s.Oliver Würzburg

Basketball Mit einem Polster von 23 Punkten geht s.Oliver Würzburg am morgigen Mittwoch in eigener Halle in das Fiba-Cup-Rückspiel gegen Pallacanestro Varese

Die Tür zum Finale steht den „Baskets“ sperrangelweit offen

Die Basketballer von s.Oliver Würzburg selbst haben die Tür zu den beiden Finalspielen im Fiba-Europe-Cup selbst sperrangelweit aufgestoßen. Jetzt müssen sie nur noch hindurch gehen. Am morgigen Mittwoch findet um 19 Uhr in der s.Oliver-Arena das Rückspiel gegen den zehnfachen italienischen Meister Pallacanestro Varese statt.

Glanzleistung vor Wochenfrist

In dieses Spiel geht die Mannschaft von Headcoach Denis Wucherer mit einem satten Vorsprung von 23 Punkten. Nach einer echten Glanzleistung hatten die Würzburger am vergangenen Mittwoch mit 89:66 in der Lombardei für einen in der Höhe fast schon sensationellen Spielausgang gesorgt. Da im Europe-Cup die Ergebnisse von Hin- und Rückspiel ganz einfach addiert werden, dürften sich die „Baskets“ nun sogar eine Heimniederlage mit 22 Punkten Differenz leisten, um ins Finale einzuziehen.

Mit einer solchen „Klatsche“ ist nach den starken Leistungen der vergangenen Wochen allerdings nicht zu rechnen. Dennoch gibt sich Wucherer zunächst einmal vorsichtig: „Im Viertelfinale hat man gesehen, was alles möglich ist in diesem Wettbewerb, wenn man nicht hochfokussiert ist. Wir werden das sehr konzentriert angehen und wollen natürlich mit allen Mitteln ins Finale kommen”, sagte er unmittelbar nach der „magischen Nacht“ von Varese.

Warnungen gibt es genug

Wucherer spricht hier in erster Linie die Viertelfinal-Begegnung zwischen Unet Holon aus Israel und Alba Fehervar aus Ungarn an. Mit 96:63 hatten die Israelis das Hinspiel in eigener Halle gewonnen und standen bei einem Vorsprung von 33 Punkten ebenso mit einem Bein im Halbfinale wie Würzburg jetzt. Im Rückspiel in Ungarn führte der Außenseiter zwar von Anfang an, doch Unet Holon hielt der Rückstand in Grenzen und sah so lange Zeit wie der sicherer Gesamtsieger aus. Bis dann plötzlich das letzte Spielviertel mit 31:10 für Fehervar ausging und nach 40 Rückspiel-Minuten das Ergebnis von 96:63 von der Anzeigentafel leuchtete: Die Partie endete also mit dem exakt identischen Hinspiel-Ergebnis. So musste erst die Verlängerung über den Einzug ins Halbfinale entscheiden, in der sich dann letztendlich doch die Mannschaft aus Israel knapp durchsetzte.

Genau diese Partie wird den Würzburgern nun Warnung genug sein, dass 23 Punkte Vorsprung zwar ein dickes Polster sind, im Endeffekt aber auch nicht mehr als die halbe Miete. „Insofern müssen wir im Rückspiel voll konzentriert und fokussiert sein, um den Einzug ins Finale zu schaffen“, weiß Wucherer.

Auch seine Spieler scheinen zu wissen, dass noch ein hartes Stück Arbeit auf sie wartet, bis sie im Finale stehen: „Es kommen noch 40 Minuten. Im Basketball kann alles passieren. Wir müssen jetzt bodenständig bleiben und das nächste Spiel so spielen, als würde es 0:0 stehen”, sagte zum Beispiel Florian Koch schon in Varese. Devin Oliver sieht es ähnlich: „Es war stark, in Varese uns einen Vorsprung von 23 Punkten für das Rückspiel nächste Woche zu holen. Jetzt müssen wir aber den Job in unserer Halle auch zu Ende bringen.“ Derweil ist der britische Center Gabriel Olaseni überzeugt, dass die „Baskets“ es schaffen werden: „Wenn wir wieder mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, werden wir uns den nächsten Sieg holen und ins Finale einziehen.“

Personell muss abgewartet werden, welche Spieler Trainer Wucherer auf das Parkett schicken wird. Im Europe-Cup dürfen zwar sieben ausländische Spieler auflaufen (im Gegensatz zur BBL. wo pro Partie nur sechs erlaubt sind), doch zählt bei diesem internationalen Wettbewerb auch der Deutsch-Kanadier Brad Lösing als Ausländer. Das heißt: Einer der Nichtdeutschen muss ohnehin pausieren – und in den letzten Cup-Begegnungen war dies dann immer auch Lösing.

Verzichten müssen die Baskets definitiv auf Johannes Richter, der sich im Hinspiel am Ellenbogen verletzt hat und vermutlich den Rest der Saison ausfallen wird. Eventuell dabei sein wird dagegen wieder Joshua Obiesie, der in der USA beim in Basketball-Kreises berühmten Talentsichtung „Nike Hoop Summit“ dabei war.

Im zweiten Halbfinal-Hinspiel empfängt Dinamo Sassari das Team von Unet Holon. Das Hinspiel in Israel hatten die Italiener mit 94:89 gewonnen.