Rosenberg

Waldbegehung in Rosenberg Fünf verschiedene Waldbilder gezeigt / Neupflanzung wegen „galoppierendem“ Nadelholzschwund

Trockenheit begünstigt den Borkenkäfer

Archivartikel

In den Distrikt VII Stöckig in der Nähe des Regionalen Industrieparks Osterburken führte bei sommerlichen Temperaturen die Waldbegehung des Gemeinderates.

Rosenberg. Fünf verschiedene Waldbilder sah sich der Gemeinderat bei der Waldbegehung an. Bei dieser zweistündigen Rundwanderung konnten die Ratsmitglieder deutlich sehen, wie sich die derzeitige, bereits lang anhaltende Trockenheit auf den dortigen Fichtenbestand auswirkt, denn viele Bäume sind bereits vom Borkenkäfer befallen.

Aufschüttung vorgenommen

Bürgermeister Baar begrüßte auf dem Vorplatz der Baulandhalle die Kollegen aus dem Gemeinderat sowie seitens der Forstbetriebsleitung Adelsheim Oberforstrat Martin Hochstein und die beiden Revierleiter Dietmar Haid und Jürgen Günther. Nach der gemeinsamen Fahrt zum „RIO“ informierten sowohl Martin Hochstein als auch Revierleiter Günther über die dortige Wiederherstellung des Stöckigweges.

Zur Herstellung einer ebenen Fläche im Industriepark wurde südwestlich des Wirtschaftsweges eine meterhohe Aufschüttung vorgenommen, die nicht nur die Wegbreite stark verschmälerte, sondern an der Aufschüttungsbasis zu einem Austritt von organisch verunreinigtem Wasser geführt habe, sagte Günther.

Um den Weg auch für Lkw wieder befahrbar zu machen, wurde nach dem Einbau einer Kanalisation der Weg nach Nordosten verbreitert sowie ein Graben angelegt. Aus dem Hang austretendes Wasser fließt zukünftig überwiegend in die Kanalisation.

Nur einige Meter weiter schauten die Teilnehmer das nächste Waldbild an, wo deutliche Unterschiede zwischen einem 30- und 50-jährigen Eichenaltbestand erkennbar wa-ren. Wie Hochstein hier informierte, wurden in dem älteren knapp 50-jährigen Eichenbestand in Abteilung 4 e bereits die Zukunftsbäume markiert und in zwei Eingriffen durch die Entnahme von Bedrängern gefördert.

Maßnahmen stehen noch aus

Im benachbarten 30-jährigen Eichenbestand stehen diese Maßnahmen aber noch aus. Das Einbringen von Nadelholz stand beim nächsten Waldbild im Mittelpunkt, das einen 30-jährigen kleinflächigen ungleichaltrigen Mischbestand aus einer Pflanzung und Naturverjüngung nach dem Sturmwurf Vivian/Wiekbe im Jahr 1990 sowie Altbestandsresten aufweist. Nach einer erfolgten „Entrümpelung“, bei der 350 Festmeter Hackerholz anfielen, wurden im Frühjahr 2016 die Lücken mit Nadelholz auf einer Fläche von 1,5 Hektar aufgeforstet, beziehungsweise vorhandenes Nadelholz freigestellt.

Bei solchen Flächen, so Hochstein, stellt sich immer die Frage, was sinnvoller ist: die Übernahme einer qualitativ sehr schlechten Bestockung oder die Neuanpflanzung. Angesichts des galoppierenden Nadelholzschwundes habe man sich in diesem Fall für eine Neuanpflanzung entschieden.

Bei der nächsten Station der Waldbilder konnte der Gemeinderat schließlich einen rund 40 Jahre alten Bestand an Eschenstangenholz mit starken Schäden sehen, der langsam abstirbt und in der Auflösung begriffen ist.

Die kränkelnden Bäume werden zusätzlich von Sekundärschädlingen wie dem Eschenbastkäfer befallen. „Da ist nichts mehr zu retten“, ergänzte Günther. Deshalb müsse der Bestand geräumt werden, was ein Un-ternehmer durchführen wird. Dieser Bestand wird „Hackerholz“ verarbeitet. Soweit standörtlich möglich, erfolgt die erneute Bepflanzung mit Nadelholz.

„Dringender Handlungsbedarf“

Auf dem Weg zum nächsten Waldbild konnte der Gemeinderat nach einem Hinweis von Revierleiter Günther deutlich sehen, dass in verschiedenen Fichtenbeständen, bedingt durch die bereits lang anhaltende Trockenheit, denn dem Wald fehlt es auch an dringend benötigtem Regen, erste Bäume zu sehen waren, die bereits vom Borkenkäfer befallen sind.

„Wenn das trockene Wetter so weitergeht, werden in diesem Jahr vier Generationen an Borkenkäfern erwartet, was verheerend ist. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte Oberforstrat Martin Hochstein. Das letzte Waldbild zeigte eine „ungleichaltrige“ Kultur bis Dickung aus Douglasie und Laubholz nach Borkenkäferschäden als Folge des Trockensommers 2003. Die Schadensfläche weitete sich von anfangs einem Hektar in den Folgejahren durch Sturm und Käfer auf insgesamt fünf Hektar aus. Die Wiederaufforstung in den Jahren 2006 und 2007 wurde gefördert, weshalb hier mindestens 40 Prozent Laubholz (Bergahorn) eingebracht werden mussten.

Nach der interessanten Waldbegehung trafen sich die Teilnehmer in der Pizzeria „Capri“ zur Abschlussbesprechung, wo sich Bürgermeister Baar bei den drei Forstleuten für die vielen Informationen im Wald auch im detaillierten Exkursionsführer erhalten hat, sowie bei den Mitgliedern des Gemeinderates für die Teilnahme bedankte. F