehrten, Freunden und Weggefährten aus „alter“ Zeit zu diesen besonderen Ehrungen für unterschiedliche Mitgliedsjahre. Er lobte den Verein, dass er alljährlich sein Sportfest mit seinem traditionellen Festgottesdienst bereichert und das sollte so auch zukünftig geschehen. In seiner Ansprache, die immer wieder durch viel Beifall unterbrochen wurde, kritisierte er mit deutlichen und kritischen Worten die negativen Entwicklungen im Spitzensport Fußball und sagte, dass alle, die den Sport und Fußball zum Wichtigsten in dieser Welt machen, den Blick für diese Welt total verloren haben, denn es gebe sicherlich viel Wichtigers.

Bestimmt sei zu hinterfragen: „Wo ist und bleibt der Mensch in dieser Welt, im Fußball, einem mittlerweile gnadenlosen Geschäft des internationalen und nationalen Spitzenfußballs?“ Hier müsse man ins Grübeln kommen. Es seien Entwicklungen im modernen Sport eingetreten, die zum Nachdenken anregen. Wobei man zwischen Spitzen- und Breitensport deutlich differenzieren müsse.

„Der Spitzensport, im Besondern auch der Fußball, entwickelt sich zum Teil höchst negativ. Es zählt nicht mehr nur die persönliche Leistung, sondern der Erfolg um jeden Preis. Der Sport wird instrumentalisiert“, monierte Janalik. Die Profiteure seien unter anderem die Wirtschaft, die den Sport verkaufen, als auch ein Teil der Medien, die davon leben. Der Fußballer werde zur Ware und werde auf dem Fußballmarkt für Unsummen meistbietend versteigert. Auf der anderen Seite verdiene ein Fußballer Millionen.

Jugendfußball und Ehrenamt

Die Kehrseite sei der Familienvater mit wesentlich geringerem Einkommen, der nicht wisse, wie er seine Familie ernähren soll. Die Spielervermittler seien „Sklavenhändler“ und dem Fußballweltverband gehe es nur um Macht und Geld, sagte Janalik, der auch mit sehr kritischen Worten auf die Fußballprofis einging.

Janalik ging auch auf den Amateurfußball und seinen Heimatverein ein, wo dessen beider Zukunft im Jugendfußball und der Ehrenamtlichkeit liege. Leider habe der TSV in diesem Jahr den Aufstieg zur Landesliga mit einem vierten Platz verpasst. „Nach wie vor herrscht hier im Verein ein besonderer Fußballgeist, der auch zum dörflichen Zusammenhalt beiträgt“, würdigte Janalik seinen Heimatverein.

Wie er weiter sagte, könne er beim TSV mit großer Freude, jetzt mit einem neuen jungen Vorstand, feststellen, dass hier ein intaktes Vereinsleben bestehe und somit sollte der Aufstieg in der kommenden Runde doch gelingen.

Mit einem Augenzwinkern sagte er zum Schluss: „Aber gegen Mosbach dürfen sie dann nicht gewinnen.“ Für seine vielbeachtete Ansprache gab es lang anhaltenden Beifall der anwesenden großen TSV-Familie. F