Seckach

Politisches Abendgebet Geistlicher Weg durch „Gottes schöne Natur“

Fünf Stationen zum Innehalten

Archivartikel

Seckach.Als „gelebte Kirche“ präsentiert sich in der Reihe des politischen Abendgebets der Seelsorge-Einheit-Initiative „fromm und politisch“ vor allem der geistliche Weg durch „Gottes schöne Natur“.

Denn für die Menschen um Pfarrer Kurt Wolf, die Diakone Manfred Glittenberg und Bernhard Greef sowie Siglinde Mack und Edith Bundschuh bedeutet Kirche vor allem die Menschen und diese hatten mit der Teilnahme geistigen, sportlichen und kulinarischen Genuss.

Denn die fünf Stationen dieses geistlichen Wegs starteten am Marienbrunnen im Forum des Kinder- und Jugenddorfs Klinge, an dem Medaillons mit Motiven aus der Schöpfungserzählung angebracht sind.

Wie Pfarrer Wolf erläuterte, ist in einem auch das Wappen des Klosters Seligental dargestellt, womit an das Kloster der Zisterzienserinnen erinnert wird, die von 1236 bis 1568 ganz in der Nähe lebten. Darüber hinaus war diese erste Station schon aufgrund der Nähe zum Jakobsweg bei Adelsheim dem Pilgern gewidmet, das zu allen Zeiten als Metapher für den Lebensweg steht.

Denn wer auf dem Jakobsweg pilgert, ist innerlich und äußerlich unterwegs, sieht die nächste Tagesetappe, den nächsten Schritt und lernt, mit geschärftem Sinn Unsicherheit auszuhalten und anzunehmen. Im Ergebnis führt das zu der Freiheit, ganz im Augenblick leben zu können und Gott an seiner Seite zu wissen.

Das zeigte sich den Teilnehmern auch auf ihrem Weg zur zweiten Station in der Talsenke zwischen Klinge und Seckach mit dem Blick auf eine ausgewogene und intakte Landbearbeitung mit Feldern, Hecken und Bäumen und den dazugehörenden Tieren.

Und dass einige der Tiere uns nicht nur nützlich sind, wie an der dritten Station – einem Haus mit Hühnerhof – deutlich sichtbar, sondern oft auch Freude und Trost sind, erfuhr man von Pfarrer Wolf auf dem weiteren Weg. Gute Gründe, sich für die Schöpfung einzusetzen und mit den Tieren wertschätzend umzugehen.

Doch das ist nur ein Teil von dem, was der Mensch auf seinem langen Lebensweg lernen soll, bis er auf einem Friedhof wie Station 4 ihn zeigt, ankommen und seine Sehnsüchte erleben kann. Er muss lernen, was wirklich wichtig ist im Leben, die Prioritäten erkennen und das Schöne im Leben und seine Lebensaufgaben erkennen.

Wenn der Mensch das schafft, so der Tenor dieses politischen Abendgebets, dann lebt er eine offene Kirche, die Impulse geben kann auf die Fragen von heute. Dann steht er nicht für Station 5 des Abends, die verlassene Kriegergedächtniskapelle am Wegesrand oder das Bild, das Kirche heute abgibt, sondern als Christ, der die Probleme der heutigen Zeit bewältigen und seinen Mitmenschen Stütze sein kann. L.M.