Seckach

„Klingefest“ in Seckach Im Rahmen des Festakts am Samstag wurden langjährige Mitglieder geehrt / Auszeichnung für früheren Dorfleiter

Verdienstmedaille für Herbert Duffner

Archivartikel

In der „Klinge“ wurde gefeiert: Im Mittelpunkt des Festakts am Samstag stand die Verleihung der Heinrich-Magnani-Verdienstmedaille an den früheren Dorfleiter Herbert Duffner.

Seckach. Seit Jahren gilt das „Klingefest“ im Seckacher Kinder- und Jugenddorf „Klinge“ als liebgewordener Höhepunkt im Jahresablauf für Groß und Klein in der Gemeinde und über deren Grenzen hinaus. So präsentierte sich auch in diesem Jahr wieder der Bernhardsaal sehr gut besucht von Gästen, Dorfbewohnern, und Beschäftigten.

Neben der Verleihung der Verdienstmedaille an den ehemaligen Dorfleiter und Ehrenbürger, Geistlicher Rat Pfarrer Herbert Duffner, standen beim Festakt Ehrungen von langjährigen Mitarbeitern auf dem Programm. In Anlehnung an das Klingemotto „Die Klinge – ein Ort zum Leben; Die Klinge – ein Ort der Begegnung“ freute sich „Klinge“-Vorstand Dr. Christoph Klotz über die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter Ehrenbürger und Bürgermeister i.R. Ekkehard Brand sowie den Vertretern aus der Kommunalpolitik, Behörden, Wirtschaft, Banken, Vereinen und Kirchen.

Ein besonderer Dank galt Kalmán Irmai von der Musikschule Bauland für seine musikalische Umrahmung des Festakts und Hedwig Keppler, die wieder einmal mit ihrer Tanzgruppe gefiel.

An die beiden wirtschaftlich schwierigen letzten Jahre erinnernd, hob der Vorstandsvorsitzende unter anderem die Probleme im Personalbedarf bevor. Zukunftsfähige Strategien müssten entwickelt werden, um auch weiter die bewiesene Qualität der Arbeit im Kinder- und Jugenddorf gewährleisten zu können.

Garantien dafür gäben die Mitarbeiter, die stets ihre Kraft für die Ideale der „Klinge“ einsetzten und somit das Wort „Zukunft“ und den Leitspruch der Einrichtung „Gegenwart gestalten, für die Zukunft befähigen“ mit Leben erfüllen.

Direkter Nachfolger von Magnani

In seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats oblag es Alexander Gerstlauer, dem langjährigen und verdienten Dorfleiter Pfarrer Herbert Duffner die Heinrich-Magnani-Verdienstmedaille zu verleihen. „Als direkter Nachfolger des Gründers Pfarrer Magnani vor genau 50 Jahren stand und steht Geistlicher Rat Pfarrer Duffner für die Verwirklichung der Begriffe „Zusammengehörigkeit, Fleiß, Ausdauer, Ehrlichkeit und Hartnäckigkeit“, so Gerstlauer. Duffner habe das Kinder- und Jugenddorf nicht nur aus den Anfängen heraus gefestigt, sondern auch stets für die Zukunft gerüstet.

Ihm sei es gelungen, die „Klinge“ nach außen zu öffnen – auch mit dem toll angelegten Spielgelände –, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Landkreis zu forcieren, die wichtige Qualifizierung der Mitarbeiter im Jugendhilfebereich voranzutreiben. Auch für die Gründung der sozialpädagogischen Fachschulen in Buchen und Heidelberg sei er maßgeblich verantwortlich. Die Einrichtung der Arbeitskreise „Kinderdörfer“ und „katholische Kinderdörfer“ sei ebenso auf Duffners Initiative erfolgt wie die Bücherei des Judentums, weil ihm die christlich-jüdische Philosophie am Herzen liege.

Daher sei die „Klinge“ in vielen Bereichen eng mit dem Namen Herbert Duffner verbunden. Man sei im Aufsichtsrat stolz, einen so würdigen Preisträger gefunden zu haben, „Schließlich erfolgt die Verleihung der Magnani-Verdienstmedaille an Menschen, Vereine, Gemeinden und Einrichtungen, die sich wirkungsvoll für das Kinder- und Jugenddorf sowie dessen Interessen eingesetzt haben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Sichtlich berührt dankte Pfarrer Duffner für die Auszeichnung und erläuterte, dass er sich in der Klinge noch immer zuhause fühle. Er betonte, dass diese Medaille vor allem den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gehöre, die hier tagein, tagaus in bewundernswerter und engagierter Weise die tägliche Arbeit leisten.

Nach einen Liedvortag von Sven Behrendt mit dem Titel „Ein Kompliment“ stellte Erziehungsleiter Jörg Zimmer die Arbeit des Jugendrats mit den gewählten Vertrauenserzieherinnen Carolin Berg und Christiane Seber vor. Die Grüße des Kreistags, der Verwaltung und von Landrat Dr. Achim Brötel überbrachte der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih, der unter anderem die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt und der „Klinge“-Leitung hervorhob und den positiven überregionalen Charakter des Dorfes lobte.

Enorme Aufbauarbeit gewürdigt

Bürgermeister Thomas Ludwig würdigte die enorme Aufbauarbeit von Pfarrer Duffner, der in vielen Bereichen seine Spuren hinterlassen habe. Die „Klinge“ befinde sich zur Zeit mitten im Wandel der Zeit, was auch die entstehenden Neubauten von „Klinge“-Häusern dokumentieren würden, sagte Ludwig, und erinnerte an Ende der 50er Jahre als die heutigen Altbauten entstanden. Beendet wurde der Festakt traditionell mit dem gemeinsam gesungenen Klingelied. L.M.