Rosenberg

Gemeinderat tagte Konzept für die Innenentwicklung des Ortsteils Rosenberg vorgestellt / Informationsveranstaltung geplant

„Handlungsbedarf ist in jedem Fall gegeben“

Im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rosenberg stand die zukünftige Innenentwicklung des Hauptortes.

Rosenberg. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Bürgersaal waren mehr interessierte Bürger anwesend als Gremiumsmitglieder am Ratstisch saßen. Der Gemeinderat war mit sieben Mandatsträgern gerade noch beschlussfähig.

Aufgabe für neuen Gemeinderat

Mit der großen Aufgabe der Innenentwicklung des Hauptortes Rosenberg wird sich der neue Gemeinderat befassen müssen, will er den Ortsteil in den nächsten Jahren positiv weiterentwickeln und noch attraktiver gestalten.

Bürgermeister Ralph Matousek begrüßte neben den Zuhörern die Referentin des Abends, Diplom-Ingenieurin Ines Breiding vom Büro IFK Ingenieure aus Mosbach.

Wie der Bürgermeister bei seinen einführenden Worten sagte, wurde das Büro IFK im vergangenen Sommer mit der Erstellung des Innenentwicklungskonzeptes für Rosenberg beauftragt. Dieses sei Voraussetzung und Grundlage für die Antragstellung im Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR). Das Konzept stelle eine Art Grobanalyse dar und zeige auch Missstände und Leerstände von Häusern auf. „Handlungsbedarf ist in jedem Fall gegeben“, so der Bürgermeister.

Mehr als eine Stunde dauerte dann die detaillierte Vorstellung des Konzepts durch Ines Breiding. Im Rahmen des ELR-Programms besteht durch eine finanzielle Förderung von Maßnahmen auch im privaten Bereich die Möglichkeit, den Ort weiter zu entwickeln. Sehr umfangreich ging Ines Breiding auf die Bestandssituation ein. Durch die Um- und Neugestaltung von Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Scheunen sowie Straßen und Plätzen könnte die Attraktivität gesteigert werden.

Das Dorfbild würde zudem aufgewertet, die Dorfgemeinschaft gestärkt und lebendig gehalten, so Ines Breiding. Ein Ziel wäre auch die Schaffung von zeitgemäßem Wohnraum im „Altort“. Das bestehende Dienstleistungsangebot müsse gehalten und zusätzlich erweitert werden.

29 Gebäude stehen leer

Das Konzept sagt deutlich aus, dass im Ortsteil Rosenberg ein Bedarf an Wohnungen besteht, die auch innerorts durch den Umbau unter anderem von leerstehenden und ungenutzten landwirtschaftlichen Scheunen entstehen könnten. Sehr hoch sei die Zahl von leerstehenden Gebäuden – 29 allein im Ortsteil Rosenberg.

Förderschwerpunkte vorgestellt

Ines Breiding stellte dann die vier bestehenden Förderschwerpunkte vor, für die im ELR-Programm Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe gewährt werden. Im Rahmen einer kommunalen Maßnahme könnte man sich auch im Gemeinderat überlegen, was man mit den leerstehenden Häusern unterhalb der evangelischen Kirche macht, die im Besitz der Gemeinde sind.

In ihrer Analyse stellte die Diplom-Ingenieurin verschiedene Maßnahmen vor, darunter die Aufwertung der Ortseingänge sowie die Ortsrandgestaltung. In verschiedenen Straßen, wie zum Beispiel in der Haupt-, der Dorfstraße oder auch in der Brückenstraße bestehe eine historische Bausubstanz mit ortsbildprägenden Häusern und hohem Modernisierungsbedarf. In der Dorfstraße könnte zum Beispiel eine Seniorenwohnanlage entstehen oder ein Mehrgenerationen-Wohnhof, schlug Breidung vor.

Leerstände bestehen auch im „Altort“ und im „Wittstadter Weg“. Hier seien Ideen notwendig, diese Gebäude wieder einer neuen Nutzung zuzuführen.

Rosenbeet fehlt in Rosenberg

Eine zusätzliche Aufwertung des Dorfes könnten Rosenbeete sein, die man anlegen müsste, denn solche Beete seien im Dorf, obwohl es den Namen „Rosenberg“ trägt, kaum zu finden.

An verschiedenen Bildern zeigte Ines Breiding am Ende ihres Vortrages noch Beispiele von erfolgreich durchgeführten Dorfentwicklungsmaßnahmen in anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises.

Bürgermeister Matousek bedankte sich für den interessanten Vortrag, war aber selbst von der Analyse überrascht, dass im Ortsteil Rosenberg 29 Häuser unbewohnt sind und leer stehen.

Wie der Bürgermeister weiter sagte, wird der Gemeinderat in den nächsten Jahren diese große Aufgabe angehen.

Zudem plane er eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema, bei der man auch die Bevölkerung über Förderungsmöglichkeiten von Maßnahmen über das ELR-Programm aufklären und dafür sensibilisieren möchte. Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis.