Seckach

In der Großeicholzeimer „Tenne“ Seckach und die Bundeswehr Walldürn feierten das Jubiläum „30 Jahre Patenschaft“ / Gelebte Freundschaft

Rückhalt in Bevölkerung als „Motivator“

Seckach feierte in der Großeicholzheimer „Tenne“ das Jubiläum „30 Jahre Patenschaft Gemeinde Seckach und Bundeswehr Walldürn“ mit zahlreichen Gästen.

Großeicholzheim. „Die Entwicklung Seckachs ging nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sehr steil nach oben. Ursächlich dafür war neben den Aufbauleistungen aller vor allem die Tatsache, dass nach 1945 Frieden und Freiheit in unser Land eingezogen waren. Daran hatte die Bundeswehr als stabilisierender Faktor der Landes- und Bündnisverteidigung einen ganz erheblichen Anteil“, so Bürgermeister Thomas Ludwig bei der Festveranstaltung zum Jubiläum „30 Jahre Patenschaft Seckach – Bundeswehr Walldürn“ in der Tenne in Großeicholzheim.

Heeresmusikkorps zum Auftakt

Folgerichtig habe der Gemeinderat in seiner Sitzung am 10. Mai 1988 einstimmig beschlossen – auch gegen spürbare Widerstände in der einheimischen Bevölkerung –, die Patenschaft zu begründen, welche dann im Rahmen der Festwoche „1200 Jahre Seckach“ am 22. Juni 1988 durch die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde besiegelt worden sei. Wie Thomas Ludwig weiter berichtete, werde die Patenschaft mit der Bundeswehr in Walldürn nun schon seit 30 Jahren mit Leben erfüllt. Das werde auch durch die Festveranstaltung in der Tenne.

Für eine dem Anlass entsprechende, würdige musikalische Einleitung sorgte das Blechbläserensemble des Heeresmusikkorps Veitshöchheim, ehe Bürgermeister Ludwig den Festakt eröffnete. Sein besonderer Willkommensgruß galt dem Ortsvorsteher und Vorsitzenden des Fördervereins „Bürgerprojekt Wasserschloss Großeicholzheim“, Reinhold Rapp, der zusammen mit Helfern die Organisation und Durchführung des Festwochenendes übernommen hatte.

Wenn es etwas zu feiern gibt, darf auch die Partnerstadt Reichenbach aus der Oberlausitz nicht fehlen, und so zeigten im Rahmen der 31. offiziellen Partnerschaftsbegegnung über 30 Reichenbacher mit Bürgermeisterin Carina Dittrich an der Spitze ihre Verbundenheit mit der Gemeinde Seckach. Erfreut war das Gemeindeoberhaupt über die Anwesenheit des Ersten Landesbeamten des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Björn-Christian Kleih, sowie über die Teilnahme von aktiven und ehemaligen Ortsvorstehern, Gemeinde- und Ortschaftsräten.

Natürlich stand die Walldürner Bundeswehr mit im Mittelpunkt der Festveranstaltung. Sie wurde unter anderem repräsentiert durch den Kommandeur des Logistikbataillons 461, Oberstleutnant Christoph Werle, und Major Martin Baumgarten als Kompaniechef der Seckacher Partnerschaftseinheit.

„Für die Gemeinde Seckach darf ich heute vor allem Danke dafür sagen, dass sich in der Nibelungenkaserne Walldürn allen organisatorischen Veränderungen zum Trotz stets Führungskräfte und Mannschaftsangehörige fanden, die an der Pflege unserer freundschaftlichen Beziehungen interessiert waren und sind“, so Ludwig. Er erinnerte auch an den Initiator und Motor der Partnerschaft, den ehemaligen Bürgermeister und heutigen Ehrenbürger von Seckach, Ekkehard Brand, und natürlich an die zahlreichen Begegnungen zwischen Seckach und dem Logistikbataillon 461 in den letzten 30 Jahren wie Gelöbnisse, Straßenfeste, Tage der Umwelt, Sportveranstaltungen, Konzerte und Gedenkfeiern.

Nicht vergessen wurden die Hilfeleistungen der damaligen Patenschaftseinheiten nach dem Sturm Wiebke 1990 im Großeicholzheimer Gemeindewald sowie im Dezember 1993 beim Jahrhunderthochwasser in Seckach. In direkter Erinnerung daran resümierte Kompaniechef Major Martin Baumgarten die Veränderungen bei der Walldürner Bundeswehr seit der Patenschaftsbesiegelung 1988 mit der ersten Batterie des Panzerartilleriebataillons 365 bis zur heutigen 1. Kompanie des Logistikbataillons 461. Von der ursprünglichen Einheit war unter anderem der letzte Kompaniechef Oberstleutnant a.D., Helmut Kubin, und die beiden letzten Staffelfeldwebel, Stabsfeldwebel a.D. Siegfried Soth, und Oberstabsfeldwebel a.D., Kurt Lindner, unter den Gästen.

Major Baumgarten weiter: „So, wie sich über die vergangenen 30 Jahre die Patenschaftseinheiten verändert haben, so hat sich auch unser sicherheitspolitisches Umfeld gewandelt.“ Die Welt sei weder ruhiger, noch stabiler geworden, und an Krisen mangele es nicht. „Die Anzahl weltweiter Konflikte nimmt stetig zu, einige davon finden unmittelbar vor unserer Haustür statt“.

An Begegnungen festhalten

Das Interesse an der Bundeswehr sowie der Rückhalt in der Bevölkerung seien für die Soldaten ein wesentlicher Motivator. Daher sei es so ungemein wichtig, auch weiter an den gemeinsamen Begegnungen zwischen Bundeswehr und Gesellschaft festzuhalten und solche Patenschaften mit Leben zu erfüllen. „All die Jahre durften wir hohes bürgerliches Engagement, Verständnis und Gastfreundschaft erleben. Seckach ist eine Gemeinde, in der die Bundeswehr und insbesondere die 1. Kompanie aus Walldürn stets den nötigen Rückhalt fanden und gewiss auch weiterhin finden werden“.

Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung bildete ein Konzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim mit einem breiten Repertoire an unterschiedlichen Stilrichtungen, angefangen mit der „Wassermusik“ von Händel über den Torrerosong aus „Carmen“ und den russisch angehauchten „Walzer Nr. 2“ bis hin zu „Hey Jude“ von den Beatles, einem mexikanischen Medley, „Viva la Vida“ von Coldplay und einer ganzen Abba-Serie. Das „Badnerlied“ und die Nationalhymne krönten den Schluss und leiteten zum Stehempfang über.