Seckach

Gemeinderat Seckach tagte Deckensanierung und ihre Kosten beschäftigten das Gremium / Zwischen 1,8 und 2,3 Millionen Euro teures Maßnahmenpaket

Bei den Kosten „schluckten“ die Räte

Archivartikel

Die Sanierung mehrerer innerörtlichen Straßen beschäftigte den Gemeinderat Seckach in seiner Sitzung am Montag.

Seckach. Bereits im Januar wurde die Gemeindeverwaltung Seckachs darüber unterrichtet, dass das Land Baden-Württemberg auf den Landesstraßen in Seckach und Großeicholzheim eine Deckenerneuerung vornehmen wird.

In das „Deckenprogramm aufgenommen wurden die L 583 in der Ortslage Seckach ab Verkehrskreisel bis Ortsende in Richtung Großeicholzheim, die L 583 in Großeicholzheim vom Ortseingang bis zur Einmündung in die Landesstraße L 520, also in Großeicholzheim die ganze Ortsdurchfahrt ab Ortseingang aus Richtung Waldhausen bis nach Kleineicholzheim, insgesamt 2370 Meter.

Kanäle im Vorfeld untersucht

Aus diesem Grund hatten sich sowohl Gemeinderat als auch Verwaltung dazu entschlossen, vorab schon mal die Kanäle – rund 3100 Meter Hauptkanal mit den 351 Hausanschlussleitungen und Wasserleitungsschächten – im öffentlichen Bereich durch eine Firma für 55 650 Euro untersuchen zu lassen.

Wie Diplom-Ingenieur Marco Rieß vom auswertenden Büro Sack & Partner aus Adelsheim und Bürgermeister Thomas Ludwig in der Gemeinderatssitzung am Montag in Seckach mitteilten, seien in den Kanälen viele Leitungen sanierungsbedürftig wegen nicht fachgerechter Anschlüsse nach heutigem Stand und bedürfen einer Anschlussstützensanierung. Die Gehwege in Großeicholzheim seien durchweg in Ordnung; nur einige Randsteine sind auszutauschen. In Seckach dagegen müssen die Randsteine und Gehwege fast komplett erneuert werden. Das Ingeniuerbüro solle jetzt eine Kostenberechnung und eine notwendige öffentliche Ausschreibung erarbeiten.

Durchführung 2018 „unrealistisch“

Auf Nachfrage von Gemeinderat Alexander Winter wurde deutlich, dass es zeitlich unrealistisch ist, dass das Deckenprogramm des Landes noch im Jahr 2018 durchgeführt werden kann.

Auch finanziell könnte das Ganze im laufenden Jahr allein nicht geschultert werden. Als „Hausnummer“ gab das Ingenieurbüro an, dass die Kosten für die Wasserversorgung bei 75 000 bis 90 000 Euro, die für die Kanäle zwischen 1,24 und 1,44 Millionen Euro und die Kosten für die Gehwege zwischen 500 000 und 750 000 Euro liegen.

Bei einem grob geplanten Kostenvolumen von 1,82 bis 2,28 Millionen Euro „schluckte“ nicht nur die Gemeindeverwaltung, sondern auch der Gemeinderat.

Es muss also noch einige Male besprochen und diskutiert werden, wann welche Arbeiten wie ausgeführt werden können, wenn dann die detaillierte Kostenberechnung des Ingenieurbüros Sack und Partner vorliegt, wenn alle Fördermöglichkeiten erkundet sind und eine Finanzierung gesichert sein kann.

Bebauungspläne für Solarparks

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurden nach erneuter Vorstellung durch Landschaftsarchitekt David Neidl aus Sulzbach (Oberfranken) auch die beiden modifizierten Bebauungspläne zur Errichtung von zwei großflächigen Photovoltaikanlagen durch die Firma Anumar GmbH aus Ingolstadt gebilligt. Dabei handelt es sich um einen Solarpark auf der Gemarkung „Krumme Fürch“ in Seckach und um eine Anlage auf der Gemarkung „Hohler Stein/Speckengrund“ in Seckach und Großeicholzheim.

Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt, die Pläne für die Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange im Bürgerbüro des Seckacher Rathauses vom 9. Juli bis 17. August 2018 offenzulegen.

Breitbandausbau

Mit einer in Aussicht gestellten 100-prozentigen Förderung aus dem Bundestopf „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ und einer engen Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Neckar-Odenwald-Kreises setzt die Gemeinde Seckach auch weiterhin auf strukturelle Verbesserungen im Bereich des Internetangebotes.

Bürgermeister Thomas Ludwig: „Unser Ziel ist es, dass das Kupferkabel auch auf den letzten Abschnitten von den Multifunktionsgehäusen bis in die Gebäude und in jede einzelne Wohnung hinein durch Glasfaser ersetzt werden“.

Folgerichtig stimmte der Gemeinderat nun der Erstellung eines kommunalen Ausbauplans (auch für alle Schulen im Landkreis) zum weiteren Ausbau der hiesigen Breitbandversorgung zu.

Er beauftragte die Verwaltung, die entsprechenden Fördermittel zu beantragen.