s.Oliver Würzburg

Basketball s.Oliver Würzburg setzt sich bei den MHP Riesen Ludwigsburg mit 80:75 durch / Entscheidung 16 Sekunden vor Schluss

Körbe-Krimi: Doppelblock in letzter Minute

MHP Riesen Ludwigsburg – s. Oliver Würzburg 80:75

Würzburg: Perry Ellis 20 Punkte/3 Dreier, Jordan Hulls 16/4 (6 Rebounds), Cameron Wells 15/1 (5 Assists), Xavier Cooks 12/2 (3 Steals/2 Blocks), Florian Koch 6/1, Kresimir Loncar 5, Johannes Richter 3, Skyler Bowlin 3/1, Gabriel Olaseni, Brad Lösing.

Auch im fünften Spiel der noch jungen easyCredit BBL-Saison hat s.Oliver Würzburg es wieder spannend gemacht: Bei den MHP Riesen Ludwigsburg holte sich die Mannschaft von Headcoach Denis Wucherer ihre zweiten Saisonsieg dank einer hervorragenden Trefferquote von der Dreierlinie in der ersten Halbzeit und starken Defensiv-Aktionen in der Schlussphase. 30 Sekunden vor Ende blockte Xavier Cooks gleich zwei Ludwigsburger Würfe, im nächsten Angriff verwandelte Cameron Wells einen Korbleger zum Endstand. Top-Scorer der Partie war der Ludwigsburger Malcom Hill mit 22 Punkten. Beste Werfer auf Würzburger Seite waren Perry Ellis (20), Jordan Hulls (16), Cameron Wells (15) und Xavier Cooks (12).

Kategorie „Krimi“

Die vier vorherigen BBL-Partien der Unterfranken gehörten alle zur Kategorie „Basketball-Krimi“ und endeten jeweils mit vier Zählern Differenz. Am Samstagabend in der Ludwigsburger MHP Arena war es nicht viel anders: Knapp 3400 Zuschauer sahen eine über weite Strecken spannende und ausgeglichene Partie, die erst in der Schlussphase entschieden wurde. Denis Wucherer veränderte seine Start-Formation erneut und schickte mit Cameron Wells, Skyler Bowlin, Xavier Cooks, Perry Ellis und Gabriel Olaseni eine große Aufstellung ins Spiel. Zwar gehörten die ersten beiden erfolgreichen Offensiv-Aktionen der Partie den Gastgebern, im Vergleich zu den letzten Spielen gegen Gießen und Bayreuth lieferte s.Oliver Würzburg dieses Mal aber von Beginn an eine konzentrierte Vorstellung ab und konnte die Partie immer offen gestalten.

Die frühe 5:0-Führung der Riesen konterten die Unterfranken mit dem Selbstvertrauen, das sie sich durch die beiden Siege gegen Bayreuth und beim holländischen Vizemeister in Leiden geholt hatten. Im Angriff lief die Kugel durch viele Hände, immer wieder wurde der freie Werfer gefunden, und die Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Linie saßen: Von den ersten elf Würzburger Dreiern landeten acht im Ludwigsburger Korb, fast alle durch schnelle Ballbewegung mit vielen Extrapässen hervorragend herausgespielt.

Ihre stärkste Phase in der ersten Halbzeit hatten die Würzburger zwischen der 10. und der 14. Minute, als Jordan Hulls elf Punkte erzielte und drei Dreier traf und damit einen 14:3-Lauf seiner Mannschaft vom Spielstand 18:18 auf 21:32 fast im Alleingang bestritt. Dann waren aber wieder die Hausherren am Zug und holten sich mit einem 18:3-Zwischenspurt innerhalb von vier Minuten die Führung wieder zurück. Vor allem Malcolm Hill, der 15 seiner 22 Punkte in der ersten Halbzeit erzielte, wurde von seinen Mitspielern immer wieder gut in Szene gesetzt.

Dass die Ludwigsburger trotz der starken Würzburger Dreierquote (63 Prozent in der ersten Halbzeit) mit einem knappen 41:40-Vorsprung in die Kabine gehen konnten, lag den Freiwürfen: Die Riesen trafen alle acht in der ersten Halbzeit, während die Gäste kein einziges Mal an die Freiwurflinie kamen. Im dritten Viertel änderte sich am knappen Spielstand nicht viel - erst gingen die Schwaben mit fünf Punkten in Führung (45:40, 21. Minute), dann s.Oliver Würzburg (55:60, 29. Minute). Bis zur 30. Minute war der Spielstand aber wieder fast ausgeglichen (59:60).

Entscheidender Vorsprung

Den entscheidenden Vorsprung holte sich die Wucherer-Truppe in den ersten fünf Minuten des Schlussabschnitts, in denen sie sich – mit Unterstützung von Malcolm Hill, der vier Freiwürfe in Folge verwarf – auf 68:74 absetzen konnten. Zwar kämpften sich die Ludwigsburger in einer hektischen Schlussphase mit wenigen erfolgreichen Offensivaktionen auf beiden Seiten wieder auf 75:76 heran.

Die Entscheidung kam 16 Sekunden vor Schluss durch einen Korbleger von Cameron Wells zum 75:80, nachdem Xavier Cooks zuvor auf der anderen Seite erst einen Wurfversuch von Trevor Mbakwe und dann Konstantin Klein sauber geblockt hatte. „Wir haben am Ende unsere Würfe nicht mehr getroffen und das Spiel über die Verteidigung gewonnen. Das ist genau das, was wir erreichen wollen“, sagte der Ex-Ludwigsburger Florian Koch nach der Partie.

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: „Wir freuen uns über diesen Sieg. Man hat über weite Strecken gesehen, dass beide Mannschaften noch Schwierigkeiten haben, in die Saison zu finden. Bei beiden Teams fehlt Leichtigkeit.“ pw