Seckach

Im Kinder- und Jugenddorf Klinge Neue Domizile für 24 junge Menschen und drei Hausleiter / Acht Bauabschnitte sind geplant / Wachsende Anforderungen

Grundstein für neue Häuser gelegt

Archivartikel

„Wir kommen heute unserem Ziel, das Kinder- und Jugenddorf Klinge für die wachsenden Anforderungen langfristig attraktiv und kompetent aufzustellen, einen wichtigen Schritt näher.“

Seckach/Klinge. Mit diesen Worten eröffnete Dieter Gronbach als Geschäftsführer Verwaltung des Kinder- und Jugenddorfes Klinge die Veranstaltung beim Start des ersten von insgesamt acht Neubauabschnitten im Beisein zahlreicher Gäste.

„Unsere in die Jahre gekommenen Kinderdorfhäuser müssen den heutigen Anforderungen und den unterschiedlichen behördlichen Richtlinien und Vorgaben weiter angepasst und erweitert werden. Dies ist aufgrund der Bausubstanz und dem nicht wesentlich zu verändernden Raumangebot so nicht mehr zu verwirklichen.“

Weiter betonte Dieter Gronbach, dass man mit dem Startschuss für diesen ersten Bauabschnitt, den Neubaukomplex mit einem Langhaus und einem U-förmigen Gebäudekomplex, die Beherbergung von drei Kinderdorfhausgemeinschaften für 24 Kinder und Jugendliche sowie drei Hausleiterwohnen verwirklichen werde. Er erinnerte an den zeitlichen Vorlauf, die planerische Vorarbeit und dankte allen bislang Beteiligten für ihre umsichtige und kooperative Unterstützung.

Gronbach bezeichnete die „Grundsteinlegung“ als historischen Tag in der Geschichte der Klinge und betonte auch, dass man nahtlos weiter an den folgenden Bauabschnitten arbeiten werde.

Architektin Dea Eckert vom gleichnamigen Architekturbüro in Buchen und Heidelberg: „Eine Grundsteinlegung ist etwas Besonderes. Die ,Zeitkapsel’, welche die Kinder im Eingangsbereich dieses ersten Langhauses verbuddeln werden, enthält neben Bauplänen eine Tageszeitung, Euro-Münzen und einen Dollarschein in Anlehnung an die Herkunft meines Mannes.“

Sie sei stolz, dieses herausragende Projekt planen und begleiten, sowie mit heimischen Handwerkern erbauen zu dürfen. Bei diesem Abschnitt würden bis Mitte Oktober auf dem ehemaligen Schwimmbad drei Kinderbereiche und drei Hausleiterwohnungen auf 2900 Quadratmetern Bruttogeschossfläche mit 700 Quadratmetern Schieferbodenbelag in Holzbauweise entstehen.

Diese Bauweise sei gestalterisch, pädagogisch und ökologisch optimal, außerdem pflegeleicht und sehr robust. Verbaut würden 31 Schlafzimmer, 21 Bäder und WCs, 102 Fenster, 105 Innentüren und 750 Schalter und Steckdosen.

Als ganz besonders wichtig für die Kinder erwähnte Dea Ecker, dass die Hobby-Räume vom einstigen Kellerbereich in die riesigen Dachbereiche verlegt werden, dass es auf allen Stockwerken Lesenischen und Spielbereiche gebe und über der Garagen ein weiterer Spielschuppen entstehe. Mit diesem Bau am Schwimmbadweg, der derzeit wohl der wichtigste und spannendste in ihrem Büro sei, bleibe man in der vor allem kinderfreundlichen Tradition der Klinge.

Die besten Wünsche für den Landkreis, den Kreistag und von Landrat Dr. Achim Brötel übermittelte der Erste Landesbeamte Dr. Kleih. Er erinnerte an die Verantwortung der heutigen Menschen gegenüber den nachfolgenden Generationen und reihte sowohl die Institutionen der Klinge als auch die zukunftsweisende Gestaltung des Neubaus mit Holzbauweise und Selbstverständnis zur Eigenverantwortung mit ein.

Das Kinder- und Jugenddorf Klinge habe sich in der gesamten Zeit seines Bestehens den zeitgeistlich erforderlichen Veränderungen sowohl in ihrer Philosophie als auch in der Pädagogik und der Organisation gestellt, was nun auch baugestalterisch seinen Ausdruck finde.

Diese Investition in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen sei eine gewinnbringende Anlage in eine positive Gesellschaftsentwicklung.

Gottes Segen für einen unfallfreien Baufortgang und für alle an der Weiterentwicklung der Klinge Beteiligten übermittelte schließlich Diakon Joseph Depta, was durch das gemeinsame Vaterunser aller noch deutlich verstärkt wurde, ehe man mit dem gemeinsam gesungenen Klingelied zu einem kleinen Umtrunk in der Kantine „St. Benedikt“ überleitete. L.M.