Seckach

Bei der Verbandsversammlung Jahresrechnung 2017 festgestellt / Etat für 2018 beschlossen / Stelle in technischer Verbandsverwaltung wird ausgeschrieben

Größte Einzelbaumaßnahme ist die Vergrößerung des HRB Sindolsheim

Roigheim.Auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung des Zweckverbands „Hochwasserschutz Einzugsbereich Seckach/Kirnau“ standen neben dem Bericht über die Probestauung der Seckach (siehe oben) die Feststellung der Jahresrechnung 2017, der Etat 2018 und die Weiterentwicklung der technischen Verbandsverwaltung.

Die Jahresrechnung wurde von Verbandsrechner André Kordmann eingehend erläutert und schließt im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von je 438 637 Euro (42 863 Euro weniger als in den Ansätzen) und im Vermögenshaushalt mit je 333 021 Euro (ein Plus von 21 Euro gegenüber den Ansätzen).

Der größte Anteil der Ausgaben des Verwaltungshaushalts entfällt mit rund 222 000 Euro auf den Betrieb und die Unterhaltung der Hochwasserrückhaltebecken. Die Zinsaufwendungen machen rund 145 000 Euro aus und die Kosten der allgemeinen Verwaltung rund 72 000 Euro. Im Vermögenshaushalt stellten die Tilgungen mit rund 189 000 Euro den größten Ausgabeblock dar – vor den Ausgaben für die vertieften Sicherheitsüberprüfungen mit rund 94 000 Euro. Da keine Kreditaufnahme vonnöten war, sank der Schuldenstand auf rund 2,87 Millionen Euro.

Rückzahlung an die Mitglieder

Bei den Verbandsumlagen dürfen sich die Mitgliedskommunen über Rückzahlungen in Höhe von rund 44 000 Euro freuen, wobei allerdings ein Teil der ersparten Beträge zeitversetzt im laufenden Jahr 2018 anfallen wird.

Der Feststellung der Jahresrechnung wurde ebenso einmütig zugestimmt wie im darauffolgenden Tagesordnungspunkt dem Haushalt 2018.

Kosten für die Unterhaltung

Der Etat sieht Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt in Höhe von je 561 800 Euro und im Vermögenshaushalt von je 309 200 Euro vor. Für die Volumenerhöhung im Verwaltungshaushalt sorgen vor allem anstehende Sanierungs- und Unterhaltungsarbeiten an den Hochwasserschutzeinrichtungen sowie die Erweiterung des Leistungsumfangs im Rahmen des Neuabschlusses eines Wartungsvertrages (Stahlwasserbau, Elektro-, Mess- und Steuerungstechnik, Leitsystem) für die Hochwasserrückhaltebecken. Im Vermögenshaushalt fallen rund 194 000 Euro für Tilgungen und rund 115 000 Euro für die Umsetzung der Ergebnisse der vertieften Sicherheitsüberprüfungen an. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen.

Verbunden mit dem besten Dank an Verbandsrechner Kordmann für die engagierte und verlässliche Betreuung der Verbandsfinanzen leitete der Vorsitzende zu den Berichten des Technischen Leiters Dr. Wolfgang Hauck über. Dieser stellte am Beginn seiner Ausführungen die Erfahrungen der Stauwärterschulungen dar und erläuterte dann, wie der Verband seine Betriebsanweisungen laufend fortschreibt. Weiter sei ein stark an ökologischen Aspekten orientiertes Pflegesystem für die Grünflächen auf den beziehungsweise um die Hochwasserrückhaltebecken entwickelt worden.

Die Aufwendungen für die Umsetzung der Ergebnisse der vertieften Sicherheitsüberprüfungen sowie für die Ertüchtigung der Stauanlagen werden sich, über mehrere Jahre verteilt, voraussichtlich auf 910 000 Euro belaufen, wofür eine Fachförderung nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft in Höhe von rund 440 000 Euro erwartet wird.

Planung auf Hochtouren

Die größte Einzelbaumaßnahme der nächsten Jahre wird die Vergrößerung des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) 26 Sindolsheim/ Kirnau sein, wofür die Planungen auf Hochtouren laufen.

Aber auch im Bereich der noch ausstehenden ergänzenden Maßnahmen in den Ortslagen tut sich einiges, so Dr. Hauck: Arbeitsschwerpunkte sind zur Zeit Adelsheim, Bödigheim, Osterburken, Schlierstadt und Sindolsheim, aber auch Eberstadt und Rinschheim stehen auf der „To-Do“-Liste.

Zuletzt wagte Dr. Hauck noch einen Ausblick auf die künftig möglich werdende Nutzung von Online-Radardaten bei Starkregenereignissen, womit die Warnungen vor Hochwasserereignissen nochmals deutlich beschleunigt und präzisiert werden können – der hiesige Zweckverband soll auf Bitten der Landesverwaltung auch hier wieder eine Vorreiterrolle einnehmen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ermächtigte die Versammlung den Verbandsvorsitzenden mit der Auftragsvergabe für die in den kommenden fünf Jahren anstehenden Wartungsarbeiten an den Hochwasserrückhaltebecken. Es wird mit Kosten in Höhe von insgesamt 190 000 Euro gerechnet.

Eine besondere Tragweite hatte schließlich der letzte Tagesordnungspunkt zur Weiterentwicklung der technischen Verbandsverwaltung. Weil sich der Zweckverband „Hochwasserschutz Einzugsbereich Seckach/Kirnau“ in den letzten Jahren zusehends von einem bauenden zu einem unterhaltenden Verband verändert habe, komme der Existenz einer technischen Verbandsverwaltung immer mehr Bedeutung zu, so der Vorsitzende.

Dr. Hauck geht in den Ruhestand

Bereits seit dem Januar 2015 wirke der langjährige Beigeordnete der Stadt Buchen, Dr. Wolfgang Hauck, verdienstvoll in dieser Position, aber nun wolle er sich endgültig in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen.

Bei der Suche nach einer Nachfolgelösung spielte auch die heutige Situation auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle, und so entschied man sich im Verbund mit mehreren Partnern für die Schaffung einer Vollzeitstelle auf Ingenieursniveau (die FN berichteten).

Weitere Aufgaben

Konkret soll diese Person daher nach dem altersbedingten Ausscheiden des derzeitigen Stelleninhabers auch als Technischer Leiter der Wasserversorgung Bauland GmbH fungieren und außerdem wird der Zweckverband Hochwasserschutz künftig die Betreuung der lokalen Hochwasserrückhaltebecken in Ravenstein, Adelsheim und im Interkommunalen Gewerbepark Odenwald übernehmen.

Zu allen dafür nötigen vertraglichen Regelungen gab die Verbandsversammlung ebenso ihre Zustimmung wie zu der in enger Abstimmung mit der Gesellschafterversammlung der Wasserversorgung Bauland stattfindenden Stellenausschreibung, die Ende Juli erfolgen soll.

Mit dem Dank des Verbandsvorsitzenden Bürgermeister Thomas Ludwig an die Mitarbeiter der Verbandsverwaltung, an die Mitgliedskommunen, an die Stadtwerke Buchen und an die drei beteiligten Landratsämter für die stets zielorientierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohl des Hochwasserschutzes für das gesamte Einzugsgebiet endete die harmonisch verlaufene Verbandsversammlung.