Seckach

„Seggemer Schlotfeger“ Prunk- und Fremdensitzung wurde zu einer beeindruckenden Tanzschau / Lediglich drei Büttenreden und zwei Musikeinlagen

„Seggi in motion – bei uns bewegt sich was“

Archivartikel

SEckach.Die Stimmung im Narrentempel der „Seggemer Schlotfeger“ war nicht zu toppen. Eigentlich müsste die Prunk- und Fremdensitzung in Tanzschau – ein ganz hervorragende noch dazu – umgetauft werden. Man könnte aber auch das abgekürzte Kampagnen-Motto „Seggi in motion – bei uns bewegt sich was“ als Überschrift setzen – und „In Seggi ging die Angst umher, bald hebbe mer jo gor nix mehr, dazu is net kumme und des is des Schöne, Da Maria und Nahkauf dunn uns jetzt verwöhne“ einfach weglassen.

Unter den 21 Programmpunkten waren 16 Tanznummern, davon zehn eigene. Zwei Musikeinlagen und lediglich drei Bütten unterbrachen den Augenschmaus und brachten den unter Termindruck stehenden Präsidenten Christian Schneider ganz schön ins Schwitzen.

Der Musikverein Seckach fungierte unter Leitung von Martin Heß als Sitzungskapelle.

„Rakete“ zur Belohnung

Schon der tänzerische Auftakt nach dem Einzug von 75 „Schlotfeger“-Aktiven war mit dem Debüt der 15-köpfigen Bambinigarde ein Highlight, das mit roter Rakete belohnt wurde. Die kleinen Tanzmäuse schafften Unglaubliches mit ihrem Gardetanz und waren der ganze Stolz ihrer Trainerin Sarah Dodaj.

Mini-, Jugend- und Schlotfeger-Garde standen mit ihren Gardetänzen ebenfalls im temperamentvollen oberen Qualitätslevel und setzten weitere Glanzlichter, die durch die Premiere des „Schlotfeger“-Tanzmariechens Chayenne Arndt um einen weiteren Wirbelwind mit Charme und großem Potenzial noch bereichert wurden.

Für die hervorragenden Leistungen seiner „Schlotfeger“ in der fünften Jahreszeit bedankte sich der vorübergehend abgesetzte Bürgermeister Thomas Ludwig gereimt und mit zwei Strophen des „Schwarzwaldmädels“, was Narrenring-Präsident Stefan Schulz als Sprecher für die unzähligen fastnachtlichen Abordnungen etwas über Geographie ins Grübeln, aber trotzdem noch weiter in den Süden mit dem derzeitigen Fastnachts-Gassenhauer „Sandalen“ brachte.

Für heftige Zwerchfell-Attacken sorgten als Schweinberger „Klorollentester Karl“ die „lustigen Vögel“ Andreas Poser und Andreas Leiblein. Ihre Testphasen nach genauen Vorgaben von Stiftung Warentest endeten beim Urteil „Sch….-Papier“ mit der Aussage: „Die schicken wir dann einer Firma, die darauf die Bildzeitung druckt“.

Ob „Walpurgisnacht – im Bann der Hexen“ von den „Höhgoiker Glashofen“, „Scheiterhaufen – nicht mit uns“ von der Spvgg Hainstadt oder „School of Magic“ von der „Seggemer Jugendgarde“ – das Hexen-Ambiente zog die gruselig-schönen Tänzer und ihr Publikum mit Gänsehaut-Feeling in Bann. Beim Schautanz „Star Wars“ des Seckacher Jungelferrats und beim „Nicht von dieser Welt“ der „Zimmermer Fugschelöcher“ wurde gleichermaßen deutlich, wie man mit viel Herz auch die Krieger der Zukunft zähmen kann, während die Gruppe „Maus“ von den „Aichelzer Schnäischittlern“ humorvoll den Kampf gegen Viren, Bazillen und den Männerschnupfen gewann.

Für Stimmung am Siedepunkt sorgten Sandro Frank als „König von Mallorca“ und mit viel „Blechradau“ die Guggenmusik der FG „Hossa Schefflenz“, unterstützt von den „Caipirina Fäzzern Bargen“.

Mit auf Reisen in winterliche Ski-Gebiete und vor allem zum Après-Ski nahmen ihr Publikum sehr einladend und schwungvoll die Akteure von „Heddebör-Tours“, und wenn man dann schon vor Ort war, bewies das Männerballett der „Heeschter Berkediebe“ eindrucks- und kraftvoll in seinem Schautanz „Almabtrieb“ das Temperament der Alpenländler.

Maxi Maurer („Merchemer Brogge“) hielt als Mann von der Post zum Spaß seiner Zuhörer nicht viel von Briefgeheimnissen, aber er wusste auch schon von seiner schwäbischen Großmutter, dass „Hanoi“ bedeutet, dass nichts herauskommen kann.

Als „Tommy from Scottland“ machte Christian Schneider mit Hilfe verschiedener „Seggi“-Dolmetscher deutlich, wie sehr ihm selbst der Zirkus um den Brexit auf die Nerven geht.

Mit angenehmer Zirkusluft eröffnete dagegen die lustig-charmante Clown-Gruppe der „Aichelzer Freaky-Feet“ schwungvoll die Manege des Narrentempels, und die „Schlotfeger on Stage“ nutzten die schöne Plattform für ihre grandiose Tanzvorstellung eines Jahrmarkts mit Akrobaten, Einradfahrern, Gauklern und Auto-Scooting. Doch den finalen Vogel schoss der Elferrat der „Schlotfeger“ mit seinem Showact „Dirty Dancing“ ab. Bei dieser Präsentation blieb kein Auge trocken und stehende Ovationen waren der Lohn der Mühe, bevor im großen „Footloose“-Finale Präsident Schneider noch einmal allen Akteuren vor, auf und hinter der Bühne und vor allem Ehrenmitglied Reiner Kampfhenkel für die geniale Erstellung des Bühnenbilds Dank sagte und sich das närrische Geschehen in die Bar verlagerte. Seggi – Helau!