Seckach

Politisches Abendgebet Gläubige „in Sorge um das gemeinsame Haus“

Plädoyer für „ganzheitlich gelebte Ökologie“

Archivartikel

Seckach.Die Themen beim „Politischen Abendgebet“, das die Initiative „fromm und politisch“ einige Male im Jahr anbietet, sind so vielfältig wie interessant, haben aber immer mit dem Verhalten der Menschen zu tun und mit den Auswirkungen dieses Handelns. Das jüngste Thema drehte sich um die „Sorge für das gemeinsame Haus“.

Die Diakone Bernhard Greef und Manfred Glittenberg und Sieglinde Mack erläuterten in der gut besuchten Klingekirche: „Wir nehmen in diesem Gottesdienst die gesamte Schöpfung in den Blick, die belebte und die unbelebte Welt.

Papst Franziskus hat sie zum Thema seines Rundschreibens ’Laudato Si’ gemacht.“ Ausdrücklich beziehe sich dieser auf Franz von Assisi und dessen Sonnengesang „für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und ganzheitlich gelebte Ökologie“.

Passend dazu erklang das Lied „This land is your land“. Hingewiesen wurde auch darauf, wie wichtig es sei, sein Konsumverhalten zu überdenken und seine Heimat pfleglich zu behandeln.

So erfuhren die Gottesdienstbesucher auch die Gedanken und Empfehlungen von Papst Franziskus, dem es darum geht, dass die Menschen ihre Verantwortung innerhalb der Schöpfung wahr- und ernstnehmen, Sorge tragen für das gemeinsame Haus, in dem alle mit Tieren, Pflanzen und allen von Gott geschaffenen Wesen wohnen. Denn die Erde „schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat“. Und der der Papst merke an, die „Klage der Armen“ und die „Klage der Erde“ seien nicht voneinander zu trennen. Immer wieder wurden die gesprochenen Passagen mit passenden Liedern wie „In Ängsten, die einen…“ oder „He’s got the whole world“ unterstrichen.

Auch kritische Worte des Papstes konnte man hören, der in der gleichen Enzyklika anmerkt: „Wir müssen zugeben, dass wir Christen den Reichtum, den Gott der Kirche geschenkt hat, nicht immer aufgenommen und weiterentwickelt haben – ein Reichtum, in dem die Spiritualität nicht von der Leiblichkeit, noch von der Natur oder den Wirklichkeiten dieser Welt getrennt ist, sondern damit und darin gelebt wird, in Gemeinschaft mit allem, was uns umgibt.“ Der Gottesdienst machte deutlich, dass jeder einzelne mit seinem Verhalten beitragen kann, das Geschenk der Schöpfung und der Gemeinschaft würdig zu stärken und nicht auszunutzen.

Stationenweg am 10. Juni

Abschließend gab Manfred Glittenberg den Termin des nächsten politischen Abendgebets am Sonntag, 10. Juni um 18 Uhr bekannt. Er wird als geistlicher Stationenweg in der Klinge unter dem Thema „Leben ermöglichen – Wasser“ mit einem anschließenden gemütlichen Beisammensein stattfinden. L.M.