Seckach

Kinder- und Jugenddorf Klinge Mit einem bunten Programm und zahlreichen Ehrengästen wurde am Wochenende das traditionelle Klingefest gefeiert / Ehrungen

„Sie praktizieren Nächstenliebe“

Archivartikel

Seckach/Klinge.In enger Anlehnung an die christlichen Grundwerte im Kinder- und Jugenddorf Klinge gestaltete sich die musikalische Einführung in den Festakt anlässlich des traditionellen Klingefestes. Verantwortlich hierfür zeichnete wieder einmal die Musikschule Bauland unter der Leitung von István Koppányi (Klavier) und Tim Winkelhöfer (Gesang/Klavier) mit dem sizilianischen „Vittoria“ des die modernere Kirchenmusik prägenden, italienischen Komponisten Giacomo Carissimi.

Zur besonderen Freude der zahlreichen Gäste im Bernhardsaal konnte Dorfleiter Georg Parstorfer wieder einmal Dr. Erwin Teufel, Ministerpräsident a. D., in der Klinge willkommen heißen. Neben den Mitarbeitern, Bewohnern, Ehemaligen und Vertretern von Behörden, Schulen, Banken und Kirchen galt ein weiterer Willkommensgruß des Dorfleiters Dr. Björn-Christian Kleih als 1. Landesbeamter im Neckar-Odenwald-Kreis und Vertreter von Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Thomas Ludwig, Familienministerin a. D. und ehemaliges Vorstandsmitglied Barbara Schäfer-Wiegand, Volker Mackert als Ortsvorsteher von Hettingen, dem Vorsitzenden der Klinge, Dr. Johann Cassar, und Bürgermeister a. D. Ekkehard Brand sowie Dr. Christoph Klotz, ab Oktober hauptamtlicher Vorstand des Kinder- und Jugenddorfs Klinge e.V..

Bereichert wurde die Feierstunde auch durch eine Vorführung der Tanzgruppe unter der Leitung von Hedwig Keppler.

Anschließend zeichnete Georg Parstorfer in seiner Funktion als Geschäftsführer Pädagogik zusammen mit dem Geschäftsführer Verwaltung, Dieter Gronbach, langjährige Mitarbeiter aus.

Für zehn Jahre Treue zur Klinge wurden Ursula Amend, Hilde Schweizer, Ramona Bosbach, Judith Horn, Dennis Meixner, Melanie Schäfer, Nina Schäfer und Irina Schwarz geehrt, für 15 Jahre Melanie Schork, für 20 Jahre Lars Heltewig, Brigitte Kerber, Malaike Ehrling, Rita Kassel, Stephanie Seifarth und Anja Tropf, für 25 Jahre Alois Schell, Herta Schüssler, Christiane Berger-Grimm, Kira Malcher, Kirsten Thümmler und Thomas Winkler sowie für 30 Jahre Heidi Köhler, Gabi Felch, Silke Martin und Klaus Georg Müller. Dorfleiter Georg Parstorfer wurde für seinen bisher 30-jährigen Werdegang in der Klinge durch Dr. Cassar als 20-jährigen Wegbegleiter gewürdigt.

Nach einem Ständchen oblag es dem Vorsitzenden des Kinder- und Jugenddorfes Klinge, Dr. Johann Cassar, an Professor Dr. Erwin Teufel die Magnani-Verdienstmedaille mit dem Dank aller Verantwortlichen, Mitarbeiter und Dorfbewohner zu überreichen. Dr. Teufel begleitet die Klinge, seit er 1972 in Hettingen dessen Gründer Pfarrer Magnani kennengelernt und erkannt hat: „Ihr Wirken trägt dazu bei, dass die seelische Temperatur im Lande ansteigt.“ Erfreut und sichtlich gerührt nahm der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg dankend diese nicht alltägliche Ehrung entgegen und drückte seine große Hochachtung („sie praktizieren Nächstenliebe“) vor der Lebensleistung aller Mitarbeiter im Kinder- und Jugenddorf Klinge aus, das er als „Solitär in unserem Land“ bezeichnete.

Die Besonderheit der Klinge zeigt sich auch in der Einrichtung des Kinder- und Jugendrates mit aktuell Steven Schönle (Haus Cäcilia), Kim Weickel (Haus Georg), Robin Aurich (Haus Bernhard Lichtenberg), Nick Weickel (Haus Stephan) und Stefanie Lehmann (Haus Johann) sowie den Vertrauenserzieherinnen Christiane Seber und Carolin Mittelstaedt und dem Partizipationsbeauftragten und Erziehungsleiter Jörg Zimmer, die Dorfleiter Parstorfer vorstellte und würdigte.

Erster Landesbeamter Dr. Björn-Christian Kleih dankte allen Mitarbeitern in der Klinge im Namen des Neckar-Odenwald-Kreises für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und für das überdurchschnittliche Engagement, mit dem der familiäre Gedanke gelebt werde.

Die anstehenden baulichen Veränderungen in der Klinge umriss Bürgermeister Thomas Ludwig und hob dabei auch die stete, zeitgemäße Entwicklung im Kinder- und Jugenddorf hervor. Damit biete man heimatlos gewordenen jungen Menschen aus allen Teilen der Erde seit über 70 Jahren Zuflucht und diene ihnen als Stätte der Geborgenheit.

Für die jahrzehntelange enge Verbundenheit und Unterstützung des Klingedorfes durch Dr. Erwin Teufel dankte der Bürgermeister auch namens Gemeinde, Gemeinderat und Bevölkerung.

Mit dem gemeinsam gesungenen Klingelied „Das Tor zum Leben“ endete der Festakt und es begann das offizielle Klingefest, zunächst mit vielen Aktionen der aktuellen und ehemaligen Klingebewohner – und am Sonntag nach dem großen Festgottesdienst mit zahlreichen weiteren Darbietungen. L.M.