Rosenberg

Kirchenkäserei Generalversammlung erstmals im neuen „Käserei-Café“ / Geschäftsjahr war geprägt von Umbau und Umzug / Ralph Matousek und Reinhold Frank neu im Aufsichtsrat

„Die Nachfrage nach dem Bio-Käse aus Sindolsheim ist groß“

Archivartikel

Sindolsheim.Das zurückliegende Geschäftsjahr der Kirchenkäserei Sindolsheim war geprägt von den umfangreichen Baumaßnahmen am neuen Standort in Sindolsheim. Es verlief sehr erfolgreich, so die Verantwortlichen im Rahmen der vierten Generalversammlung der Genossenschaft im neuen „Käserei-Café“. Die Produktion konnte deutlich gesteigert und das Betriebsergebnis verbessert werden.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Pfarrer Karl Kreß (Walldürn, beleuchtete nach der Begrüßung der Mitglieder in seinem „geistigen Impuls“ das Verhältnis der Religion zur Wirtschaft.

Mühe hat sich gelohnt

Den Bericht des Vorstands erstattete Ursula Krauth, die eingangs sagte, dass ein aufregendes Jahr vorüber sei. Der Umbau in Sindolsheim habe nach anfänglichen Startschwierigkeiten und einer langen Vorbereitungszeit im März 2018 begonnen und im Februar 2019 geendet. Viel Engagement der Mitglieder stecke in der umgebauten „Alten Scheune“, dem einladenden Gastraum.

„Die Mühe hat sich gelohnt“, so Ursula Krauth. Jeder, der ins neue „Käserei-Café“ komme, sei von dessen Atmosphäre begeistert. Sie bedankte sich bei den ehrenamtlichen Mitgliedern für die tatkräftige Arbeit, welche die Genossenschaft trage. Der „Tag der offenen Tür“ am 17. Februar sei ein toller Erfolg gewesen. Einen Tag später begannen am neuen Standort die Produktion und der neue Käseverkauf. Pro Woche komme jetzt eine Besuchergruppe, um sich über die Produktion zu informieren. Der Direktverkauf hat, so Ursula Krauth, dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach dem Käse deutlich angestiegen ist.

Der Umzug von Hohenstadt nach Sindolsheim habe eine Produktionssteigerung möglich gemacht. Das Angebot sei um neue Käsesorten, Molkereiprodukte und einen schmackhaften Brotaufstrich erweitert worden. Somit habe sich auch die verarbeitete Milchmenge deutlich erhöht. Ein Hotel und auch der Bio-Großhandel konnten als neue Kunden gewonnen werden. Zusätzlich lassen jetzt landwirtschaftliche Betriebe ihre Milch im Lohn in Sindolsheim verarbeiten.

Derzeit sind elf Ehrenamtliche im Einsatz und drei sozialversicherte Mitarbeiter beschäftigt. Ende Mai wird ein neuer junger Mitarbeiter, von Beruf Konditor und Bäcker, in Sindolsheim arbeiten, ebenso ab 1. Juni eine neue Käserin, die derzeit noch in der Schweiz arbeitet. Dadurch werde eine weitere Produktionserweiterung, auch durch die Herstellung von neuem Schnittkäse, möglich.

„Die Nachfrage nach dem Bio-Käse aus Sindolsheim ist hoch“, schloss Ursula Krauth. Für das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises soll ein neues „Odenwälder-Käseherz“ kreiert und hergestellt werden, mit welchem man für die Bio-Musterregion Odenwald-Bauland werben wolle.

Umbau wurde teurer als erwartet

Über die finanzielle Situation informierte Vorstand Dekan Rüdiger Krauth. Die Kalkulation zum Umbau des Gebäudes datierte aus dem Jahr 2015. Die Kosten seien aber bis zur vorläufigen Fertigstellung in diesem Jahr stetig angestiegen, was unvorhersehbare Mehrkosten von rund 200 000 Euro verursachte. „Der Bau ist wesentlich teurer geworden, was letztendlich den zusätzlichen Mitteln für den Brandschutz und der langen Planungszeit geschuldet ist“, so Rüdiger Krauth. Bislang wurden rund 598 000 Euro verbaut. Eine Nachfinanzierung sei notwendig.

Das umfangreiche Zahlenwerk des Wirtschaftsplanes 2018 und der Bilanz 2018 erläuterte erneut Ursula Krauth.

Die Umsatzerlöse seien durch verschiedene Faktoren zum Vorjahr deutlich gestiegen. Der Jahresfehlbetrag belief sich jedoch noch auf 23 000 Euro. Diese Zahl wird sich, wie Ursula Krauth prognostizierte, in den nächsten Jahren deutlich verbessern.

Bei der Gründung der Genossenschaft traten spontan 21 Mitglieder bei, inzwischen sind es 65 und ihre finanzielle Beteiligung ist auf 109 000 Euro angestiegen. Auf Antrag von Christoph Jüttner erfolgte die einstimmige Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Baar und Susanne Grimm hören auf

Die anschließenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat brachten nach dem bestehenden „rollierenden“ System zwei Veränderungen, denn sowohl Altbürgermeister Gerhard Baar als auch Susanne Grimm schieden nach Ablauf ihrer Amtszeit aus. In geheimer Abstimmung wurden Rosenbergs Bürgermeister Ralph Matousek und Reinhold Frank (Hirschlanden) als Nachfolger gewählt.

Gerhard Baar bedankte sich bei den Mitgliedern für das ihm entgegengebrachte Vertrauen in den letzten Jahren. Er habe sich gerne der ihm übertragenen Verantwortung gestellt. Sein Dank galt den Vorständen Ursula und Rüdiger Krauth für ihr besonderes Engagement.

Die Baumaßnahme sei für beide eine gewaltige Aufgabe gewesen, die auch noch in Zukunft nachwirken werde. „Der Weg wird zwar nicht einfach, kann aber erfolgreich werden“, sagte Baar. Vor allem, wenn man jetzt höre, dass trotz des verzögerten Umzugs von der kleinen Produktionsstätte in Hohenstadt zu den großen Kapazitäten in Sindolsheim ein Erfolg zu verzeichnen sei, der so nicht zu erwarten war. „Das lässt auf eine gute Zukunft der Genossenschaft hoffen“, so Baar, und wünschte „alles Gute“.

Wie Susanne Grimm sagte, habe sie vor der Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Genossenschaft allerhöchsten Respekt.

In seinem Schlusswort sprach Karl Kreß dem Vorstand und den Mitgliedern seinen Dank für die Umsetzung des Projektes aus, das für ihn „ganz wichtig“ sei. Zum einen könne man zeigen, dass auf dem Dorf etwas Neues entstehen kann, wenn die Leute zusammenstehen.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt des Projekts sei auch, dass es manchen Personen helfe, wieder menschenwürdig Arbeit zu finden.

Als Termin für die nächste Mitgliederversammlung wurde der 29. Mai 2020 festgelegt. Pfarrer Karl Kreß schloss die Versammlung mit dem Segen Gottes. F