s.Oliver Würzburg

Basketball s.Oliver Würzburg zeigt gegen Bayreuth ein begeisterndes Spiel, verpasst aber dennoch die Teilnahme an den Playoffs

„Der beste Neunte aller Zeiten“

Archivartikel

s.Oliver Würzburg – medi Bayreuth 82:68 (26:16, 22:12, 22:15, 14:25)

Würzburg: Kovacevic (14 Punkte/davon 3 Dreier), Taylor (12), Benzing (10/1), Stuckey (10/2), Singler (8/2), Gaddy (8/1), Klassen (8), Hammonds (7/1), Hoffmann (3/1), Kratzer (2). Bayreuth: Doreth (16/4), Marei (14), Linhart (13/1), York (8/2), Seyferth (8), Cox (3/1), Robinson (2), Amaize (2), Wachalski (2). Zuschauer: 3140 (ausverkauft).

Es waren skurrile Szenen, die sich in der altehrwürdigen Würzburger „Turnhölle“ abspielten. Die eigene Mannschaft zeigt ihr vielleicht bestes Saisonspiel, nimmt mit medi Bayreuth einen Playoff-Teilnehmer nach allen Regeln der Kunst förmlich auseinander – und bei Auszeiten ist es auf einen Schlag still in der Halle. Die Köpfe der Zuschauer gingen bei fast jeder Spielunterbrechung wie auf Kommando nach unten. Alle blickten auf ihre Smartphones – und was sie sahen, sorgte für fast schon frustrierende Ernüchterung. Die Fraport Skyliners aus Frankfurt, der Hauptkonkurrent der Würzburger im Kampf um den achten und damit letzten Playoffplatz, landete bei den favorisierten EWE Baskets in Oldenburg einen so sicherlich nicht erwarteten Start-Ziel-Sieg. 90:74 hieß es am Ende für die Hessen – und der Würzburger Traum von den Playoffs war ausgeträumt. Für viele Fans war dies sogar ein böses Erwachen, denn die meisten waren sich absolut sicher, dass ihre Mannschaft das Kind schon schaukeln würde.

Das tat sie dann auch in beeindruckender Art und Weise – doch es fehlt halt die Schützenhilfe aus dem hohen Norden. Bayreuths Trainer Raoul Korner brachte es nach Spielschluss auf den Punkt: „Nach den Leistungen der letzten Wochen hätte Würzburg es verdient gehabt, in die Playoffs zu kommen.“

Würzburgs Trainer Dirk Bauermann, der für die kommende Saison einen hoch dotierten Vertrag in China unterschrieben hat, richtete noch vor der obligatorischen Pressekonferenz das Wort an die Fans, die vor allem in der ersten Hälfte absolute Playoff-Atmosphäre verbreiteten: „Ihr seid wirklich die besten Fans der gesamten Liga. Es war mit eine große Ehre, hier als Trainer gewesen zu sein.“

Natürlich saß auch bei Bauermann der Stachel der Enttäuschung tief: „Es ist bitter, mit 19 Siegen nicht in den Playoffs dabei zu sein.“ Das hatte es in der Geschichte der Bundesliga tatsächlich erst einmal gegeben, das ist aber schon einige Jahre her. Einen Würzburger Fan verleitete diese Konstellation zur Aussage: „Jetzt sind wir der beste Neunte aller Zeiten.“

Ein dickes Lob gab es von Bauermann für die Würzburger Mannschaft, die gegen Bayreuth sogar mit 28 Punkten vorne lag und erst, als klar war, dass die Playoffs verpasst werden würden, die Zügel schleifen ließ: „Die Jungs haben ihre Sache großartig gemacht. Die Mannschaft hat sich im Saisonverlauf sehr gut entwickelt. Wir haben jetzt auf einem ganz anderen Niveau gespielt als noch zu Beginn der Saison. Natürlich sind wir sehr enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben. Aber ich bin auch stolz auf das, was wir in den vergangen 18 Monaten gemeinsam hier geleistet haben. Es ist eine gute Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Clubs.“

Nun gilt es für die Verantwortlichen, zumindest einen Großteil der Mannschaft zu halten. Die Fans würden es ihnen sicherlich danken.