s.Oliver Würzburg

Basketball Komplizierte Ausgangssituation vor den beiden Würzburger Partien am Freitag gegen Bonn und am Sonntag in Bamberg

Die Rechenschieber sind gezückt

Neun Tage nach dem verlorenen Europapokal-Finale gegen Dinamo Sassari kommt es am Freitag, 10. Mai, um 20.30 Uhr in der s.Oliver- Arena zu einem nächsten Endspiel für die Basketballer von s.Oliver Würzburg. Ein Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn ist eigentlich Pflicht, will man den Traum von der dritten Playoff-Teilnahme der Klubgeschichte aufrecht erhalten. Zwei Tage später geht es noch zum abschließenden Auswärtsspiel nach Bamberg.

Unübersichtliche Konstellation

Die Ausgangslage, unter welcher Konstellation Würzburg in die Runde der besten Acht einziehen kann, ist höchst unübersichtlich. Fünf Teams streiten sich vor dem finalen Doppelspieltag der BBL-Saison 2018/19 noch um die Plätze sieben und acht. Dass das Team von Denis Wucherer nach den Rückschlägen der letzten Wochen darin überhaupt noch mitmischt, ist höchst bemerkenswert und vor allem dem überzeugenden 99:84-Auswärtssieg am Dienstag in Bayreuth geschuldet. Bonn hingegen verlor am Mittwoch sein Nachholspiel mit 98:110 in Berlin. Die letzten Wochen verliefen für die Rheinländer ohnehin durchaus holprig.

Bonn ist ein Gegner, vor dem sich die Würzburger „Baskets“ auch mit der mittlerweile dünnen Personaldecke zu Hause definitiv nicht verstecken müssen. Wucherer muss weiterhin mit Hulls, Olaseni, Loncar, und Richter sowie wahrscheinlich auch Obiesie auf fünf Kräfte verzichten. Die Personalsorgen kommen zur Unzeit und der zusätzliche Kräfteverschleiß durch den außerplanmäßig langen Aufenthalt im Europe-Cup tut sein Übriges, dass Denis Wucherer momentan mit gemischten Gefühlen auf eine mögliche Playoff-Teilnahme blickt: „Natürlich wollen die Spieler und ich in die Playoffs. Für uns geht es schließlich auch um eine Menge Geld. Der Urlaub wird sicherlich ein schönerer, wenn wir nach dem Sonntag noch einmal ran dürfen“, witzelt der 46-Jährige.

Im Playoff-Viertelfinale würde es dann ab dem nächsten Wochenende im Best-of-Five-Modus entweder gegen den Deutschen Meister FC Bayern München oder den EWE Baskets Oldenburg gehen.

Zwiespältige Erinnerungen

In Würzburg werden vor solch wichtigen Spielen natürlich Erinnerungen an die bisherigen Playoff-Teilnahmen wach. 2016 wurden die „Baskets“, damals unter Headcoach Doug Spradley, in ihrer schwächsten Saisonphase von den Bambergern in drei Spielen mit insgesamt 113 Körben Differenz deklassiert. Die einzige erfolgreiche Würzburger Playoff-Serie in der BBL liegt nun bereits sieben Jahre zurück. Damals schaffte man als Liga-Neuling überraschend auf Anhieb den Sprung in die Endrunde. Im Viertelfinale wurde dann auch noch das große ALBA Berlin mit 3:1-Siegen geschlagen. Erst im Halbfinale war seinerzeit gegen ratiopharm Ulm Endstation für die Würzburger Überflieger.

Immer für eine Überraschung gut

Für faustdicke Überraschungen, wenn keiner mehr damit rechnet, sind die Würzburger Korbjäger trotz aller düsterer Prognosen in dieser Spielzeit aber scheinbar immer gut. Im insgesamt 14. Vergleich mit Bonn (bisher sechs Würzburger Siege bei sieben Niederlagen) geht es primär natürlich um einen Sieg. Wichtig wäre es unter Umständen aber auch, den direkten Vergleich zu gewinnen, der am Ende den Ausschlag über die Endplatzierung geben könnte. Im Hinspiel im November hatte Bonn mit 91:86 die Oberhand behalten. „Vor dem heimischen Publikum werden die Jungs noch einmal alles raushauen, was in ihnen steckt“, verspricht Coach Denis Wucherer, der nicht noch ein „Endspiel“ verlieren möchte. stkr