Rosenberg

Sportfest gefeiert Zahlreiche langjährige Mitglieder ausgezeichnet / Ansprache vom Ehrenpräsidenten des Badischen Sportbundes, Heinz Janalik

„TSV Rosenberg lebt in einer sportlichen Idylle“

Mit einem großen sportlichen und kulturellen Festprogramm veranstaltete der TSV Rosenberg sein Sportfest.

Rosenberg. Beim Sportfest ist es seit vielen Jahren Brauch, dass am Sportfestsonntag langjährige und verdiente Vereinsmitglieder geehrt werden. Nach dem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt, der gemeinsam von Prädikant Michael Jehle-Fischer, Gemeindereferentin Lucia Eller und Gemeindeassistentin Alexandra Blaschek gestaltet und vom neu gegründeten Kinderchor sowie dem Posaunenchor Adelsheim-Rosenberg jeweils unter der Leitung von Kantor Park umrahmt wurde, begrüßte TSV-Vorsitzender Christof Geiger die vielen anwesenden Festbesucher.

Brücke zwischen Kirche und Verein

Sein Dank galt zuvor den beiden Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche für den schön gestalteten Gottesdienst, bei welchem ihnen in der Predigt eine schöne Brücke zwischen Kirche und Sportverein gelungen ist.

Geiger leitete zu den traditionel-len Ehrungen der 27 zu ehrenden Mitglieder über und blickte in einer Zeitreise jeweils in die Jahre ihres Eintrittes zurück. Im Jahre 1994, vor 25 Jahren, sind dem TSV Nikolai Geiger, Stefanie Geiger, Zekine Gül, Helga Huber, Volker Müller und Jürgen Schäfer beigetreten. Für ihre 40-jährige Mitgliedschaft wurden Anita Baumann, Matthias Becker, German Emmert, Paul Frey, Waltraud Gräupl, Reinhold Griebaum, Uwe Schreiweis, Anita Schweizer, Ursula Sonntag, Thomas Striehl, Gerlinde Tomschik, Karlheinz Volk, und Heinrich Weimer ausgezeichnet. Sechs Mitglieder wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft im TSV Rosenberg geehrt: Herta Eckel, Willi Gramlich, Reinhard Lang, Heinz Nies, Rudi Schweizer und Walter Sonntag.

Vor 60 Jahren ist dem Verein Hermann Fischer beigetreten. Mit einem besonderen Applaus für alle Geehrten überreichten die beiden TSV-Vorstände Christof Geiger und Yannik Wachter Ehrenurkunde und Ehrennadel.

Der stellvertretende Fußballkreisvorsitzende Horst Saling ehrte im Namen des Badischen Fußballverbandes die aktiven Spieler Philipp Albrecht, Alexander Löw und Torben Volk für ihre jeweils zehnjährige aktive Spielertätigkeit und überreichte in Würdigung um den Fußballsport die Verbandsehrennadel. Zugleich beglückwünschte er die Mannschaft zum Gewinn des „Doubles“ von Pokal und Meisterschaft. Er wünschte der Mannschaft in der kommenden Spielrunde in der Landesliga viel Erfolg. Er gehe fest davon aus, dass der TSV mit dem Abstieg in der neuen Liga im kommenden Jahr nichts zu tun haben wird.

Es ist immer ein beeindruckendes und besonderes Ereignis am Sportfest, das Grußwort des „Rosenberger Urgesteins“ Heinz Janalik, Ehrenpräsident des Badischen Sportbundes, hören zu dürfen, denn es ist, wie er eingangs seiner Ansprache sagte, für ihn eine liebgewordene Tradition, alljährlich zum TSV-Sportfest zu kommen. Es würde ihm etwas fehlen, so Janalik, wenn er nicht hier sein dürfte. Zuerst gratulierte er seinen Geehrten, Freunden und Weggefährten aus „alter“ Zeit zu diesen besonderen Ehrungen für unterschiedliche Mitgliedsjahre. Er lobte den Verein, dass er alljährlich sein Sportfest mit seinem traditionellen Festgottesdienst bereichere und das solle so auch zukünftig geschehen. Die tiefgründige mit viel Sinn ausgestaltete Predigt ging unter die Haut, wie auch die Mitwirkung des neuen Nachwuchskinderchores. Janalik bedauerte aber, dass sich der größte Kulturträger im Dorf, der Gesangverein, zwischenzeitlich auflöste. Der Besuch des alljährlichen Rosenberger Sportfestes ist mit ein alljährlicher Höhepunkt in seiner Familie. Er habe sich über die neuerliche Einladung sehr gefreut.

Der TSV-Fußball hat sich im vergangenen Jahr zum Vorteil verändert, was die grandiosen Erfolge deutlich zeigten. Aber in der Landesliga bleibt sein MFV Mosbach tabu, sagte er lächelnd. Sein Glückwunsch galt den Spielern, den Managern sowie dem gesamten Umfeld. „Denn Erfolge sind nur zu erzielen, wenn dieses Umfeld mit dazu beiträgt und stimmt.“ Vorbildlich nannte er auch die vereinstreuen Spieler, die den Verein nicht verlassen haben und den Verlockungen des Geldes anderer Vereine gefolgt sind. Mit großer Freude, so Janalik, habe er festgestellt, dass es wieder eine Sportkultur beim TSV gibt, denn diesem gehören viele unterschiedliche Abteilungen an. Die Inklusion ist für Janalik eine ganz wichtige Sache im Sport, da hier auch Menschen mit Behinderungen dem Sport gegenüber eine Chance haben, ebenso die Integration, wo es beim TSV Rosenberg ein erfolgreiches Projekt gegeben habe.

Der ehemalige Präsident zeigte auch die negativen Seiten im Sport auf, wo es für ihn sehr fragwürdig sei, wenn Kinder zu früh in den Spitzensport von überaus ehrgeizigen Eltern getrieben werden. Weitere Schlagworte in seiner bedeutenden Ansprache, die immer wieder von Beifall unterbrochen wurde, waren die sehr kritischen Anmerkungen zum Sensationssport, zum Doping und die grenzenlose Kommerzialisierung des Sports mit ihrer unmenschlichen Entwicklung. Hier nannte er auch den Fußball.

Der Amateursport sei auch manchmal schon grenzwertig. Er bat den TSV, alles zu unternehmen, Gehirnschmalz einzusetzen, um diesen Amateurfußball zu retten, denn der sei das notwendige Gegengewicht zum Profisport. Der TSV könne sich glücklich schätzen, dass er in einer sportlichen Idylle lebt und so solle es auch bleiben. Er bat die Spieler und Funktionäre, ihren Heimatverein zu pflegen, denn der Verein sei dies mit seinen vielen Sparten wert. Janalik hoffte, dass man sich im kommenden Jahr wieder sieht. Für seine vielbeachtete Ansprache gab es lang anhaltenden Beifall der anwesenden großen TSV-Familie. F