Rosenberg

Kulturverein „Schluckspechte“ Die Akteure führen das heitere Theaterstück „Bienen, Bier und Bauern“ heute zugunsten der BBO in Osterburken auf

„Geld ist nicht alles“ lautet eine Erkenntnis

Archivartikel

Hirschlanden.Zwei ausverkaufte Veranstaltungen sprechen erneut für den Erfolg der Theaterfreunde des Kulturvereins „Schluckspechte“. Die Besucher waren begeistert von dem von Jörg Appel (Schwabhausen) geschriebenen heitere Theaterstück mit dem Titel „Bienen, Bier und Bauern“. Regie führte Sabine Scherer.

„Tür an Tür“ auf dem „Ökohof“

Schon beim Öffnen des Vorhanges gab es Applaus – für das herrliche Bühnenbild. Die Drechselmaschine, an der Toni (Thomas Schmitt) arbeitet, läuft.

Bio-Bauer Konrad, gespielt von Edelbert Vogt, stürmt aus seinem Haus, holt sich ein Beil, und hackt voller Zorn das Kabel der Maschine durch. Lautstark beschwert er sich, dass derzeit Mittagspause ist.

Konrad, Toni und dessen Ehefrau Sieglinde (Nicole Ullrich), die nach ihrem Studium nicht in die Geschäftswelt eingestiegen, sondern gleich ausgestiegen sind, leben jetzt „Tür an Tür“ auf einem alten Bauernhof in Hirschlanden und verstehen sich nicht sehr gut.

Konrad liebt und lebt auf seiner Hälfte des geteilten „Ökohofes“ die größtmögliche Selbstversorgung im Einklang mit der Natur. Seine Frau Ingrid hat ihn vor Jahren verlassen, weil sie mehr Luxus haben wollte. So wohnt Konrad mit seiner Tochter Franziska (Jennifer Löper) gemeinsam in diesem alten Gemäuer ein einfaches Leben.

Sein ehemaliger Freund Toni ist jedoch dem „Schnöden Mammon“ verfallen und betreibt mit Sieglinde (Nicole Ullrich) und den beiden Kindern Andi (Julian Reichert) und Lena (Lea Scherer) auf der anderen Hälfte des Hofes eine Pension.

Da das kleine Dorf Hirschlanden mit dem über die Region hinaus bekannten, selbst gebrauten Hirschbräu touristisch so richtig interessant wird, wenn auch die Bundeskanzlerin ihr erstes Bier im ehemaligen „Rothausch“ getrunken hat, will Toni seinen Hofanteil von der Pension zu einem Hotel erweitern.

Deshalb ist ihm Konrad ein Dorn im Auge und auch im Weg, denn für sein Vorhaben benötigt er auch den heruntergekommenen Hof seines Nachbarn. Konrad aber möchte seinen Hof nicht verkaufen. Und deshalb macht ihm Toni mit allerlei Bösartigkeiten das Leben schwer.

Touristen im Anmarsch

Sieglinde versucht immer wieder zu vermitteln. Und so liefern sich die beiden heftige Wortgefechte auf der Bühne, für die es den spontanen Beifall der Besucher gab.

Toni will aber die dauernden Schikanen nicht mehr länger mitmachen und beschließt, für Konrad einen Platz im Seniorenstift zu suchen. Franziska stellt er eine Stelle in seinem neuen Hotel in Aussicht. Da Hirschlanden weltweit durch Bier, Bienen und Windräder auf sich aufmerksam macht, kommen schon die erste amerikanische Touristin Dorozieh, gespielt von Andrea Stapf, und der Insektenforscher Leonhard von Meilingen (Hans-Hermann Steinhäuser) mit seiner Tochter Dörthe (Sinja Ullrich) ins Dorf und mieten sich in Tonis Pension ein.

Als sie mitbekommen, was da so alles schiefläuft und welche Intrigen es gibt, beschließen sie, Konrad im Kampf gegen den habgierigen Toni zu unterstützen.

Zudem entsteht eine Liebesgeschichte, denn Lena und Dörthe hübschen die schüchterne Tochter von Konrad, Franzi, auf. Und Leonhard, der Insektenforscher, hilft Andi (Julian Reichert), der – wie sich herausstellt – wirklich kein Prinz in Sachen Liebe ist, so dass doch Franzi und Andi zusammenkommen können.

Keine Chance

Außerdem entdeckt der listige Insektenforscher Leonhard, der ständig auf dem Hofgut geheimnisvoll umherschleicht, dass Toni keine Chance hat, sich den Hofanteil von Konrad anzueignen und diesen abzureißen, da in diesem Gemäuer seltene Bienenarten leben, die unter Naturschutz stehen.

Im letzten Teil des Dreiakters überschlagen sich dann die Ereignisse, denn alle zusammen be-schließen, dem „bösartigen“ Toni eine „gehörige Abreibung“ zu verpassen, die ihn läutert und dazu bringt, dass er schließlich einsieht „dass Geld nicht alles ist“.

Zudem kommen im Verlaufe des lustigen Stückes viele alte Geheimnisse ans Licht, die die Versöhnung der ehemaligen Freunde nicht gerade leichter macht.

Am Ende des Lustspiels gab es langanhaltenden Beifall des begeisterten Publikums. Reinhold Egner, Vorsitzender des Kulturvereins, bedankte sich bei den Akteuren für ihre glänzenden schauspielerischen Leistungen, im Besonderen bei den jungen Theaterspielern. Sein Dank galt auch allen Helfern. F