s.Oliver Würzburg

Basketball Nach einem schwachen Anfang steigerte sich Würzburg enorm und hat nun gute Chancen, im Europe-Cup zu „überwintern“

Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern

s.Oliver Würzburg – CSM CSU Oradea 91:82 (6:15, 27:26, 28:18, 30:23)

Würzburg: Hulls (23 Punkte/davon 2 Dreier), Ellis (20/3), Koch (11/3), Loncar (10/2), Lösing (9), Olaseni (6), Cooks (6), Bowlin (6), Richter, Buck, Albus. Oradea: Richard (24/4), Valeika (14), Ginyard (13/3), Pasalic (11/3), Gavrila (8), Denison (5/1), Kariniauskas (4), Watson (3/1), Lazar. Zuschauer: 1250.

Nach dem ersten Heimsieg auf internationalem Parkett seit sechs Jahren haben die Basketballer von s.Oliver Würzburg nun hervorragende Aussichten, im Europe-Cup die Runde der letzten 16 zu erreichen. Gegen das rumänische Team von CSM CSU Oradea zeigte das Team von Headcoach Denis Wucherer nach der Pause eine ganz starke Leistung und feierte wettbewerbsübergreifend den vierten Sieg in Folge.

Aber dennoch war nicht alles Gold, was glänzte. „Dass wir nicht gut in ein Spiel starten, ist ja leider nichts Ungewöhnliches“, kommentierte Wucherer die ersten zehn Minuten, in denen seinem Team gerade einmal sechs mickrige Pünktchen gelangen. Die Trefferquote aus dem Feld betrug lediglich 21,4 Prozent. Dieser Wert taugt natürlich nicht für höhere Ansprüche – und dennoch nahm der Coach sein Team gewissermaßen in Schutz: „Wir hatten genug Chancen, nicht nur von außen, sondern auch in Korbnähe, aber die Würfe wollten in dieser Phase einfach nicht rein. Das passiert halt mal.“ So ganz hatte Wucherer mit dieser Feststellung allerdings nicht recht, denn der „Fehlstart“ in ein Spiel zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Spiele der immer noch jungen Saison.

Doch wie so oft steigerte sich Würzburg mit zunehmender Spieldauer enorm und zeigte quasi sein zweites Gesicht. „Es war gut, dass wir ab dem zweiten Viertel offensiv unseren Rhythmus gefunden haben“, so Wucherer. Diese Aussage lässt sich hervorragend mit Zahlen belegen: In den Spielvierteln zwei, drei und vier kamen die „Baskets“ aus Würzburg auf eine Trefferquote aus dem Feld von 66,7 Prozent. Von jenseits der Dreierlinie fanden in diesen drei Spielvierteln fast schon fantastische 62,5 Prozent der Würfe den Weg in den Korb. Zusammen mit der guten Freiwurfquote von 86,5 Prozent sind das insgesamt bärenstarke 85 Punkte in drei Vierteln. „Die gute Wurfquote der Würzburger hat es uns sehr schwer gemacht“, kommentierte der rumänische Coach Cristian Achim etwas gefrustet die Leistungssteigerung der Gastgeber. Doch sein Team, 2016 und 2018 nationaler Meister, hielt bis zur Schlussphase stets den Anschluss: „Oradea hat immer wieder Antworten gefunden und wirklich schwierige Würfe getroffen“, lobte Denis Wucherer die Leistung der Rumänen.

Doch Würzburg ließ sich von der Hartnäckigkeit der Gäste nicht beirren und hielt die Intensität bis in die Crunchtime hoch, was letztendlich auch den Unterschied machte. „Wenn der Ball bei uns im Angriff so gut läuft wie heute, dann ist das nicht nur erfolgreich, sondern sieht auch noch schön aus. Wir sind zufrieden, mit diesem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung nächste Runde gemacht zu haben“, sagte Wucherer.

Weiter geht es für die Würzburger im Europe-Cup am kommenden Mittwoch mit einem Auswärtsspiel bei Sakarya in der Türkei. Zuvor steht allerdings noch am Samstag ein BBL-Heimspiel gegen Braunschweig auf dem Programm.