Seckach

Jubiläum Patenschaft zwischen Gemeinde Seckach und ehemaligen Bewohnern des Böhmerwalddorfes Schüttwa besteht seit 30 Jahren

„Johannes von Schüttwa“-Denkmal wird im Mai eingeweiht

Archivartikel

Seckach.Seit 30 Jahren besteht die Patenschaft zwischen der Gemeinde Seckach und den ehemaligen Bewohnern des Böhmerwalddorfes Schüttwa. Man schrieb den 26. Juni 1988, als der damalige Seckacher Bürgermeister Ekkehard Brand und der Ortsbetreuer von Schüttwa, Franz Metschl, im Rahmen der Seckacher 1200-Jahr-Feier die Patenschaftsurkunde unterzeichneten.

Formaler Akt

Mit diesem formalen Akt wurde nicht zuletzt die Aufbauleistung der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg gewürdigt – gerade in Seckach fanden viele Schüttwaer nach 1946 eine neue Heimat. Außerdem werden hier schon seit den 70er Jahren regelmäßig die Heimattreffen der Schüttwaer abgehalten.

Seit 2016 sind in Schüttwa (heute: Sitbor) erfreuliche Aktivitäten zu verzeichnen. Tatsächlich hat sich in Schüttwa in der Zwischenzeit mit Unterstützung der „alten Schüttwaer“, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, des Bezirks Pilsen sowie der Stadt Pobezovice (ehem. Ronsperg), zu welcher Schüttwa heute gehört, einiges getan: Unter anderem befindet sich das Kriegerdenkmal mittlerweile in einem einwandfreien Zustand, auf dem Friedhof wurden viele Grabsteine aufgerichtet sowie Grabkreuze frisch gestrichen und nicht zuletzt ist über dem Presbyterium (Chorraum) der Kirche bereits ein neues Dach installiert. In neuem Glanz erstrahlt außerdem auch der Dorfplatz mit einem Infobuch und einem Denkmal für Johannes von Schüttwa, dem bekannten deutschen Dichter, Stadtschreiber und Notar.

Johannes von Schüttwa lebte von 1350 bis 1414 vor allem in Prag und schuf mit „Der Ackermann aus Böhmen“ eines der bedeutendsten Werke der spätmittelalterlichen deutschen Literatur.

Unterm Strich hat der Verein „Spolek Mikulás“ unter Vorsitz von Václav Kohout und dessen Stellvertreter Ing. Ivo Dubsk die angekündigten Vorhaben in die Tat umgesetzt.

Die offizielle Einweihung des Denkmals mit kulturellem Rahmenprogramm findet am Samstag, 12. Mai, um 14 Uhr in Schüttwa statt.

Sie wird gemeinsam von den Partnerstädten Pobezovice und Schönsee (Landkreis Schwandorf) organisiert. Auch die Gemeinde Seckach sowie die alten Schüttwaer sind hierzu willkommen.

Bei genügend Interesse wird die Gemeinde Seckach zu diesem Anlass einen Bus organisieren, aber auch die Bildung von Fahrgemeinschaften ist möglich. Die Abfahrt in Seckach am 12. Mai wird gegen 8 Uhr sein, mit der Rückkehr kann gegen 22 Uhr gerechnet werden. L.M.