Rosenberg

Gemeinderat tagte in Sindolsheim Überschüsse im Wald in Höhe von rund 94 000 Euro in den vergangenen beiden Jahren verzeichnet

Nach zwei guten Jahren folgt das „Elend“ 2019

Archivartikel

Sindolsheim.Die informative Waldbegehung wurde im Gasthaus „Rajas“ Feinschmecker in Sindolsheim mit einer öffentlichen Gemeinderatssitzung fortgesetzt, wo der Vollzug der Forstwirtschaftsjahre 2017 und 2018 sowie der Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2019 im Mittelpunkt standen.

Zahlen erläutert

Bevor man in die Tagesordnung einstieg, bedankte sich Bürgermeister Gerhard Baar bei den beiden Herren vom Forst für die gewohnt tolle Vorbereitung der Waldbegehung, sowie für die Ausarbeitung des informativen Exkursionsführers.

Revierleiter Christof Hilgers informierte über den Vollzug der beiden Forstwirtschaftsjahre 2017 und 2018. Der Abschluss des Jahres 2017 belief sich in den Einnahmen auf 300 981 Euro und bei den Ausgaben auf 207 228 Euro, womit sich ein Überschuss in Höhe von 93 753 Euro ergab. „Erfreuliche Zahlen, aktuelle Zahlen“ teilte Hilgers auch beim derzeit noch laufenden Forstwirtschaftsjahr 2018 mit, die sich die Einnahmen auf 279 568 Euro und in den Ausgaben auf 148 409 Euro belaufen, sodass mit einem vorläufigen Ergebnis von 131 158 Euro gerechnet werden kann. Da aber noch einige Ausgaben und Umbuchungen anstehen, wird für das Jahr 2018 ein Überschuss von 93 858 Euro prognostiziert, der fast auf dem gleichen Niveau der vergangenen Jahre liegt. Die beiden guten Ergebnisse wurden vom Gemeinderat einstimmig genehmigt.

Der von Oberforstrat Martin Hochstein vorgelegte und von Revierleiter Hilgers erläuterte Natural- und Finanzplan für das Jahr 2019 im Gemeindewald Rosenberg zeige deutlich „drastischere“ Zahlen gegenüber dem Vorjahr, die Bürgermeister Baar in einem Zwischenruf als ein „Elend“ verzeichnete.

Im kommenden Jahr ist eine Gesamtnutzung von 4890 Erntefestmetern vorgesehen, darauf entfallen auf die Vornutzung 2410 und die Hauptnutzung 2480 Festmeter. Die voraussichtlichen Einnahmen 2019 betragen rund 235 658 Euro, dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von rund 233 700 Euro, das mit einem sehr geringen Überschuss von nur noch 1958 Euro gerechnet wird. Man habe zwar „vorsichtig“ geplant sagte Hilgers der auch betonte, dass der deutliche Rückgang aus dem Erlös des Waldes auch dem niedrigen Käferholzpreis, der sich im freien Fall befindet, geschuldet ist.

Die Hiebsfläche beträgt 77,1 Hektar, die Schlagfläche 30 Hektar, Verjüngungsfläche vier Hektar, Kultursicherung 5,5 und Jungbestandspflegefläche 1,5 Hektar. An Ästung sind 185 Stück vorgesehen. Den aufgestellten Forstwirtschaftsplan bezeichnete Hochstein schon als Makulatur, denn man wisse nicht, was in Zukunft kommt. Der Gemeinderat stimmte dem vorgetragenen Forstwirtschaftsplan 2019 einstimmig zu. Die Festlegung der Brennholzpreise für das kommende Jahr war weiterer Beratungspunkt. Sie wurden wie von der Forstverwaltung vorgeschlagen gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und so belassen wie 2018: Die Preis 2019 im Einzelnen: Polter Hartholz gemischt 55 Euro pro Festmeter, Bürgerholz 40 Euro pro Raummeter, Sterholz 60 Euro pro Raummeter. Stehender Schlagraum 20 bis 30 Euro je Festmeter und liegender Schlagraum acht bis zwölf Euro je Festmeter. Der Vorschlag wurde vom Gemeinderat ebenfalls einstimmig angenommen.

Unter Punkt „Verschiedenes“ gab Oberforstrat Martin Hochstein eine kurze aktuelle Information zum derzeitigen Kartellverfahren zur Rund-holzvermarktung, wo es nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes eine wesentliche Veränderung gibt. Eigentlich bleibe „alles beim Alten“ sagte Hochstein. Nur der Holzverkauf sei keine staatliche Aufgabe mehr und könne neu geregelt werden. Über den Forsteinrichtungsplan 2020 bis 2029 informierte kurz Christof Hilgers. In seinem Schlusswort bedankte sich der scheidende Bürgermeister Gerhard Baar sowohl bei Oberforstrat Martin Hochstein als auch Revierleiter Christof Hilgers für die Ausarbeitung und Erläuterungen und die gute Zusammenarbeit.

Damit habe man das Waldvermögen der Gemeinde deutlich erhöht. Er wünschte beiden Forstleuten für die Zukunft alles Gute, mit dem Wunsch, dass unter dem neuen Bürgermeister die seitherige gute Zusammenarbeit auch weiterhin fortgesetzt wird und überreichte als kleines Zeichen seines Dankes ein Weinpräsent.

Martin Hochstein bezeichnete Gerhard Baar, der sich immer mit dem Wald identifizierte, als einen der angenehmsten Bürgermeister im Kreis, der auch über hohe fachliche Kenntnisse über den Wald verfüge. F