Rosenberg

FC „Teutonia“ Kerwe mit einem Kabarettabend eröffnet

„Gott vergibt, Facebook nie“ lautete das Thema

Archivartikel

Hirschlanden.Mit einem Kabarettabend wird die alljährlich vom FC „Teutonia“ veranstaltete Kerwe im Dorfgemeinschaftshaus eröffnet. Dieses Mal präsentierte Kabarettist Wolfgang Bayer, von Beruf Pfarrer, sein Programm „Gott vergibt, Facebook nie“.

Vorsitzender Erwin Knörzer-Ehrenfried, der den kurzweiligen Abend mit Grußworten eröffnete, dankte Marjan Dodaj, der den hochkarätigen Kabarettisten engagiert hatte.

Dann ließ sich Pfarrer Bayer mit seinem „Kabarett zur Bibel“ freundlich-lustig über Gesellschaft und Kirche aus – natürlich mit dem Segen Gottes: Er fing in der Bibel ganz am Anfang bei Mose 1, Erschaffung der Welt, an, welche man sich als eine gigantische Show vorstellen müsse.

Der „himmlische Hofstaat“ sei schon da gewesen. So habe Gott dann in einer Woche die Welt erschaffen. Nach Licht, Himmel, Meer und Kontinenten, Pflanzen und Tierwelt sei am Nachmittag des sechsten Tages die „Krönung“, der Mensch, an der Reihe gewesen. Nach einer anstrengenden Woche habe Gott am siebten Tag eine Pause gemacht, denn es war Wochenende. Auch dem Menschen gönne Gott einen „Sabattag“, ein Wochenende. Aber mancher sei heute froh, wenn er nach einem Wochenende wieder schaffen könne.

Bei der nächsten lustigen Geschichte, „Südenfall“ nach Mose 3, erinnerte Pfarrer Bayer an die „Sache mit dem Apfel“, die nicht so leicht zu verstehen sei, denn: Von einem Apfelbaum durfte man nichts essen. So habe es schief gehen müssen.

Auch wenn es Kabarett zur Bibel sei, so Pfarrer Bayer, dürfe man am „Thema Nummer eins“, der Liebe, nicht vorbeigehen. „Bringen wir es hinter uns“, so der Kabarettist, für dessen Ausführungen es immer vieler viel Beifall gab.

Nach dem „Liebesthema“ wandte sich Bayer dem Essen zu, das in der Bibel, wie auch die Gastfreundschaft, eine große Rolle spiele. Der Kabarettist ging auf Diäten und Lebensmittelunverträglichkeiten ein, die ein gemeinsames Essen bei Jesus und seinem Gefolge fast unmöglich gemacht hätten – da es damals noch kein „Bio“ gab.

Auch nach der Pause setzte Wolfgang Bayer die Geschichten aus der Bibel fort. „Google weiß mindestens so viel über die Menschen wie Gott“, erklärte er und imitierte einen Anruf: „Stimmt das alles, was du über mich weißt?“

Google weiß, wann er aufsteht, wo er wohnt, wo er um die Mittagszeit isst, wie seine Freundin heißt, welchen Sport er treibt und welche Turnschuhe er trägt. So was geht gar nicht, meint er und erinnert daran, dass schon viel darüber gesprochen und davor gewarnt wurde, welche Folgen Veröffentlichungen im Internet haben können.

Der Moralapostel schaffte es mühelos, sein Publikum mitzunehmen. Er hatte zahlreiche Lacher und viel Szenenapplaus auf seiner Seite – und man war sich einig: Eine Kirche, in der so gelacht werden darf, hat Zukunft. „So sind wir Menschen halt, aber was soll’s. Gott vergibt uns ja allen“, sagte Bayer und verabschiedete sich vom begeisterten Publikum. F