Seckach

Vernissage am 19. Mai Sieben neue Arbeiten bereichern den Weg durch das Bauland / Geführte Rad- und Bustouren bei der Eröffnung

Buchen ist jetzt Teil des Skulpturen-Radwegs

Archivartikel

Dranbleiben ist die gelassene Art, Ziele zu erreichen. Die „Macher“ des Skulpturen-Radweges wissen das. Die neuen Arbeiten werden bei einer aktiven Vernissage am 19. Mai ab 11 Uhr vorgestellt.

Seckach. Auf der 77 Kilometer langen Radwegroute finden sich seit 2006 18 Arbeiten verschiedener Künstler, die für einige Diskussionen sorgten.

Ausstellungsfläche erweitert

Die künstlerisch aufgewertete Radstrecke wurde damals möglich durch die enge Partnerschaft der fünf Kommunen Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach, die in dem 1979 gegründeten Zweckverband Regionaler Industriepark Osterburken (RIO) zusammenarbeiten.

Erweitert wird die Ausstellungsfläche in diesem Frühjahr um jeweils ein weiteres Kunstwerk. Zukünftig beteiligt sich auch die Stadt Buchen an dem Projekt und wird zwei neu geschaffene Werke ausstellen. Ziel sei nach wie vor, Menschen mit dem Skulpturen-Radweg auf die herrliche Gegend aufmerksam zu machen. Denn es gibt wohl kaum ein schöneres Geschenk als Aufmerksamkeit. Und dauerhafte, kleine Schritte sind nachhaltiger als „schneller Erfolg“. „Buchen war am Anfang aus fördertechnischen Gründen nicht mit im Boot“, erläutert Projektleiter Ekkehard Brand bei einem Vor-Ort-Termin, bei dem die verschiedenen Kunstwerke präsentiert werden. Umso mehr freue man sich jetzt, dass Buchen angebunden sei, verdeutlicht Sarah Wörz, Betriebswirtin für Tourismus bei der Stadt Buchen.

„Es ist nicht einfach, Kunst auf’s Land zu holen“, meint der frühere Seckacher Bürgermeister Ekkehard Brand. „Unser Anliegen ist es, mit der Kunst am Radweg den Fahrradweg zu befördern. Wir nehmen Kunst als attraktives Mittel, um die Landschaft noch interessanter zu machen“, verdeutlicht er. Die Hoffnung des Verbandes sei dabei auch, dass die topographische Herausforderung des Radweges durch die vielen E-Bikes inzwischen viel besser machbar sei.

Jeden Tag auf Skulpturen-Radweg

Und prompt kommt im Regen ein E-Bike daher: Für Wolfgang Hovemann, der inzwischen fast 80 Jahre alt ist, gehört der Skulpturen-Radweg zum Alltag. Seit er Fahrrad fährt, hat er nach eigenen Angaben keine Knieprobleme mehr. Neun Monate im Jahr fährt er täglich die Strecke vom Jugenddorf Klinge nach Walldürn und kommt an verschiedenen Kunstwerken vorbei.

Nina Laafs neue Skulptur „Welle“ liegt auf seinem Weg und ist eine der sieben neuen Skulpturen, die in der Nähe von Seckach zu finden sind. Die Künstlerin holt das Meer ins Bauland und lässt den Radfahrer durch die Wellen waten. „Heute habe ich es also doppelt“, scherzt Hovemann, zeigt nach oben und setzt seine Fahrt fort. „Es gibt wunderschöne Geschichten über festgefahrene Lkw beim Installieren der Kunstwerke und der Hilfe, die sich Menschen unterschiedlicher Couleur beim Skulpturen-Radweg zukommen lassen. Es bleibt neu, spannend und es gibt immer etwas zum Entdecken“, verspricht Marlies Ebel-Walz, Wirtschaftsförderin beim RIO.

Ob poetisch, irritierend oder überraschend – die neue Kunst in der Natur lade zu neuen Perspektiven ein. So beginnt der Tag der Vernissage um 11 Uhr in Verbindung mit dem Brückenfest in Osterburken unter der Brücke mit der Begrüßung und einem Stehempfang. Ab 12.30 Uhr stehen alle Künstler der neuen Skulpturen für Gespräche zur Verfügung. Verschiedene Rad- und Bustouren zu den Kunstwerken werden angeboten. Interaktiv kann man sich dabei mit den Kunstwerken und ihrer Entstehung auseinandersetzen.

„Denn Kunst beginnt bereits mit dem ersten Gedanken und reicht bis zur Fertigstellung“, zitiert Ekkehard Brand Professor Dr. Tilman Osterwold, den ehemaligen Leiter des Württembergischen Kunstvereins. Zusammen mit Professor Werner Pokorny, dem Vorsitzenden des Künstlerbundes Baden-Württemberg, Künstler Erwin Holl, Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Jürgen Galm, Nico Hofmann, in Vertretung von Bürgermeister Roland Burger, Seckachs Alt-Bürgermeister Ekkehard Brand, der gleichzeitig Projektleiter ist, sowie Baron Louis von Adelsheim wählte er die Arbeiten in der Jury aus. Eingereicht wurden sie von Absolventen der Staatlichen Akademien der Bildenden Künste Stuttgart und Karlsruhe und der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

Die Themen der jungen Künstler sind vielfältig und spiegeln die Auseinandersetzung mit der Landschaft des Neckar-Odenwald-Kreises, aber auch immer mit dem Menschen selbst wider.

Sie zeigen seinen Umgang mit der Natur, seine eigene Isolation in der heutigen Zeit, aber auch sein Zugehörigkeitsgefühl und sein Bedürfnis nach Nähe. Einige Skulpturen sind partizipativ: Der Betrachter soll selbst aktiv werden, um zu erfahren. Immer wird dabei sein Blick verändert, regen die Skulpturen zum Nachdenken an. Nachdenken über die Natur, den Menschen und über sich selbst.

Gewinner des Wettbewerbs

Die sieben Gewinner des Wettbewerbs sind Jochen Damian Fischer und Markus Gehrig (AdBK Stuttgart), Nina Laaf und Nino Maaskola (AdBK Karlsruhe) Laila Auburger und Franziska Jaschek (AdBK Nürnberg). Mit 25 000 Euro je Kunstwerk, vergeben durch den Zweckverband RIO, können die Künstler ihre Werke auf dem Radweg realisieren.