s.Oliver Würzburg

Basketball Würzburg verliert nach Verlängerung in Ulm / Jordan Hulls ärgert sich über vergebenen Möglichkeiten, Trainer Denis Wucherer über die Schiedsrichter

„Diese Niederlage geht auf unsere eigene Kappe“

ratiopharm Ulm – s.Oliver Würzburg 95:94 n.V. (16:23, 32:21, 18:25, 19:16, 10:9)

Würzburg: Cooks 24 Punkte/2 Dreier (9 Rebounds), Wells 17/1 (7 Assists), Hulls 15/1 (3 Steals), Oliver 12/1 (9 Rebounds), Lösing 11/1 (3 Steals), Olaseni 9 (8 Rebounds), Morrison 6, Koch, Albus, Hoffmann.

Top-Performer Ulm: Evans 21/2 (9 Rebounds), Akpinar 18/4, Miller 15/1 (8 Assists), Thompson 13/3 (3 Steals), Green 11.

Es war eine hochklassige und extrem spannende Partie mit dem glücklicheren Ende für die Gastgeber: s.Oliver Würzburg musste sich am Samstag im Duell um die Playoff-Plätze der Basketball-Bundesliga bei ratiopharm Ulm nach Verlängerung hauchdünn mit 94:95 (44:48, 85:85) geschlagen geben. Nationalspieler Ismet Akpinar traf für Ulm erst den entscheidenden Dreier zum Ausgleich mit der Schlusssirene der regulären Spielzeit und dann knapp zwei Sekunden vor dem Ende der Verlängerung auch die beiden Freiwürfe zum Sieg. Weiter geht es für s.Oliver Würzburg bereits am Mittwoch um 19 Uhr in der heimischen s.Oliver Arena: Gegen Pallacanestro Varese wollen Denis Wucherer und sein Team mit den eigenen Fans und einem 23-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken den Einzug ins FIBA Europe Cup-Finale schaffen.

Vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften „ratiopharm arena“ entwickelte sich beim Duell des Siebten mit dem Achten eine von beiden Seiten intensiv geführte und hochklassige Partie auf Augenhöhe, in der sich während der gesamten Spielzeit kein Team einen entscheidenden Vorteil herausspielte. Schon im ersten Viertel wechselte die Führung viermal, ehe die Gäste aus Unterfranken sich mit einem 10:0-Lauf in den letzten zweieinhalb Minuten einen Vorsprung von sieben Punkten herauswarfen. Jordan Hulls traf einen Sprungwurf mit ablaufender Uhr am Ende des ersten Viertels zum Zwischenstand von 16:23 – einer von vielen Buzzerbeatern in dieser spektakulären Partie.

Dramatische Schlussminuten

Den zweiten Abschnitt eröffnete der spätere Matchwinner Ismet Akpinar mit einem Dreier zum 19:23, nach 14 gespielten Minuten lagen die Gäste aber immer noch mit sieben Zählern vorne (26:33). Das änderte sich noch vor der Halbzeit: Ulm nahm sich seine offensiv stärkste Phase in den letzten sechs Minuten den zweiten Viertels und ging mit einer knappen 48:44-Führung in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Spiel der kurzen Läufe weiter fort – erst setzten sich die Ulmer durch eine Dreier von Ryan Thompson auf sieben Zähler ab (51:44, 31. Minute), dann waren es die Gäste, die den Spielstand bis zum Ende des dritten Viertels erneut drehten. Cameron Wells versenkte wieder mit dem Buzzer einen Korbleger zum 66:69 nach 30 Minuten.

Dramatisch wurde es dann in den letzten gut drei Minuten der regulären Spielzeit. Dabei spielte den Ulmern in die Hände, dass es s.Oliver Würzburg gleich zweimal nicht gelang, bei einer Fünf-Punkte-Führung in der Crunchtime den Sack zuzumachen. „Diese Niederlage geht auf unsere eigene Kappe“, sagte Jordan Hulls hinterher: „Wir hatten genug Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden.“ Die Partie endete mit vier 5:0-Läufen hintereinander: Zweimal setzten sich die Unterfranken ab (75:80 und 80:85), zweimal kamen die Schwaben wieder zurück – am Ende mit einem spektakulären Dreier von Ismet Akpinar aus gut zehn Meter mit der Schlusssirene. Die Chance zur Verlängerung holten sich die Hausherren, weil sie 3,7 Sekunden vor dem Ende bei einem Würzburger Einwurf in der Ulmer Hälfte einen Ballverlust erzwangen.

Auch in der Overtime lag s.Oliver Würzburg 37 Sekunden vor dem Ende nach einem Dreier von Cameron Wells mit 94:91 vorne, belohnte sich für den starken Auftritt aber nicht. Nach einer Auszeit seines Trainers Thorsten Leibenath setzte sich Ismet Akpinar mit einem schwierigen Korbleger durch – 93:94, noch 20 Sekunden zu spielen. Ein Fehlpass beim Einwurf brachte Ulm sofort wieder zurück in Ballbesitz: Erst blockte Gabriel Olaseni den nächsten Wurfversuch des Nationalspielers im anschließenden Kampf um den Ball entschieden die Schiedsrichter dann auf Foul gegen Olaseni und zwei Freiwürfe für Akpinar, der mit 1,3 Sekunden auf der Uhr beide Würfe zum Endstand traf.

So schnell wie möglich abhaken und für die nächste wichtige Aufgabe regenerieren heißt jetzt die Devise: Am Mittwoch wollen Denis Wucherer und seine Schützlinge in die Endspiele um den FIBA Europe Cup einziehen. Um 19 Uhr ist Pallacanestro Varese in der s.Oliver Arena zu Gast und wird alles versuchen, die 23 Punkte Differenz aus dem Hinspiel aufzuholen.

Tickets für das Halbfinal-Heimspiel gibt es im Online-Shop an der Abendkasse. pw