Seckach

75. Geburtstag In Seckach heimisch gewordener Künstler feierte heute / Neue Exponate in Arbeit

Das Ziel vor Augen hält Armand Warin weiter jung

Archivartikel

Seckach.Ein festes Ziel vor Augen zu haben, das hält den Seckacher Künstler Armand Warin dauerhaft jung. Der „Global Player“ oder auch „Weltreisende in Sachen Kunst“, wie ihn die Fachzeitschrift „Artprofil“ bereits vor einigen Jahren bezeichnete, feiert am heutigen Mittwoch seinen 75. Geburtstag. Und er sprüht noch immer nur so vor Kreativität. Derzeit richtet sich sein Ehrgeiz auf die Perfektionierung von moderner Porträtmalerei mit Charakterstudien. Die „Spielerei“ mit abstrakter Malerei, durch die Warin einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, liebt er zwar noch immer, doch die neue künstlerische Herausforderung reizt ihn enorm.

Ziel ist eine regionale Ausstellung

Und darum arbeitet er besessen, um in Bälde eine regionale Ausstellung bestücken, und auch, um wieder einmal in einem Museum ausstellen zu können.

Studiert hat Armand Warin an der Ecole des Beaux-Arts. Thematisch wie stilistisch entscheidend geprägt wurde er nach eigenen Aussagen auf seinen langen Auslandsreisen, wo er die verschiedenen Zivilisationen und deren künstlerische Ausdrucksformen kennenlernte.

Fast 15 Jahre arbeitete Warin als Innenarchitekt in Paris und der Bretagne, bis er 1983 Frankreich den Rücken kehrte, um sich künstlerisch auf die Gegend um Heidelberg zu konzentrieren und zahlreiche Auftragsarbeiten durchzuführen, wobei seine Werke in großen Galerien in London, Kopenhagen, Paris, Bayreuth und in zahlreichen Firmen zu finden waren. Nach einer kurzen Rückkehr in sein Heimatland zog es Warin Mitte der 90er Jahre endgültig nach Deutschland zurück. Von Sinsheim, Kassel, Frankfurt und wieder Sinsheim aus wandelt sich seine künstlerische Intention. Warin wandte sich vom Motiv ab und der Abstraktion zu. Jedoch in einer vollkommen neuen Arbeitsweise, die ausschließlich ihm zuzuordnen ist. Er arbeitete mit Lack und Acryl auf Aluminium, im Klein- und Großformat, auf Möbeln oder in Bildform.

Und seine farblichen und figürlichen Kompositionen waren und sind so vielschichtig wie der quirlige Südfranzose kreativ ist. Die Besonderheit liegt bei seinen Exponaten bis heute nicht nur im Farbenspiel, sondern vor allem in den figürlichen Andeutungen inmitten der abstrakten Werke.

In dieser Besonderheit lag auch das Schwierige seiner abstrakten Kunst. „Für mich ist es sehr viel einfacher, gegenständlich zu malen. Die Herausforderung, im Abstrakten etwas kenntlich zu machen, reizt mich besonders“, erläuterte der Künstler. Als er nun für sein neues Ziel künstlerisch umkehrte, fiel ihm auf, wie schwierig das figürliche Malen sein kann, wenn das Motiv ein Gefühl oder einen Charakter ausdrücken soll. Doch der temperamentvolle Franzose schaffte auch diese Hürde und seine neuesten Exponate sprechen bereits für sich.

Die Liebe hat ihn nach Seckach gebracht, wo er inzwischen in der fast komplett sanierten eigenen Galerie arbeitet und ausstellt. Auch hat sich seine Meinung bewahrheitet, dass es dank des Internets auch im ländlichen Bereich möglich ist, sich inmitten der Kunstwelt zu bewegen und dennoch die Ruhe und Muse künstlerischen Schaffens zu genießen. Doch er vermisst in seiner Wahlheimat kulturelle Veranstaltungen bzw. künstlerisch bedeutsame Ausstellungen, wie sie auch eine kleine Gemeinde bekannt machen könnten.

Darüber hinaus lässt Armand Warin es sich nicht nehmen, ehrenamtlich im sozialen Bereich zu wirken in Form von Kunst-Unterricht für Behinderte, wenn man ihn fragt. Die FN schließen sich den sicher zahlreichen Glückwünschen zum heutigen Ehrentag gern an. L.M.